Gedenktag! Für wen?

Detmar Doering

Heute vor 43 Jahren wurde Che Guevara getötet. Das verpasste ihm endgültig den Status des Heiligen und Märtyrers, dessen Konterfei allüberall und millionenfach auf T-Shirts  und Ansteckbuttons prangt.

Er war kein langweiliger Schreibtischtäter. Er war ein Mann der Tat, der das  persönliche Anführen von Hinrichtungskommandos (nicht nur gegen Battista-Anhänger, sondern auch gegen kritische Linke, Ex-Mitstreiter, demokratische Oppositionelle und – vor allem auch! – gegen Schwule) als köstlichen Spaß empfand. Hätte er Atombomben gehabt, so beteuerte er stets, hätte er sie sofort und ohne Zögern auf New York geschossen. Und er wirkte glaubwürdig dabei. Selbst so fromme  und wohlmeinende Menschen wie Usama bin Laden haben nie einen so weitreichenden und kühnen geistigen Horizont beim Anstreben des Paradieses auf Erden aufbringen können.

Vor allem aber war er wortgewaltig: ,,Mein größter Traum ist es, eines Tages zu einer Tötungsmaschine zu werden!“

Oder: ,,Wenn ihr euch der Loyalität eurer Mitstreiter unsicher seid, dann erschiesst sie einfach!“

Mit solchen Worten ist er den Menschen als wahrer Humanist in Erinnerung geblieben. Als empfindsamer und freigeistiger Gutmensch hat er die Herzen  Linksromantiker mit Sanftheit erobert. Für sie wird heute wohl ein Gedenktag sein.

Gut, dass es auch Menschen gibt, die daran erinnern, was für ein  Schlächter und Terrorist der Mann war, der sich einmal selbst als „Stalin II“ bezeichnete, und dass man besser seiner unzähligen Opfer gedenken sollte.

Hier und hier noch kleine Lesetipps zum heutigen Gedenktag. Und auch noch ein passendes T-Shirt dazu!

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8 Antworten zu “Gedenktag! Für wen?

  1. jaja mit dem richtigen marketing ( würde man heute sagen ) können selbst solche menschen zu heiligen werden.

  2. Kurz und prägnant. Klasse geschrieben. Das bleibt hängen.

  3. Neidhardt Grimmig

    Sowohl Gustav von Rochow mit seinem „beschränkten Untertanenverstand“ als auch Joschka der Taxifahrer mit seiner „populistischen Falle“ haben durchaus recht, so sauer es mich ankommt, das zu sagen, denn ich bin von geringer Herkunft. Trotzdem gehört Jossele auf den Pfahl…

  4. Das stimmt alles. Dennoch wird er für ein Symbol der Befreiung — allerdings einer Art „Volksbefreiung“. Es wird behauptet, daß er wesentlich besser war als Fidel Castro. Solche Sagen kursieren, aber niemand weiß, ob sie stimmen.

    In Kuba ist er halt ein nationales Symbol.

    Luis

  5. Pingback: Offener Brief zu Che Guevara |

  6. wem soll man überhaupt was glauben, all die Menschen die über Che Bücher, Zeitungsartikel , Abhandlungen usw. geschrieben haben, nur vom Hören, Sagen ? Hat nur ein einziger dieser ,, Verfasser ,, mit Che selbst gesprochen ? oder einem seiner Gefolgsleute ? die heute übrigens lt. Interw. noch heute zu ihm stehen ( übrigens im TV gesehen !! ) oder war das auch gestellt ?

  7. das Che kein ,, Heiliger ,, war ist bekannt , doch möchte ich nur einen einzigen Menschen sagen hören : Ich hab mit ihm selbst gesprochen , dann vielleicht würde ich dem Glauben schenken , aber so wie es aussieht bestehen die ganzen Gerüchte nur aus ,, Besserwissern ,, die sich interessant vorkommen . Auch Professoren sind keine Intelligenzbestien !!
    Ergo, ich glaub nur das was ich sehe und von den betref. Menschen selbst gehört habe .
    An alle die meinen die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben.

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