Archiv der Kategorie: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftliche Freiheit: Deutschland rutscht ab im Ranking

Steffen Hentrich

Deutschland verliert im internationalen Ranking der wirtschaftlichen Freiheit: Seine im Jahr zuvor verbesserte Position konnte es nicht halten. Das geht aus der am 6. Oktober 2014 veröffentlichten Studie Economic Freedom of the World 2014 hervor, die sich auf Daten des Jahres 2012 stützt. Sie fasst die Ergebnisse der Bewertung der wirtschaftlichen Freiheit von 152 Ländern weltweit in einem Index zusammen. Dessen wichtigste Eckpunkte sind individuelle Handlungsfreiheit, freiwillige Austauschbeziehungen, freier Wettbewerb und die Sicherheit privater Eigentumsrechte.

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Ridesharing: Unfaire Konkurrenz?

Detmar Doering

Ridesharing ist auf dem Vormarsch. Die traditionellen Taxiunternehmen sind dadurch neuer und preisgünstiger Konkurrenz. Sie verweisen darauf, dass sie strikten Regulierungen unterworfen sind, die für die neuen Unternehmungen nicht gelten. Deshalb werden immer Rufe nach Verbot des Ridesharings laut. Warum, so fragt sich Adam Thierer (Mercatus Center) schafft man nicht stattdessen Chancengleichheit durch Deregulierung?

Russlands wirtschaftlicher Niedergang

Detmar Doering

Als Wladimir Putin in Russland an die Macht kam, sah man in ihm den Garanten für eine stabile Wirtschaft. Davon ist wenig geblieben. Allein seine abenteuerliche Außenpolitik kommt dem Land teuer zu stehen. Außerdem, so schreiben Ariel Cohen, Ivan Benovic und James M. Roberts in diesem Beitrag für die Heritage Foundation, sei die Rechtskultur und die Achtung für Eigentumsrechte auf einen Tiefpunkt gefallen. Im Land herrsche ein “Crony-Capitalism”, in dem tatsächlich nur die Reichen reicher und die Armen ärmer werden.

James Buchanan und der Föderalismus

Detmar Doering

Der in letzten Jahr verstorbene Wirtchaftsnobelpreisträger James Buchanan wurde bekannt für seine ökonomische Theorie der pollitischen Wahlakte und der Verfassungsökonomie. In seinem Denken spielte vor allem der Föderalismus eine große Rolle. Ein gut konstruierter Wettbewerbsföderalismus stärke die fiskalische Solidität eines Staates. Immer mehr kam er zu dem Schluss, so schildert Lars Feld in diesem Diskussionspapier des Walter Eucken Instituts über Buchanans Ideen zu diesem Thema, dass Föderalismus die ideale Form eines Verantwortung gegründeten demokratischen Gemeinwesens sei.

Mr. Marktwirtschaft

Detmar Doering

Chinas ökonomischer Reformkurs hat sich weg vom Steinzeitkommunismus Maos hin zu einem staatsdurchtränkten “Crony-Capitalism” hin entwickelt. Aber es gibt in China auch Stimmen, die zu einer konsequenten marktwirtschaftlichen Ordnungspolitik aufrufen. Gerhard Schwarz stellt bei Avenir Suisse einen von ihnen vor: den Ökonomen Wu Jinglian, der in der Volksrepublik als reformeifriger Mr. Marktwirtschaft gilt.

Wachstum und Frieden

Detmar Doering

Als der Anfang der “großen Depression” wird oft der “Schwarze Fretag” des Jahres 1929 angenommen. In Wirklichkeit wurde die dauerhafte Beschädigung der Weltwirtschaft erst 1937 deutlich. Das “new normal” der Wachstumsschwäche begann damals auch außerökonomische Wirkungen zu entfalten, schreibt Wirtschaftsnobelpreisträger Robert J. Shiller hier bei Project Syndicate. Was Wachstumskritiker gerne übersähen, sei die Tatsache, dass dem Null-Wachstum (oder gar der Schrumpfung) außenpolitische Instabilität, Nationalismus und die Tendenz zu Wirtschaftskriegen folge. Das sei 1937 so gewesen, aber auch heute gebe es deutliche Anzeichen. Der Weg zu einer offenen und integrierten Weltwirtschaft müsse wiedergefunden werden.

Das Schwedische Reformmodell – Warum Austeritäts-Politik zu Wohlstand führt

Mark Hokamp

Kurz vor den Reichstagswahlen am jetzigen Sonntag wendet sich der Blick gen Schweden. Schweden galt und gilt gemeinhin als ein Land der Sozialdemokratie, des Wohlfahrtstaates einer hohen Staatsquote und entsprechender steuerlicher Belastung. Gern wird dieses Modell auch als Vorbild für Deutschland von all denjenigen betrachtet, die mehr Staat fordern. Zwar hat Schweden noch heute eine hohe Staatsquote von fast 50%. Der wirtschaftliche Erfolg Schwedens ist aber auf die Reformen der letzten 20 Jahre zurückzuführen.
Wenn ein ausgeglichener Haushalt und Schuldenabbau einhergeht mit Strukturreformen und Privatisierungen, dann kommt ein Land von wirtschaftlicher Stärke heraus, wie Schweden es heute ist. Nachdem sich der schwedische Wohlfahrtsstaat nach Jahrzehnten sozialdemokratischer Vorherrschaft überdehnt hat und Schweden es zu Beginn der 1990er Jahre mit einer Finanzkrise aufgrund zu großer Kreditvergabe zu tun bekam, begann die schwedische Regierung ihr Defizit unabhängig vom Konjunkturzyklus abzubauen. Dies tat sie durch Privatisierungen und Einschnitte im Sozialstaatsbereich, wie auch durch Kürzungen in der Verwaltung. Gleichzeitig wurden auch die überbordenden Steuern gesenkt, welche 80% in der höchsten Steuerklasse betrugen.
Durch die Spielräume, die geschaffen wurden haben sich die Pro-Kopf-Einkommen seit 1994 mehr als verdoppelt.

Schweden hat nun einen Schuldenstand von unter 40% des BIP, soviel wie seit Jahrzehnten nicht mehr.