Lieber Armut als Klimawandel

Steffen Hentrich

Send Salads to Ethiopia  and Solar Panels to SenegalEine besonders skandalöse Folge des Klimaschutzaktivismus durch Umweltorganisationen beschreibt Todd Moss in seinem Beitrag Send Salat to Ethiopia, and Solarpanels to Senegal. Als Reaktion auf eine Klage der Umweltorganisationen Friends of the Earth und Greenpeace hat die US-Regierung der staatlichen Institution für Entwicklungszusammenarbeit Overseas Private Investment Corporation strenge Auflagen zur Kohlendioxidminderung bei Entwicklungshilfeprojekten erteilt, wodurch eine Umsetzung von Energieversorgungsprojekten auf Basis fossiler Energieträger faktisch ausgeschlossen ist. Menschen, deren dringlichstes Problem die Versorgung mit sauberer und preiswerter Elektrizität ist, werden als Folge mit teurem und wenig zuverlässigem Strom aus leistungsschwachen Solaranlagen versorgt. Die ohnehin schon knappen Entwicklungshilfegelder kommen auf die denkbar ineffizienteste Art und Weise zum Einsatz. Festhaltend an ihrem Fetisch Klimaschutz schrecken Klimaschutzaktivisten und Regierungen inzwischen offenbar nicht einmal mehr vor der Perpetuierung der Armut zurück.

Vielen Dank für den Hinweis an Roger Pielke Jr.

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3 Antworten zu “Lieber Armut als Klimawandel

  1. Der Klimawandel wird als Ausnahmezustand angesehen, der es rechtfertigt, bisher unantastbare moralische und politische Werte zu suspendieren. So jedenfalls Eva Horn in einem Text über das »Enden des Menschen«. Das Verweigern von Ressourcen, hier die preiswerteren Energieversorgungsprojekte, führt dazu, dass dringend notwendige Hilfsleistungen nicht ausgeführt werden. Im Prinzip ist dies eine »Biopolitik der Knappheit« in der es moralisch opportun ist, auch den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen, weil er einem höherem Ziel dient.

    http://glitzerwasser.blogspot.de/2012/06/allokationsethik-ressourcen-und-der-tod.html

  2. Und was spricht gegen die Deutung, die man manchmal in Stimmen aus der Dritten Welt vernehmen kann, dass es den reichen Industrieländern bei der Forderung nach CO2-Reduktion lediglich darum geht, die Entwicklungsländer an einem erfolgreichen Aufbau einer eigenen Industrie zu hindern und sich so unliebsame Konkurrenz vom Halse zu halten? Ganz abwegig scheint jedenfalls mir das nicht zu sein.

  3. Die Umweltbewegung war von Anfang an menschen- und zivilisationsverachtend. Rachel Carsons „Stummer Frühling“ führte zum Verbot von DDT, das über eine Million Malaria-Tote pro Jahr verhindern könnte:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/millionen_oeko_tote_durch_ddt_verbote/

    Jeffrey Tucker sieht in der Umweltbewegung eine Richtung des Sozialismus, die den Menschen nicht Wohlstand verspricht, sondern zurück zu einer verklärten Natur will. In seinem Vortrag „One Million Tiny Miseries“

    geht er ab Minute 8 auf Rachel Carson ein.

    Die Aufhebung des DDT-Verbots wäre die beste Entwicklungshilfe. Im oben verlinkten Artikel schreibt Ulli Kulke: „Ein Drittel aller Gesundheitsbehandlungen in diesem – schließlich auch von Aids geplagten – Land [Uganda] geht auf Kosten von Malaria. Firmen können nicht mehr arbeiten; Investitionen, Renditen, Steuereinnahmen werden abgewürgt.“

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