Warum die E-Mobilität nur eine Nische bedient

Steffen Hentrich

Trotz großer Versprechungen und politischer Zielsetzungen kommt die Elektromobilität nicht richtig aus den Startlöchern. 2014 haben E-PKWs nur einen 0,01-prozentigen Anteil am gesamtdeutschen PKW-Bestand. Kein Wunder, wie man den jüngsten Shell PKW-Szenarien bis 2040 auf Seite 47f entnehmen kann (siehe Grafik) weisen  die den Strom für den Antrieb speichernden Lithium-Ionen-Batterien nur einen Bruchteil der Energiedichte der konventionellen Kraftstoffe auf.

Quelle: Shell PKW-Szenarien bis 20140

Quelle: Shell PKW-Szenarien bis 20140

Das führt zu niedrigen Reichweiten oder einer hohen Batterie- und Fahrzeugmasse, sollen akzeptable Reichweiten erreicht werden. Damit ist der Einsatzradius und -zweck eines E-PKWs klar beschränkt. Zudem fehlt es an einem kostengünstigen Stromtankstellennetz, dessen Aufbau und Erhalt sich nur bei ausreichend großen PKW-Flotten und damit Stromabsätzen über einen längeren Zeitraum lohnt. Solange die E-Mobilität jedoch aus technologischen Gründen nur Nischen bedienen kann, lohnt sich auch der Aufbau dieser Infrastruktur nicht.

Nehmen uns neue Technologien die Jobs weg?

Detmar Doering

Die Furcht, dass neue Technologien  Arbeitsplätze kosten könnten, ist ist so alt wie die Erfindung des Rades. Fast immer war sie unbegründet, weil in Wirklichkeit mehr neue Arbeitsplätze durch die neuen Technologien geschaffen wurden. Heute fürchten viele Menschen die neue Robotertechnik und das Aufkommen künstlicher Intelligenz. Tim Worstall beruhigt die Menschen in diesem Beitrag des Adam Smith Institutes. Ja, es werden einige Jobs wegfallen, aber dafür werden viele neuartige dazukommen. Das sei der normale Gang jeder innovativen Wirtschaft.

Vom Sinn des Bankgeheimnisses

Peter Altmiks

Als das Kontenabrufverfahren gemäß § 24 c KWG 2003 eingeführt wurde, schien gegen die damals vorgeschobene politische Begründung “Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung” kein Kraut gewachsen. Allerdings wollte der Staat den Kontenabruf von vornherein für steuerliche Zwecke, gegen Sozialmissbrauch und weitere Zwecke (z.B. bei der Ermittlung des Vermögens im Rahmen der Ausbildungsförderung) einsetzen. Der neoautoritäre Staat nimmt sich das Recht heraus, in jedes Konto der Bürger zu schauen, um angebliche „Steuersünder“ und “Sozialleistungsbetrüger” aufzuspüren. Alle werden zu gläsernen Steuerbürgern, die Unschuldsvermutung gilt nicht mehr. Offensichtlich hält die Regierung alle Bürger für potentielle Steuerbetrüger. Der demokratische Staat mutiert so immer mehr zu einem Überwachungsstaat. Weiterlesen

Sharing Economy und Wettbewerb

Detmar Doering

Die “Sharing Economy” ist ein zutiefst ökonomisches Phänomen. Sie bringt Wettbewerb dorthin, wo früher nur eine dichte Regulierung angemessenen Kundenschutz garantieren konnte, die jetzt durch neue Technologien überflüssig geworden sind. Uber als Konkurrent des traditionellen taxigeschäfts sei erst der Anfang, meint Carina Lindener in diesem Ordnungspolitischen Kommentar. Auch für Hotels und andere Branchen gebe es Potentiale.

Arm und glücklich?

Detmar Doering

Wachstum und Wohlstand garantieren kein Glück. Sie machen eher sogar noch unglücklicher. Sie sind allenfalls erträglich, wenn der Reichtum schön vom Staat umverteilt wurde. Diese und andere Behauptungen kursieren seit längerem in den Feuilletons. Muss man das glauben oder bringt es eher die Politik auf Abwege? Diese Broschüre des Institute of Economic Affairs stellt sich genau diese Fragen. Fazit: Wohlstand in Freiheit ist immer noch der beste Garant für Glück.

Mehr Investitionen durch weniger Wettbewerb?

Steffen Hentrich

EU-Kommissar Oettinger hat vor einigen Tagen eine brilliante Idee in der Presse präsentiert: mehr Investitionsanreize im Breitbandausbau durch eine Einschränkung der Bürger beim Anbieterwechsel. Klingt irgendwie gut, dass eine Zwangsbindung der Kunden den Unternehmen Planungssicherheit gibt. Einziges Problem: Alle Erfahrungen mit Monopolsituationen einzelner Wettbewerber zeigen, dass dadurch weniger, nicht mehr investiert wird. Es ist ja gerade der Wettbewerb um neue Kunden, der die Internetanbieter dazu motiviert den Verbrauchern schnellere Internetzugänge zu offerieren. Gerade das frühere staatlich geführte Fernmeldewesen war berühmt und berüchtigt für seine veraltete Infrastruktur und Fehlinvestitionen. Erst nach der Liberalisierung der Telekommunikation gingen die Preise richtig in den Keller und die Fahrt auf der Datenautobahn richtig durchstarten. Die derzeitige Debatte um die Breitbandentwicklung wird ohnehin seit geraumer Zeit wieder sehr planwirtschaftlich geführt. Da ist viel von einer prozentualen Anbindung der Verbraucher an Hochgeschwindigkeitsnetze die Rede und davon, dass jeder den gleichen Zugang dazu haben sollte, wenig wird aber darüber diskutiert, inwiefern die Breitbandnetze auch zu kostendeckenden Preisen von den Verbrauchern nachgefragt werden. Europa ist mal wieder dabei die Planwirtschaft auf einen weiteren Sektor zu erweitern. Dass dabei die Wahlfreiheit der Verbraucher und der Wettbewerb zur Disposition stehen ist nur eine logische Folge der staatlichen Wirtschaftslenkung.

Oregon, Colorado und die Gentechnik

Detmar Doering

Fast unbemerkt über der Niederlage für Präsident Obama bei den US-Senats- und Gouverneurswahlen blieben hierzulande zwei Sachabstimmungen, die eigentlich besondere Aufmerksamkeit verdienten. Die Wähler in Oregon und Colorado haben einem Antrag eine Absage erteilt, der für Produkte, die gentechnisch veränderte Substanzen enthalten, Warnlabel vorschreiben wollte. Dem kam eine gr0ß angelegte Metastudie zuvor, die – wie der Economist hier berichtet – die Unwissenschaftlichkeit vieler Anti-Gentechnik-Positionen eindeutig belegte. Es wäre interessant zu wissen, wie so eine Abstimmung im weitaus irrationaleren Meinungsklima in Deutschland ausgehen würde.