Freiheit von Herrschaft oder Herrschaft der Freiheit?

Burkhard von Grafenstein

Der Traum von der herrschaftsfreien Gesellschaft ist in der Gesellschaft, in der wir leben, zweifellos eine wichtige Größe. Das Anarchiezeichen ein bekanntes politisches Symbol.  Das Wort „Herrschaft“ klingt im Vergleich zu anderen Sprachen im Deutschen brutal und ist noch nicht mal gegendert, es muss aus feudaler Vergangenheit stammen, bezeichnet aber nach Max Weber eine akzeptierte Form der Machtausübung.

Anhänger der Anarchie können nicht nur links und militant, sondern auch bürgerlich und friedfertig auftreten und nennen sich dann „libertär“.

 Wer diesen Sehnsüchten in der zuregulierten und hochorganisierten modernen Gesellschaft widerspricht, ist schnell der Spielverderber, der mit diversen politischen Schimpfwörtern  belegt wird. Andersherum haben es schon Liberale in Deutschland nicht mehr leicht: Aktuell wollen die Bürokraten aller Parteien dem Wähler glauben machen, eine liberale Partei sei nunmehr unnötig, da  mehr Freiheit kaum möglich sei, gerade auch im Vergleich mit der deutschen Geschichte oder anderen Teilen der Welt. Dabei ist Fakt, dass die Grundfreiheiten durch unzählige Einzelgesetze im Namen aller möglichen Zwecke und Gemeinwohlbelange durchlöchert sind wie Schweizer Käse. Immer detailliertere und ausführlichere Gesetze lassen kein Zweifel daran, dass der Gesetzgeber im Gefolge von David Hume den Zivilisationsmenschen nicht als fähig erachtet, sich ohne umfangreiche Anleitung über Sollen, Können, Dürfen und Müssen unter Seinesgleichen in den verschiedensten Sachverhalten zurechtzufinden. Gleichzeitig wird der Mensch aber als fähig erachtet, sich im Dickicht von Gesetzen, Verordnungen und Satzungen zurechtzufinden, ohne dass dies als widersprüchlich erachtet wird. Wer in Deutschland in Frage stellt, dass jeder Grillplatz eine 25-gliedrige Nutzungsordnung  benötigt, oder auf durch die Regelungsflut entstehende Nachteile hinweist, oder meint,  Probleme könnten sich auch mal ohne staatliche Intervention akzeptabel oder gar besser lösen, darf auf massiven Gegenwind rechnen. Wer so argumentiert, kann sich schnell in die anarchistische Ecke gestellt wiederfinden.

 Vor diesem Hintergrund haben Liberale im Sinne einer Abgrenzung Anlass,  Bedenken zu äußern, dass Anarchie im Sinne der Abwesenheit von Herrschaft (damit von den Anarchisten gemeint: mit Zwang verbundene Machtausübung) von Menschen über Menschen  unter einer Mehrzahl von Menschen möglich, denkbar oder wünschbar ist.

Finden wir uns nicht immer in Herrschaftsverhältnissen wieder, die nur mehr oder weniger geordnet  oder chaotisch, verdichtet oder locker sind?

 Herrschaftsverhältnisse können totalitär oder freiheitlich, gefestigt oder ungefestigt, überschaubar oder wirr, etabliert oder in Frage gestellt, monozentrisch oder polyzentrisch, ausbalanziert oder in Schieflage, berechenbar oder unberechenbar sein, das kann nicht bezweifelt werden, aber steht man nicht immer unter der Herrschaft von jemand oder -entpersonalisiert, aber dennoch mit Menschen im Hintergrund – etwas? Des Diktators und seiner Machtsprüche in der Gewaltherrschaft, dem Agreements von Aristokraten und Wirtschaftsmächtigen in oligarchischen Verhältnissen, unter der Herrschaft von Gerichten und des anonymen Wahlvolks, von Gerichtssprüchen und Wahl- und Abstimmungsentscheiden auch in der liberalen Demokratie – auch in der vermeintlich anarchistischen Basisdemokratie? Es ist richtig, dass in liberalen Demokratien alle Gesetze und Entscheidungen immer wieder in Frage gestellt werden dürfen, aber die Rechtsordnung erhebt dennoch den Anspruch, dass ihr Folge zu leisten ist.

 Nicht bestritten werden kann, dass es Abwesenheit von Staat (veregelte Zwangsorganisation der Gesellschaft) gab und gibt.  Auch kleinteilige gesellschaftliche Strukturen sind jedoch nicht unbedingt herrschaftsfrei und können sogar drückend asymmetrisch sein: Vertragsschließende müssen sich nach Aushandlung dem vertraglichen Vereinbarung beugen, (Ehe-)Partner im günstigsten Fall dem gefundenen Konsens. Man sagt: „Es herrscht eine Vereinbarung zwischen uns.“ Es können auch nackte Machtverhältnis an die Stelle des legitimierten Herrschaftsverhältnisses treten. Bei der Zeitreise rückwärts oder der ethnologischen Exkursion finden wir Stammesgesellschaften vor: hier gilt das Wort der Ältesten, des Häuptlings oder des Familienoberhaupts, der Stammeskonses, überlieferte Gesetze der Fehde, Blutrache und Ehre bestimmen den Alltag eines Menschen, Verstoß gegen gültige Moralvorstellungen werden mit der Ausstoßung aus dem Stamm geahndet, was auf ein faktisches Todesurteil hinauslaufen kann. Zweifellos „fehlt“ hier feudale Herrschaftlichkeit, aber mit Zwang verbundene Machtausübung ist auch hier vorhanden. Der liberale Denker Friedrich A. Hayek meint sogar, Freiheit sei überhaupt erst ein Artefakt der Zivilisation. Anarchisten, die auf Stammesverhältnisse wiederbeleben wollen, übersehen  möglicherweise, dass hier soziale Kontrolle Staatlichkeit erübrigt, diese aber in modernen Großstädten nicht mehr gegeben ist.

  Aus dem libertär- anarchokapitalistischen Spektrum wird oft vorgetragen, man wisse von Märkten, dass Monopole hier schlecht sein, dies müsse dann auch  im herrschaftlichen Bereich gelten, sodass ein Gewaltmonopol des Staates abzulehnen sei.  Ich glaube nicht, dass sich Marktgesetze so einfach auf Recht und Gewaltausübung übertragen lassen. Ein Marktmonopol mag grundsätzlich abzulehnen sein. Ob der Konkurrenzgedanke für ein globales, territorial gegliedertes Mehrstaatensystem spricht, will ich hier dahingestellt lassen. Die Abwesenheit eines Rechts- und Gewaltmonopols auf ein- und demselben Gebiet bedeutet aber nichts anderes als (Bürger-)Krieg oder ein bürgerkriegsartiger Zustand! Wenn in einem solchen Menschen zwischen die Fronten geraten, können sie verschiedenen Rechtsvorstellungen zugleich ausgesetzt sein und sich nie „richtig“ verhalten, je nachdem werden sie von dieser oder jener Kriegspartei für die gleiche Verhaltenswese belohnt oder abgestraft. Die Menschen können dann ohne Zusatznutzen auch mehrfacher Abgabepflicht unterliegen, etwa gegenüber kriminellen und/oder politischen Untergrund-Gruppierungen, gegenüber der Staat das Gewaltmonopol nicht durchzusetzen in der Lage ist. Konkurrenz von Recht bedeutet Rechtsunsicherheit.

Dem Konkurrenzgedanken wird in der Demokratie durch eine Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Parteien Rechnung getragen, die das Gewaltmonopol personell und inhaltlich unterschiedlich auszufüllen anbieten. Nur bei besonders drückender und unerträglicher Ausfüllung des Rechts- und Gewaltmonopols könnte der Kriegszustand vorzuziehen sein.

 Liberale sollten vor diesem Hintergrund dieser Diskussionen aufzeigen, wie unter der von Ihnen einst geforderten Herrschaft des Rechts, die sicher die heutige fortschreitende Verrechtlichung aller Lebensgebiete angestoßen hat,  Spielräume für individuelle Freiheit und Privatautonomie geschaffen werden können und durch Gewaltenteilung kontrollierte Staatlichkeit mit menschlichen Repräsentanten akzeptiert werden muss, um Freiheit mittels Zwang durchzusetzen.   Ich gebe zu bedenken, dass der  Gegensatz von Herrschaft und Freiheit in einer Herrschaft der Freiheit aufgelöst werden könnte. Zumindest eine Überlagerung personaler Herrschaft durch abstrakte Prinzipien, die allerdings von Menschen mitgetragen werden müssen, ist vorstellbar. Zumal in der deutschen Sprache herrscht immer irgendetwas: Es herrscht Ordnung, Krieg, Frieden, das Chaos, das Gesetz der Straße, Eintracht oder Zwietracht usw. Im Plural herrschen die ökonomischen Sachzwänge. Es ist  sprachlich im Deutschen auch ohne weiteres möglich zu sagen: Hier herrscht Freiheit! –  Auch wenn Erich Fried meint, dies sei eine Lüge.

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6 Antworten zu “Freiheit von Herrschaft oder Herrschaft der Freiheit?

  1. Wo Hume ist, ist auch Zeitgenosse Rousseau nicht weit, der nicht „zurück zur Natur“ wollte, wie ihm Voltaire einst unterstellte, sondern in der Natur, deren (Un-) Ordnung, ein Beispiel zu erkennen vermochte für Menschliches.

    Schon ihm waren hohe Staatsschulden wesentliches Kriterium für Unfreiheit, Selbstliebe (nicht Eigenliebe) Charakteristikum innerer Freiheit sowie das Bestreben, jeglicher Vorherbestimmtheit im Leben zu entgehen Voraussetzung, dem Geschmack von so entfalteter äußerer Freiheit die erstrebte Süße beizufügen.

    Seine Vita belegt auf dramatische Weise, daß er aus eigener bitterer Erfahrung, ja existentieller Not, wußte wovon er sprach, besser: dachte.

    Daher auch forderte er den Verzicht auf die Wut (!) des Vergleiches sowie das tückische Spiel des versteckten (!) Eigennutzes, weil damit vom Wesentlichen fort jeder Überblick verloren zu gehen drohte.
    (Nebenbei: Sehr aktuell im gegenwärtigen Subventionsstaat.)

    Die Betrachtungen zur Freiheit können einerseits nie allgemein genug ausfallen, andererseits nicht häufig genug individuell belegt werden.

    Praktische Anwendungen empfehlen sich einstweilen etwa darin, per Legislatur, pro annum oder auch in kürzeren Abständen die Unzahl überflüssiger Regeln, Gesetze, Verordnungen etc. auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene (natürlich auch und vor allem für Ausgaben) peu a peu abzuschaffen, sich jeder neuen Gesetzgebung zunächst prinzipiell zu verweigern und Abgaben und Steuern jeglicher Art niemals zu erhöhen, sondern nur in den vorbeschriebenen Abständen zu senken oder abzuschaffen.

    Läßt sich auf diese Weise das aktuelle (Staats-) Monsterprinzip grundsätzlich umkehren, wäre allein dies schon der halbe Sieg auf dem langen Weg zum Prinzip Freiheit.

    Allerdings verhindert auch das nie, sich in der Komplexität der Problematik zu verirren.
    Gelegentliche Besinnung an der inneren Freiheit arbeitend die Distanz zur Aktualität wieder herzustellen, um deren Kehrseite ahnen zu können, bleibt daher von Nutzen.

  2. @ Burkhard von Grafenstein

    Alles gut und schön außer daß ich bei dem großen Liberalen David Hume ganz anders als bei seinen Zeitgenossen Adam Smith und Rousseau noch nie ein Haar in der Suppe finden konnte. Würde mich jedenfalls interessieren, wo Hume etatistisch-sozialistische Ansichten vertreten hätte. Wäre mit seinem sonstigen philosophischen und ökonomischen, insgesamt sehr klaren und widerspruchsfreien Denken, unvereinbar.

    Überschrift und letzten Absatz mit den beiden „Herrschaften“ von Recht bzw. Freiheit, verstehe ich nicht, mir zu abgehoben, begrifflich so nicht nachvollziehbar.

    Recht hat als Zwangsordnung mit Freiheit allenfalls dann zu tun, wenn es die Freiheit schützt. Das tut es nur, wenn es sich inhaltlich darauf beschränkt, zwischenmenschliche Gewalt (inclusive Betrug) zu unterbinden. Das ist ein materielles, kein bloß formales Kriterium.

    John Hospers, „Libertarianism“
    Website: johnhospers.com/Articles/

  3. Wenn heute alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens dem Gestaltungswillen des Gesetzgebers geöffnet werden, erscheint das als Fortsetzung des Staatsbilds unseliger Zeiten, von denen sich das „Grundgesetz“ nicht wirklich gut absetzen konnte.
    Zwar sollte das neu implementiere Verfassungsgericht die Bürger vor der Machtausübung des Staates schützen, jedoch präferieren die Männer und Frauen, denen die Auslegung der deutschen Nachkriegsverfassung angetragen ist, im Zweifelsfall wieder einmal den Staat, diesmal in seiner „demokratischen“ Variante – und zeigen der Staatsgewalt viel zu selten die rote Karte:
    In 58 Jahren wurden 175.000 Verfahren entschieden. Dabei wurden nur in 611 Fällen Gesetze oder einzelne Vorschriften beanstandet (Papier, 2009).
    Aber wenn z.B. der Bochumer Staatsanwalt (zusammen mit der Presse – welche Koinzidenz) frühmorgens dreimal klingelt, hat er einen Haftbefehl dabei – ein Fortschritt. Die durch eine Transaktion mit Kriminellen erlangten Beweismittel reichen jedoch dem Richter immer noch nicht aus, die Unterschrift darauf abzulehnen.
    In den USA unterliegen solche „Beweise“ – Kauf von gestohlenen Daten-CDs durch Behörden – einem Verwertungsverbot („Fruit-of-the-poisonous-tree“). Werden geheime Daten des deutschen Staates veröffentlicht, führt dies fast immer zur Strafverfolgung. Greifen jedoch die Behörden auf illegal beschaffte Daten zu, wird dieses Verhalten auf einmal rechtlich akzeptabel  offensichtlich gesteht das BVerfG dem Staat Privilegien zu.

    Gedeckt durch die vom BVerfG nicht aufgehobenen Vorrang-Position konnte uns die Politik mit Vorschriften (und Schulden) in einem unglaublichem Umfang überziehen – die 120.000 Seiten EU-Recht im „acquis communautaire“. 1856 beschrieb Alexis de Tocqueville in „L’Ancien Régime et la Révolution“ das vorrevolutionäre Frankreich als regulierend, diktierend und bevormundend für den privaten Bürger. Und heute darf der Staat – vertreten durch die Politik – eher noch mehr bevormundend bestimmen, was den Bürgern an Freiheit zustehen soll – wohl, weil er jetzt „demokratisch“ ist.

    Die Dichotomie von privater Freiheit und einem steuernden Staat ist nach kurzer Zeit wieder neu entstanden. Der „demokratische“ Staat ist zu einem riesenhaften Gebilde mutiert, das jeden Winkel der menschlichen Existenz durchreguliert und politisch neu strukturiert hat. Damit orientiert sich Deutschland faktisch zurück, weg von der Freiheit, hin zu seiner altbewährten [???] mentalen Basis – dem Sozialismus (Sennholz).

  4. Abwesenheit von Staat im Sinne anarchistischer Theorie bedeutet Akzeptanz der Goldenen Regel durch alle militaerisch wesentlichen Organisationen. Wo mehrere Buergerkriegsparteien um das Gewaltmonopol kaempfen, und eventuell mehrere Organisationen beim Buer „Steuern“ eintreiben, haben wir keine anarchistische Gesellschaft, sondern eben nur Moechtegern-Staaten im Machtkampf.

    Die Rechtfertigung des Staates darauf aufzubauen, dass es noch schlimmer kommen kann, wenn nicht eine verbrecherische Organisation die Macht hat, sondern mehrer darum kaempfen, ist ziemlich schwach. Aber mehr ist wohl nicht drin, wenn man eine Organisation verteidigen will, die die Grundlage jeder menschlichen Moral – die Goldene Regel – nicht anerkennt und fuer sich selbst Monopolrechte einfordert.

  5. @xRatio David Hume ging davon aus, dass Menschen sich strikt an allgemeinen Gerechtigkeitsregeln orientieren müssen, wenn sie durchs Leben kommen wollen. Die heutigen ellenlangen Spezialgesetze, die sich wie Bedienungsanleitungen für Hifi-Anleitungen lesen und in die allerlei Lobby-Interessen eingeflossen sind, haben damit in der Tat nicht mehr allzuviel zu tun.

  6. Menschenrechtsaktivist

    Rechtsstaat? Bürgerrechte? Menschenrechte? Grundgesetz? Gewaltenteilung? Freiheit und Gerechtigkeit? Gesundheitsschutz?
    Leider wird all zu oft in deutschen Schulen und Universitäten von einer Forderung des Grundgesetzes schon auf deren Realisierung geschlossen. Die Realität wird nicht auf den Prüfstand gehoben, im Gegenteil: Wer in Deutschland nach der Verfassungswirklichkeit gefragt wird, pflegt oftmals nur das Grundgesetz aufzuschlagen um dann zu behaupten, dass das Wirklichkeit ist, was nach der Zielvorstellung des Grundgesetzes Wirklichkeit sein soll, allein weil es dort so geschrieben steht. Das ist irreführend…. Die Organisationsstrukturen des kaiserlichen Obrigkeitsstaates blieben bis heute erhalten. Die deutsche Gewaltenteilung steht nur auf dem Papier. (Weiteres, auch über die Ämterpatronage z.B. unter http://gewaltenteilung.de/idee.htm = Homepage eines ehemaligen Richters). Irreführung ist übrigens eine kriminelle Handlung.
    Nach dem Ex-Richter Rudolf Wassermann befinden wir uns in einem schleichenden Übergang von einer parlamentarischen Demokratie in einen „Rechtsprechungsstaat“ unter der Leitung der Richter, die wiederum in ihrer Struktur obrigkeitsstaatlich und „kritikfrei“ rückwärts gewendet orientiert sind … Einzelnen wird kein Recht gewährt, weil sonst intern Köpfe rollen müssten (vgl. auch http://www.locus24.de/foc/foc-0002.html ).
    Zur Ämterpatronage innerhalb der Richterschaft und zum fiktiven Rechtsstaat kann man auch von einem weiteren ehemaligen Richter z.B. unter http://www.odenwald-geschichten.de/?p=682 erfahren. Ein weiterer Ex-Richter hat unzählige Kollegen erlebt, “die man schlicht ‘kriminell’ nennen kann” (vgl. http://www.odenwald-geschichten.de/?p=1740 ).
    Geschriebene Worte wie Gesetze und Verfassungen können trotz aller Beteuerungen nicht einen Rechtsstaat herbeiführen.
    Ein Problem für sich war und ist ….. der einseitige Gebrauch und Missbrauch von Macht und Recht. Im Internet gibt es unter http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/695/pdf/25_Kopp_EBook.pdf einen Aufsatz dazu.
    Der Staat will Bürger arm machen. Diese Erkenntnis basiert auf der juristischen Überprüfung von hunderten Rechtsfällen, s. http://unschuldige.homepage.t-online.de/flugblat.htm .
    Ausbeutung scheint in Ordnung zu sein und Ausgebeutete scheinen als selber Schuld zu gelten.
    Deutschland liegt beim Anlegerschutz weit hinter Ruanda und Burundi! (vgl. http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=11032 ).
    Wie sieht es bei der Rechtspflege und den Bürgerrechten bis zum Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aus?
    Der Rechtsstaat steht nur auf dem Papier. Der positive Sinngehalt der einschlägigen Gesetze wird in den Köpfen der zuständigen Beamten derart deformiert, dass vom ursprünglichen Gesetzeszweck so gut wie nichts davon übrig bleibt. Was nützt der beste Rechtsstaat auf dem Papier, wenn er in die Köpfe und die Herzen der Menschen, die ihn vertreten sollen, keinen Eingang finden kann?(vgl. http://www.wengert-gruppe.de/wengert_ag/news/2003/SteuerstrafverfinDeutschland.pdf )
    Gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen (nebst Justizministerien, Petitionsausschüssen etc.) fehlt wegen gewollter Verdrehungsabsicht der Tatsachen und der Rechtslage zumeist eine plausible Begründung, oft sogar die Sachbezogenheit (s. http://unschuldige.homepage.t-online.de/default.html ).
    Problematisch ist auch die faktische Unmöglichkeit, Richter und Staatsanwälte wegen Rechtsbeugung zur Rechenschaft zu ziehen. Beim Bürger erwecken die vom Bundesgerichtshof hiergegen errichteten hohen Hürden den fatalen Eindruck, dass die Juristen aus falsch verstandenem Corpsgeist einander schonen nach dem Motto „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.“ ( vgl. http://www.hu-marburg.de/homepage/humr/gettext.php?id=515 ).
    Der psychologische Abwehrmechanismus insbesondere der Justiz funktioniert perfekt (siehe dazu Schneider AnwBl. 2004.333), alles läuft darauf hinaus, die Unantastbarkeit richterlichen Verhaltens zu stärken und den Staat von dem Einstehen für ihm zuzurechnendes Unrecht freizustellen. Die einzigen Juristen, die sanktionslos die Gesetze verletzen dürfen, sind die Richter! Wenn aber die Rechtsunterworfenen richterliche Fehlurteile und richterliche Pflichtverletzungen ersatzlos tragen müssen, dann sind die Kriterien eines Rechtsstaates nicht mehr erfüllt. Und so bleibt am Ende die Erkenntnis: Einen Rechtsstaat, wie er den Verfassern des Grundgesetzes vorgeschwebt hat, den haben wir nicht, und wir entfernen uns ständig weiter von diesem Ideal. s. http://www.hoerbuchkids.de/hu/mr/homepage/justiz/info.php?id=134 .
    Von Ärzten konnte ich erfahren, dass sie mit Rügen und Regressen bestraft werden, wenn sie ordentlich beraten und Medikamente verschreiben. Meine Eltern sind pflegebedürftig und brauchen viele Medikamente, die Ärzte nicht verschreiben wollen. Ein Arzt erzählte mir von ca. 7000 €, ein anderer von ca. 11000 €, die er als Regress zahlen musste. Sie haben auch Angst vor dem Prüfungsausschuss ( http://www.arztwiki.de/wiki/Pr%C3%BCfungsausschuss ).
    Herrschende pflegen auch einen Zusammenhalt.
    In dem arte-Video „Unser täglich Gift“ ( http://www.youtube.com/watch?v=ghGm51AobGw&playnext=1&list=PLA295763D18767345 ) gibt ein Insider zu, dass von Verantwortlichen Fehler nicht zugegeben werden, weil das einen Vertrauensverlust bedeutet und Kritikern Tür und Tor öffnet. Es könnte behauptet werden, dass nicht nur einer, sondern viele Fehler gemacht wurden und das gesamte Verfahren könnte in Frage gestellt werden.
    Es ist auch bezeugte Gerichtspraxis: „Einzelnen wird kein Recht gewährt, weil sonst intern Köpfe rollen müssten“ (vgl. http://www.locus24.de/foc/foc-0002.html ).
    Was wir bekommen ist noch viel schlimmer als STASI und GESTAPO zusammen, meint Prof. Albrecht- http://politikforen.net/showthread.php?131970-Die-deutsche-Polizei-l%C3%B6st-sich-immer-mehr-vom-Rechtsstaat .
    Weitere themenbezogene Links z.B. unter http://www.rechtsverweigerung.de/Links.html .
    Sicher bringt das menschliche Verhalten den ohne wirksame Kontrollen wirkenden Obrigkeiten ein Wohlbefinden zu Lasten der Untertanen, unser aller Gesundheit leidet allerdings darunter.
    Die Abhängigkeit vom Volk ist zweifellos das beste Mittel, staatlicher Macht Schranken zu setzen; aber die Menschheit hat aus Erfahrung gelernt, dass zusätzliche Vorkehrungen nötig sind (vgl. http://www.gewaltenteilung.de/demokratieprinzip.htm ). Geschriebene oder gesagte Worte sind es jedenfalls nicht.

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