Konsumstau durch Deflation?

Detmar Doering

Die gegenwärtige lockere Geldpolitik wird unter anderem damit gerechtfertigt, dass sie deflationäre Risiken verhindere. Diese schwächten die Wirtschaft durch einen Konsumstau. Die Konsumenten würden den Konsum in Erwartung noch niedrigerer Preise zurückstellen. Diese Behauptung ließe sich statistisch nicht erhärten, stellt Henning Klodt in dieser Studie des Instituts für Weltwirtschaft fest.

Ein ehemaliger Möbelhändler wird Präsident Indonesiens

Moritz Kleine-Brockhoff

Zwei Wochen nach Indonesiens Präsidentschaftswahl hat die Wahlkommission Joko Widodo zum Sieger erklärt. Widodo erhielt 53,15 % der gültigen Stimmen, Gegenkandidat Prabowo Subianto 46,85 %. Damit entgeht die drittgrößte Demokratie und das größte überwiegend muslimische Land der Welt einer Katastrophe. Kandidat Prabowo hätte wie eine Mischung aus Chavez und Putin regiert und dabei auch noch konservative Islamparteien zufriedenstellen müssen. Gewinner Widodo wird einen neuen, volksnäheren Politikstil einführen. Allerdings ist offen, ob er hohe Erwartungen erfüllen und den Herausforderungen des riesigen Landes gewachsen sein wird.

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Laffer-Kurve erklärt

Detmar Doering

In den 80er und 90er Jahren war seine Theorie Grundlage vieler Steuerreformen. Der US-Ökonom Arthur Laffer hatte die These aufgestellt, dass ab einem bestimmten Punkt ein Mehr an Steuern weniger Staatseinnahmen generieren, weil sie die Wirtschaft abwürgten. Das war die Geburt der “Laffer-Kurve”. In diesem Interview erklärt Laffer seine aktuell gebliebene Idee und sagt uns auch noch, was er von Sündensteuer, Flat Tax hält und vielem mehr.

Alter Paternalismus in neuen Schläuchen

Detmar Doering

Paternalismus mag eigentlich niemand, weil niemand gerne Befehle entgegen nimmt. Seit einiger Zeit gibt es aber eine neue Form des Paternalismus, der sich – ganz paradox -“libertärer Paternalismus” nennt. Der versucht es nicht mit Befehlen, sondern mit kleinen Anreizen und subtilen Verführungen, die das Verhalten der Menschen ändern sollen. Vor allem sollen Menschen vor sich selbst geschützt werden. Das, so meint Julian Mintert in diesem Beitrag bei Novo, sei aber letztlich genauso ein Akt der Bevormundung wie es das beim “alten Paternalismus” der Fall gewesen sei.

Frankreichs Problem

Detmar Doering

Frankreichs Wirtschaft ist auf dem Weg nach unten. Reformen, die den Trend korrigieren könnten, sind nicht in Sicht. Vor allem: Sie sind nicht mehr durchsetzbar. Formell sieht das französische Modell der “Sozialpartnerschaft” aus wie das in Deutschland. In Wirklichkeit, so berichtet Emmanuel Martin hier bei AtlasOne repräsentierten die “Partner” extrem kleine, aber hochprivilegierte Interessengruppen, die mit der Politik gut vernetzt sind. Die Gewerkschaften leiden an Mitgliederschwund. Das führt zu aggressiver Besitzstandsverteidigung. Kaum in einem anderen Land wird so oft gestreikt. Es müsse ein neuer Grundkonsens geschaffen werden, bei dem mehr Marktwirtschaft und weniger Interessenpolitik zum Tragen komme.

Race to the Bottom? Keineswegs!

Detmar Doering

Zu den Todsünden, derer man die Liberalen beschuldigt, gehört die Sage, dass sie mit ihren Ideen von angemessen niedrigen Steuern und intensivem Steuerwettbewerb ein “race to the bottom” einleiteten. Überall sehe man Staaten, die nicht mehr leistungsfähig seien, weil der Steuerwettbewerb ihnen zu niedrige Steuern aufzwänge. Es ist nicht so recht bekannt, auf welchem Planeten das alles stattgefunden haben soll. Nirgendwo sehe man derzeit einen dramatischen Drang zu niedrigeren Steuern, meint Petr Barton in diesem Beitrag für IREF. Allenfalls stabil blieben sie in einigen Ländern. Aber meist seien sie überall in der Welt in den letzten Jahren gestiegen.

Lohnt sich “Cronyism”?

Detmar Doering

Zu den kaum wahrnehmbaren, aber um so gravierenderen Gefährdungen gehört der “Crony-Capitalism”. Darunter versteht man die Verbindung von Unternehmensinteressen mit der Politik. Oder in anderen Worten: Statt sich dem Wettbewerb mit anderen Unternehmen zu stellen, betreiben Firmen Lobbying bei der Politik, um Vorteile zu erlangen. Das ist offenkundig schlecht für die Allgemeinheit. Aber stärkt es wenigstens das Unternehmen selbst? Diese Studie von Russell Sobel und Rachel Graefe-Anderson (Mercatus Center) zeigt, dass statistisch gesehen das Unternehmen als Ganzes kaum profitiert, wohl aber das Management, dessen Einkommen steigt.