Monetarisierung der Staatsschulden

Gérard Bökenkamp

„Drei der wichtigsten oder mächtigsten Notenbanken der Welt – die Fed, die Bank of Japan und die Bank of England – bekennen sich mittlerweile öffentlich zu einer Politik des „Quantitative Easing“. Die EZB hat dieses Bekenntnis noch nicht öffentlich geleistet. Offenbar ist die Hemmschwelle in Europa noch etwas höher als im Rest der Welt. Allerdings dürfe es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die europäischen Zentralbankbürokratien diese geldpolitische Grenzen überschreiten und es den Kollegen gleichtun werden.“ Das schrieben die Finanzanalysten Roland Leuschel und Claus Vogt in ihrem Buch „Die Inflationsfalle“, das im letzten Jahr veröffentlicht wurde. Mit der Erklärung der EZB Staatsanleihen aufkaufen zu wollen  hat sich dieser Teil ihrer Vorhersagen erfüllt.

„Quantitative Easing“ ist ein anderer Begriff für „Monetarisierung der Staatsverschuldung“. Monetarisierung der Staatsschuld bedeutet, dass Schuldtitel der Regierungen von der Zentralbank mit geschöpftem Geld aufgekauft werden. Die Regierung müssen dann ihre Defizite weder durch Sparanstrengungen, noch durch Steuererhöhungen finanzieren. Die Mittel für die Begleichung der Staatsschulden kommt direkt aus der (elektronischen) Druckmaschine.  Gemäß der Bestimmungen des EU-Vertrages darf die EZB nicht direkt bei den Regierungen Anleihen ankaufen. Sie muss über die Sekundärmärkte Staatsanleihen erwerben.  Die Kritiker wie Leuschel und Vogt sehen in dieser Politik den Einstieg in die Geldentwertung.

Informationen

Roland Leuschel, Claus Vogt: Die Inflationsfalle, Weinheim 2009

Artikel in der ZEIT

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2 Antworten zu “Monetarisierung der Staatsschulden

  1. Klar ist US-QE Monetarisierung der Staatsschuld und (nicht nur) halb kriminell. Typischerweise versuchen sich sozialistisch verfärbte Regierungen mit derartigen Betrügereien um Austerity (oder Steuererhöhungen) herumzudrücken. Der US-Congress erlaubt vorläufig – Vernunft sei gepriesen – keine weitere Verschuldung und verlangt (libertär geprägt) Einsparungen, was keine Regierung gern vernimmt und Nr. 44 das schöne Umverteilungsprogramm vermiest. Die teuflische QE-Monetarisierung führt direkt zu der gigantisch (fast) kostenlos kreditgehebelten Geldverteilung der WallStreeter, wodurch zunächst im Ausland vermittels des anwachsenden US-$-Carry-Trades (bald) alle Preise inflationierten, um anschließend über höhere Kosten für Produkte (großenteils auch „US-Waren“ wie etwa alle apple-Geräte, draußen gefertigt) in das Homeland zu schleichen. Dort (und anderswo) stiegen Umsätze, jedoch nur nominal wg. Inflationsimport, und erzeugten eine brüchige und nur scheinbare Erholung, welche soeben erwartungsgemäß wieder zusammenbricht. Die Camarilla um Nr. 44, Tim und Ben ist höchst gefährlich für den US-Bürger und die ganze Welt. Solche Leute gehören nicht an die Hebel der Macht. Sie verzocken nicht allein der Oma ihr klein Häuschen – sondern gleich alles andere mit.

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