Es gibt sie immer noch: Maschinenstürmer

Detmar Doering

Ludditen beim Maschinensturm (1812)

Zu Beginn der Industriellen Revolution tauchten sie in England erstmals auf: Die Ludditen oder Maschinenstürmer. Sie stürmten die Fabriken, um die Maschinen zu zerstören, die ihnen die Arbeitsplätze wegzunehmen schienen. Das war damals schon eine schlechte Idee, aber immerhin entschuldbar, da das Ausmaß der Mechanisierung damals eine neue Erfahrung war, deren Folgen man nicht abschätzen konnte.

Traurigerweise gibt es aber auch heute noch Nachfahren der Ludditen, die Innovationen grundsätzlich als Bedrohung sehen. Das sind aber Leute, die es besser wissen müssten, wie Ronald Bailey in diesem Beitrag für reason.com meint. Technischer Fortschritt habe noch immer mehr und bessere Arbeit geschaffen.

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5 Antworten zu “Es gibt sie immer noch: Maschinenstürmer

  1. Modernes Beispiel: http://www.boycottselfcheckout.org/ . Obamas Geschimpfe über Geldautomaten passt auch dazu.

  2. Heutige Maschinenstürmer zerschlagen nicht mehr mit dem Vorschlaghammer Maschinen. Heutige Maschinenstürmer betreiben einen weltweiten Kampf gegen CO2. Sie wissen nämlich ganz genau, dass die Verfügbarkeit von preiswerter und in hoher Dichte vorkommender Energie die Grundbedingung für unsere moderne Industriegesellschaft und damit für den wachsenden Wohlstand der Menschheit ist.

    Srromerzeugung, Mobilität, Transport über die Meere und zu Land (Dieselmotoren) sind die Voraussetzung für industrielle Produktion und die internationale Arbeitsteilung, die, wie schon Smith wusste, der Schlüssel zum Wohlstand der Nationen ist.

    Wenn man dies alles zerstören oder zumindest einschränken möchte, ist der Kampf gegen CO2 das Mittel der Wahl. Es wirkt und zerstört zuverlässig und nachhaltig.

    Was sind die kriminellen „Umweltschützer“, die in der Nacht Felder, auf denen gentechnisch veränderte Feldfrüchte angebaut werden, zerstören, gegen die Politiker in unseren Parlamenten, die sich dem Kampf gegen CO2 verschrieben haben? Welches Gewicht haben die von dem lichtscheuen Gesindel in der Nacht auf den Feldern angerichteten Schäden gegen die gigantischen volkswirtschaftlichen Schäden und Fehlsteuerung von Ressourcen, die uns der Kampf gegen CO2 gebracht hat? Was sind ein paar krakeelende Ökokriminelle,die sich auf der Bahnstrecke nach Gorleben an die Schienen ketten, gegen die Politiker, die sich in entschlossener Notstalgie der musealen mittelalterlichen Technik der Windmühlen verschrieben haben und gleichzeitig die sichersten Kernkraftwerke der Welt verschrotten?

    Frühere Maschinenstürmer waren von der Sorge um die Arbeitsölütze getrieben. Heutige haben andere Motive. Sie sind geleitet von Hass auf den Fortschritt, auf Technik allgemein und auf die Industriegesellschaft. Letztlich steht dahinter der Hass auf den Menschen an sich. Er nämlich wird als Schädling denunziert, der durch seine große Zahl angeblich die ökologischen Kreisläufe der Natur zum Entgleisen bringt. Letztlich also sind die heutigen Maschinenstürmer Misanthropen.

  3. Es ist viel einfacher. Hier geht es nicht um Maschinenstürmen und schon gar nicht um CO2 sondern nur um reichlich Geld, das einige Chefs der EEG-Mafia mithilfe von gutgläubigen Ahnungslosen und willfährigen Politikern in ihre Taschen schaufeln, auf unser aller Kosten.
    Peter Bauer

  4. Ob man die Meinung, Fortschritt habe immer auch mehr und bessere Arbeit erzeugt, so stehen lassen kann, darf bezweifelt werden.
    Fortschritt erzeugt andere und bessere Arbeit, so wäre es richtiger.
    Ohne Zweifel dient Fortschritt – damit ist technische Entwicklung gemeint – der Erleichterung menschlicher Arbeit. Damit aber auch dem Ersatz menschlicher Arbeit. Es ist auch so, dass damit der Gesamtbedarf an menschlicher Arbeitskraft verringert, weil auch diese neuen Technologien auf diesem Fortschritt aufbauen.
    Es erscheint nur so, als würde es einen vollständigen Ausgleich geben.
    Wir unterliegen einem Selbstbetrug.
    Zunächst haben wir festzustellen, dass es hierzulande – in anderen Ländern noch sehr viel umfangreicher – gute 10 Millionen Menschen gibt, die faktisch keiner sie ernährenden Arbeit nachgehen. Sie werden vom Staat alimentiert und fallen demnach sowohl als Steuerzahler wie auch als Beitragszahler für die Sozialsysteme aus. Nichtsdestoweniger nehmen sie aber an diesen Sozialsystemen teil.
    Diese 10 Millionen sind etwa 20 % der gesamten derzeit arbeitenden Bevölkerung.
    Was kann man daraus entnehmen?
    Von den genannten 10 Millionen sind etwa 3 Millionen AlG 1-Empfänger. Den Rest muss man als alimentiert einstufen. Es stellt sich die Frage, warum müssen sie alimentiert werden? Soll es wirklich so sein, wie offenbar Politiker annehmen, dass diese 7 Millionen samt und sonders Dummbeutel sind?
    Dann sollten sich die Politiker mal fragen, warum das so ist. Vor allem warum das so ist, obwohl es doch Schulreformen in Serie gegeben hat.
    Sie sollten sich mal die Frage stellen, ob die Elternhäuser ihre lt.GG Artikel 6 auferlegten Pflichten überhaupt noch wahrnehmen. Sie sollten sich die Frage stellen, ob es nicht sie selbst waren und sind, die einer zunehmenden Verwahrlosung Vorschub leisten.
    Es ist schon etwas Wahres daran, wenn man früher sagte: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.
    Wenn jetzt in Niedersachsen, das Schulreformieren weitergeht, indem man das Sitzenbleiben abschaffen will, womit die Schule dann eigentlich in völlige Beliebigkeit versinkt, dann lässt das nur noch erkennen, dass der „Durchmarsch die die Institutionen“, den die 68er seinerzeit angekündigt hatten, inzwischen seiner Vollendung entgegen eilt.
    Wenn es in Deutschland lt. Statistik 170.000 Sitzenbleiber gibt, dann liegt das nicht nur an den Lehrern, es liegt auch an den Eltern. Eine These, die sich an dem Kita-Wahn belegen lässt.
    Es ist also festzustellen, dass Fortschritt keineswegs zu Arbeitsplätzen führt. Vielmehr wurde der Verlust an Arbeitsplätzen zum einen durch die Verkürzung der Arbeitszeiten kaschiert (ca. 17 %), von der Verlängerung der Urlaubszeiten (70 bis 100 %) und eben auch durch die manipulative Teilung mit gleichzeitiger Befristung des AlG 1, wo dann die längerfristig Arbeitslosen versteckt wurden.
    Zudem wurde und wird fortwährend dieses System der Täuschung verfeinert. Die derzeit zu den 6 Millionen gehörenden zu Unterqualifizierten zu stempeln, ist eine der Frechheiten, die sich die heutige Politik herausnimmt. Ein erheblicher Teil dieser Menschen hat ganz wesentlich an dem Kuchen mitgewirkt, der derzeit „abgefressen“ wird. Deren Arbeit ist nun mal ersetzt. Für die gibt es keine wirkliche Alternative. Ob aber die Zuteilung von Qualifikationsbescheinigungen, wie sie letztlich ja das Resultat derartiger Idiotismen, wie sie Niedersachsens neue Regierung plant, zu nutzbaren Fachkräften führen wird, ist mehr als unwahrscheinlich.
    Das ist im übrigen keineswegs eine negative Haltung gegenüber dem Fortschritt. Im Gegenteil. Innovation und Fortschritt sind unabdingbar. Nur muss man sich auch mit den Auswirkungen auseinandersetzen und Überlegungen anstellen, wie damit umzugehen ist.
    Dass hier in der Bundesrepublik Deutschland das Sozialsystem völlig neu strukturiert werden muss, ist bereits seit den 60ern des vorigen Jahrhunderts bekannt. Bis dato wurde aber nichts unternommen. Es wurde nur verschlimmbessert.
    Die damals in Gang gesetzte „soziale Marktwirtschaft“ ist zweifellos der richtige und vermutlich einzige Weg, wieder geordnete Bahnen zu schaffen. Leider aber hat man sich dafür mit der Ignoranz von EU-Vorschriften (Lissabon-Vertrag Artikel 125 z.B.) den Weg selbst verbaut. Anstelle dessen baut man ein Gleichmachermodell auf, das von Anbeginn zum Scheitern verurteilt ist und das letztlich, wenn man nicht schnellstmöglich davon wieder abkommt, zum Einsturz der wunderbaren Idee eines Europa führen wird.

  5. Pingback: Die Arbeit hat Zukunft |

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