Archiv der Kategorie: Wirtschaftspolitik

Zuwenig Geld?

Detmar Detmar

Leviathan hat genug Geld...

Leviathan hat genug Geld…

Der Staat brauche mehr Geld. Er habe zu wenig davon, um der große Sachwalter der Gerechtigkeit zu sein, der er doch sein sollte. So oder ähnlich lauten die Lamentos jener, die zurzeit die Armuts- und Gerechtigkeitsdebatten im Lande anführen. Grundfalsch sei das, meint Thomas Straubhaar vom HWWI in diesem Kommentar. Geld sei mehr als genug vorhanden. Der Staat müsse vielmehr lernen, vernünftig damit umzugehen.

Falsche Freunde

Detmar Doering

Wer die Marktwirtschaft verteidigen will, muss natürlich auch Banken, Unternehmen und Eigentum verteidigen. In Zeiten wie diesen kann er sich dabei allerdings mit falschen Freunden solidarisieren, bemerkt Bill Frezza in diesem Kommentar für Forbes. Neben den aufrechten Unternehmern, die fair am Markt teilnehmen, gibt es heute die dominierende Gruppe derer, die Staatliche Vorteile gerne für sich nutzen und lediglich vorgeben, Freunde des freien Marktes zu sein. Die traditionellen Fronten zwischen “Links” und “Rechts” taugten, so Frezza, in der heutigen Debatte nur noch wenig.

Woher kommt der Crony Capitalism?

Detmar Doering

Was heute als Marktwirtschaft angeklagt wird, ist meist etwas anderes. Es ist genau das, wovor marktwirtschaftliche Ordnungspolitik warnt, nämlich die Manipulation des Marktes durch die Politik zugunsten einzelner (großer) Akteure. Dieses Verflechtung von Markt und Politik hat heute einen Namen: Crony Capitalism. Dieser, so schreibt Randall J. Holcombe hier in der Independent Review, sei ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt der Ausweitung von Staatstätigkeit.

Freiheit im Bundesstaat

Detmar Doering

Eine föderale Ordnung ermöglicht in einem Staat verschiedene Politikstile. So auch in den USA. Die Bürger genießen in den verschiedenen Einzelstaaten ein sehr unterschiedliches Maß an persönlicher und wirtschaftlicher Freiheit. Der neue Index Freedom in the 50 States vom Mercatus Center zeigt diese Unterschiede auf und zeigt die Vorteile von mehr Freiheit auf.

Und hier noch das zum Anlass veröffentliche Video:

Rheinischer versus angelsächsischer Kapitalismus?

Gérard Bökenkamp

Die Gegenüberstellung von „rheinischem Kapitalismus“ und „angelsächsischem“ Kapitalismus ist üblich geworden. Je nach politischem Standpunkt wird entweder bedauert, dass die gute alte Soziale Marktwirtschaft durch marktradikale Ideen aus Übersee zerstört worden sei, oder es wurde darauf hingewiesen, wie wenig das deutsche Modell den Anforderungen der Globalisierung gewachsen sei. Diese Gegenüberstellung findet sich so auch an vielen Stellen in der Kohl-Biographie des Historikers Hans-Peter Schwarz. Für Schwarz stehen Thatcher und Reagan für den angelsächsischen Kapitalismus und Helmut Kohl für den rheinischen Kapitalismus. Dabei wird nicht ganz deutlich, ob Schwarz selbst nun der „angelsächsischen Wirtschaftsphilosophie“ oder dem „Modell Deutschland“ den Vorzug gibt. Es ist jedoch fraglich, ob diese Kategorien wirklich die Realitäten der Wirtschaftspolitik der 80er Jahre des 20. Jahrhundert adäquat beschreiben.

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Steuern rauf oder Ausgaben runter?

Detmar Doering

Seit Beginn der Finanzkrise tobt er wieder. Gemeint ist der Streit zwischen den Ökonomen, die lieber die Staatausgaben  und die Steuern in Kauf erhöhen wollen, und denen die auf Ausgabenkürzungen setzen. Veronique de Rugy und Alberto Alesina stellen sich in dieser Studie auf letzteren Standpunkt, der empirisch definitiv belegt ist.

Die Wiederentdeckung von Hayeks Konjunkturtheorie

Gérard Bökenkamp

Mit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 ist auch ein breiteres Interesse an der Geld- und Konjunkturtheorie von Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek wieder gekehrt, die sich mit den Ursachen dieser wiederkehrenden Entwicklung von Boom- und Crashphasen auseinandersetzt. Der Aufsatz des Ökonomieprofessors John Cochran aus dem Jahr 2011 setzte sich mit den Hayekianischen Thesen aus den 30er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auseinander.

Die Österreichische Konjunkturtheorie beruht auf dem sogenannten Cantillon-Effekt. Demnach führt eine Zunahme der Geldmenge zu einer Veränderung der relativen Preise und das verändert die Produktionsstruktur. Inflationäre Politik im Sinne der Zunahme der Geldmenge führt also zu einer Fehlsteuerung von Ressourcen und massiven Fehlinvestitionen.

Die Ausweitung der Geldmenge erfolgt im modernen Finanzsystem, für das das Zusammenspiel von Notenbanken und Teilreservehaltung der Banken kennzeichnend sind,  über die Ausweitung der Kreditvergabe. Durch die Ausweitung der Kreditvergabe sinkt der Zinssatz unter das „natürliche“ Niveau. Der niedrige Zinssatz führt dazu, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen ausgeweitet wird und Kapital in riskante Projekte fließt, die ohne den niedrigen Zinssatz nicht rentabel wären.

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Ungeliebter Reformerfolg

Detmar Doering

Ersparte Agenda 2010 uns das?

Sähe es ohne Agenda 2010 so aus?

Auch wenn sich die Urheber heute ihrer schämen: Die Agenda 2010 war ein Erfolg. In diesem lesenswerten Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung zeigt Matthias Benz auf, dass die vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit in Deutschland nicht zuletzt auf diese Reformen zurückzuführen ist. Auch habe sich – allen Unkenrufen zu Trotz – die Ungleichheit nicht erhöht. Umso mehr bedauert er, dass das Erbe dieser Reformen langsam verspielt werde.

Ist Deutschland arm?

Peter Altmiks

Dorothea Siems hat in der Welt die Armutsdebatte in Deutschland kommentiert. Vor allem befürchtet sie, dass eines der Ergebnisse, nämlich die sich schließende Einkommensschere im medialen Desinformationsgewitter untergeht. Leider hat auch das Bundesarbeitsministerium zu einer gewissen Verwirrung beigetragen, in dem es versuchte, einige nicht von der Empirie gedeckte Passagen in den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zu integrieren.

Dabei geht es Deutschland sehr gut. Höchstwahrscheinlich wird die Zahl der Arbeitslosen im Sommer ca. 2,6 Mio. erreichen – ein neuer Beschäftigungsrekord. Derartige Erfolgsmeldungen passen aber nicht ins Weltbild gewisser politischer Kräfte und ihrer öffentlich-rechtlichen Medienhandlanger. Also werden die Erfolge der Agenda 2010 nicht zur Kenntnis genommen. Siems weist auch darauf hin, dass der Anteil des Niedriglohnsektors infolge der Hartz-Reformen gestiegen ist. Doch wer aus der Langzeitarbeitslosigkeit komme, sei froh, wenn er nun einen Job hat. Vor allem gibt es keine hohe Zahl an in Vollzeit arbeitenden Aufstockern (2011 zählte man ca. 328.599 bundesweit, Quelle: Bundesagentur für Arbeit), für die man einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn einführen müsste.

Starre Lohnuntergrenzen verringern die Chancen von Geringqualifizierten im Arbeitsmarkt und erhöhen die Jugendarbeitslosigkeit. Die Zahlen unserer europäischen Nachbarstaaten mit starren Mindestlohnregeln und hoher Arbeitslosigkeit sprechen eine deutliche Sprache. Diesen Fehler sollten wir in Deutschland nicht imitieren.

50 Jahre Wirtschaftsweise

Detmar Doering

Bonn, Die "Fünf Weisen" beim BundespräsidentenManche Kritiker halten seinen Einfluss auf die Politik für gering. Blickt man aber auf die nunmehr 50jährige Geschichte des Sachverständigenrats – oft auch die “Wirtschaftsweisen” genannt – zurück, dann sieht man doch, wie diese Institution viele Entscheidungen zum Besseren durchzusetzen geholfen hat. Das stellt eines seiner Mitglieder, Lars Feld, in diesem Interview aus Anlass des Jahrestages in der Neuen Zürcher Zeitung fest. Von Stabilitätsorientierung der Bundesbank in früheren Jahrzehnten über die Schröderschen Arbeitsmarktreformen hin zur Einführung der Schuldenbremse – der Rat hat überall geholfen, die Weichen richtig zu stellen. Nicht selten spielte er, so Feld, als einziger die Oppositionsrolle in Zeiten ökonomischer Unvernunft.

Zauberformel

Detmar Doering

Wie schaffen arme Länder den wirtschaftlichen Aufstieg? Nathan Lewis meint in Forbes, dass die Antwort auf diese Frage so einfach sei, dass man sie schon als zauberformel bezeichnen könnte: Niedrige Steuern, stabiles Geld!

Voraussagen sind immer schwer…

Detmar Doering

… besonders, wenn sie die Zukunft betreffen, so heißt es nicht unklug. Das gilt natürlich auch für die Ökonomie. Ein schönes Beispiel liefert das Congressional Budget Office (CBO). In seinem diesjährigen “Outlook” für 2013 sagt das Büro voraus, dass in zwei Jahren sich die Wirtschaft der USA erholt habe. Im letztjährigen Outlook waren es auch zwei Jahre bis zum großen Schub, wie Salim Furth von der Heritage Foundation herausgefunden hat. Im Jahr davor sollte der Aufschwung, nun ja, in zwei Jahren kommen. Das ist wie bei qualvollen Diäten zum Abnehmen. Die beginnen auch immer erst morgen …