Gérard Bökenkamp
In der Debatte über die Zukunft des Euro dominiert bisher ein Alles oder Nichts. Entweder alle Staaten blieben im Euro, oder der Euro werde abgewickelt und die Eurostaaten kehrten zurück zu ihren nationalen Währungen. Dieser Verlauf der Diskussion unterschlägt, dass es zwischen diesen zwei Extremen auch einen mittleren Weg gibt.
So mag es Krisenstaaten geben, die am Ende durch eine enorme politische und ökonomische Kraftanstrengung ihre Haushalte sanieren und ihren Arbeitsmarkt reformieren. Für diese Staaten war der Euro dann sogar ein Vorteil, weil er die notwendigen Reformen erzwungen hat, die wahrscheinlich anders politisch nicht durchsetzbar gewesen wären. Einige Staaten werden sich dazu aber wohl nicht in der Lage sehen. Das zeigt, dass flexible Antworten auf die Krise notwendig sind.
Im Europa-Manifest der Friedrich Naumann-Stiftung für die Freiheit, das von einer Kommission - geleitet von Herman Otto Solms – erarbeitet und vom Kuratorium der Naumann-Stiftung verabschiedet worden ist, heißt es dazu:
„Gerade das Beispiel der Währungsunion zeigt, wie notwendig flexible Lösungen sind. Wenn ein Land politisch und ökonomisch dem Druck einer Hartwährung nicht gewachsen und sichtlich überfordert ist, seine Wettbewerbsfähigkeit und Schuldentragfähigkeit innerhalb der Währungs-union wieder herzustellen, gefährdet es auf diese Weise den Fortbestand der Währungsunion als Ganzes. Deswegen sollte in Zukunft neben der Möglichkeit einer Staaten-Insolvenz innerhalb des Euro darüber hinaus eine Möglichkeit für Euro-Staaten geschaffen werden, sich ganz oder für eine Übergangszeit aus der gemeinsamen Währung zurückzuziehen, verbunden mit einem Rückkehrrecht, das an klare Konditionen gebunden ist.”
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Veröffentlicht unter Finanzen, Geldpolitik