Archiv der Kategorie: Wissenschaft/Technik

Wie erschreckt man mit Statistik?

Steffen Hentrich

Manchmal lohnt es sich doch, den Daten und Quellen der amtlichen Apokalypse näher auf den Grund zu gehen. Dann kann man, wie es Steven McIntyre von Climate Audit getan hat, feststellen, dass der IPCC in seinem jüngsten Gutachten zu den Folgen des Klimawandels (Climate Change 2014: Impacts, Adaptation, and Vulnerability) in bewusster Kenntnis aktueller Quellen veraltete Daten verwendet. Während die aktuellen FAO-Daten nach einer Revision zeigen, dass im vergangen Jahrzehnt die Anzahl der unterernährten Menschen trotz des Klimawandels abgenommen hat, zitiert der IPCC ältere Quellen, die das Gegenteil behaupten. Sollte die Vorstellung von einer sich zum Besseren wandelnden Welt tatsächlich nicht zu den Zukunftsprojektionen des IPCC passen?

Das Federtier in Geiselhaft der Umweltschützer

Steffen Hentrich

Selten liest man in der taz, wie unverblümt der Artenschutz gegen Investitionen in Stellung gebracht wird, ohne das ein zwingender Zusammenhang zwischen der Gefährdung einer Art oder einer ihrer Populationen und der zu bekämpfenden Investition besteht. “Planungsrelevante Arten” werden die tierischen Geiseln der Umweltbewegung genannt, wenn rationale Argumente gegen Bauprojekte nicht mehr helfen. So wird in den beispielsweise eine seltene Wildhuhnart in Stellung gegen das Fracking gebracht. Die Vögel sind zwar nicht wegen der Erdgasförderung gefährdet, sondern weil sie unter intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und natürlichen Feinden leiden, doch das hält die Gegner der unkonventionellen Erdgasförderung nicht davon ab ihren Eintrag in die “Rote Liste” zu missbrauchen. Dabei ist nicht einmal sicher, ob das wenig flächenintensive Anlegen von Bohrlöchern nicht sogar eine Entlastung der Tiere gegenüber der Intensivlandwirtschaft wäre.

Der Hockeystick des Wohlstands

Steffen Hentrich

Es gibt Hockeysticks, die erfordern statistische Tricks, um in Form zu bleiben. Und es gibt Hockeysticks, die von uns allen erlebbar und damit kaum in Zweifel zu ziehen sind. Donald Boudreaux, Wirtschaftsprofessor an der amerikanischen George Mason University, erklärt die Fortschrittsentwicklung der Menschheit in der neuen Serie “Everyday Economics”. Bedauerlich nur, dass diese Hockeysticks in der Klimadebatte gegeneinander in Stellung gebracht werden.

Angst schüren mit Statistik

Detmar Doering

Angstmache ist die Mutter aller illiberalen Politik. Aber wie schürt man Angst? Mit Statistik! Dazu brauche man Statistiken gar nicht zu fälschen, meint Ross Pomeroy hier im Newton Blog. Es genüge schon, dass man die Art der Darstellung auf hinreichend geschickte Weise irreführend gestaltet – und schon sehen die Dinge schlimmer aus als sie sind.

Klimapolitik: Eile mit Weile

Steffen Hentrich

In der Klimapolitik wird seit Jahren auf die Tube gedrückt. Zumindest verbal wird von Regierungsberatern aus den Klimawissenschaften betont, dass der größte Teil der Klimamodelle darauf hindeute, Gefahr sei im Verzug ist und schnellstmögliches Handeln bei der Reduzierung von Treibhausgasen angezeigt. Wohlgemerkt, das legen die Modelle nahe. Doch seit mehr als einem Jahrzehnt, so der kanadische Statistiker und Umweltökonom Ross McKitrick (Lesern dieses Weblogs sicher als Autor unserer Veröffentlichung Energy, Pollution Control and Economic Growth bekannt) in der Financial Post fallen Modellprojektionen und gemessene Temperaturen deutlich auseinander. Während die Modelle in der historischen Rückschau gut mit den Messwerten übereinstimmen ist ihre prognostische Qualität umstritten, weshalb auch der IPCC einräumen musste, dass die Simulationen zu sensitiv auf den Anstieg von Treibhausgasen reagieren. Überzeugende Antworten auf diese Diskrepanz gibt es noch keine, zumal die Klimaforschung in den vergangenen Jahren stets Wert auf die Feststellung gelegt hatte, dass Veränderungen der Erdtemperatur nur zu einem untergeordneten Teil auf natürliche Prozesse zurückzuführen seien.

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Bio gut, alles gut?

Detmar Doering

Der Hauptgrund, warum Menschen Bio-Produkte kaufen und zu sich nehmen, ist die Angst vor Pestiziden. Die, so meint man, gebe es in Bio-Produkten nicht. Das sei falsch, kommentiert Ross Pomeroy in RealClearScience. Bio-Bauern verwendeten durchaus Pestizide, nur eben nicht “künstlich” produzierte, sondern “natürlich” gewonnene. Diese könnten ebenso giftig sein wie die Konkurrenz aus dem Laboratorium. Oft seien sie aber unwirksamer, weshalb die Bauern sie mehr und konzentrierter anwendeten. Das stelle die Behauptung in Frage, Bio-Produkte seien per se gesünder als andere.

Debatten zum ersten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen

Steffen Hentrich

Zum Jahrestag der Enthüllungen von Entward Snowden über die Geheimdienstarbeit der USA-Sicherheitsbehörde NSA im Internet und der damit verbundene Versuch einer nahezu lückenlosen Überwachung des zivilen Datentransfers verschenkt die Webseite netzpolitik.org das E-Book Überwachtes Netz – Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte. Auch der Washingtoner Free-Market-Thinktank Cato-Institute will mit der Debatte The Snowden Files, One Year Later auf seiner Debattenplattform Cato-Unbound dazu betragen, dass das Thema nicht wieder aus der öffentlichen Diskussion verschwindet, sondern politische Konsequenzen für mehr Freiheit im Internet nach sich zieht.