Archiv der Kategorie: Wirtschaftspolitik

Marokko: Europas Tor zu Afrika?

Julius Weddigen von Knapp

Kann das Königreich Marokko Europas wirtschaftliches und politisches Tor zu Afrika werden? Hierzu gibt Julius Weddigen von Knapp, Research Analyst bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Rabat, eine Analyse der Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftspolitik Marokkos.

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Die Ursache der Krise Griechenlands

Detmar Doering

Was ist die Ursache dafür, dass Griechenland so tief in die Krise geriet. Die Antwort, die Pavlos Eleftheriadis hier in Foreign Affairs gibt, mag wie bittere Ironie klingen. Das Land, das einst die Demokratie erfand, sei seit langem in Wirklichkeit eine Oligarchie, in der wenige Familien das Sagen hätten, und das so in die Misswirtschaft getrieben worden sei.

Das Elend der Nationen

Steffen Hentrich

Steve H. Hanke hat für das Cato Institute einen globalen Elendsindex erstellt, mit dem verglichen werden kann wie sich 109 Länder relativ zueinander schlagen, wenn es darum geht die Inflationsrate zu senken, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und die Zinsen in Schach zu halten, gleichzeitig aber den materiellen Wohlstand zu erhöhen. Spitzenreiter ist 2013 die Schweiz (109, 4,5), wo nur wenig Elend in Form von Arbeitslosigkeit das Ergebnis trübt. Deutschland liegt mit einem ebenfalls vor allem durch Arbeitslosigkeit beeinträchtigten Indexwert von 9,1 auf Rang 98, die USA kommt wegen ihrer dürftigen Arbeitsmarktbilanz mit 15,6 gar nur auf dem 66 Platz und die elenden Schlusslichter sind Venezuela (2, 81,8) sowie Syrien (1, 147,7). In beiden Ländern lösen deftige Verbraucherpreise als Folge hoher Inflationsraten großes Elend aus.

Quelle: Cato Institute

Der Lack ist ab

Detmar Doering

Langsam spricht es sich auch im Ausland, wo man uns für eine neue Wirtschaftswundernation hielt, herum: Der Lack istab. Das Wirtschaftswachstum schmilzt dahin. Die Langzeitprobleme – etwa die demographische Entwicklung – bleiben und werden sogar schlimmer. Dafür tut die Politik hingegen zurzeit wenig, dass es mit dem Standort Deutschland klappt. Im Gegenteil, so der Kommentar von Michael Wohlgemuth bei CapX.

Marktmacht für den Konsumenten

Steffen Hentrich

Der Online-Händler Amazon ist in der öffentlichen Debatte immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, er würde seine Marktmacht missbrauchen, um seinen Marktanteil zu Lasten seiner Konkurrenten weiter zu erhöhen. Schon springt die Wettbewerbspolitik auf diesen Zug auf und macht sich Gedanken darüber, wie man den Online-Händler in seine Schranken weisen könne. Vor diesem Hintergrund erinnert uns Tim Worstall in seiner Kritik an einem Beitrag von Paul Krugman zu Amazon als Monopsonist in der New York Times an die Mahnung Adam Smiths, dass der Zweck aller Produktion der Konsum sei, weshalb auch die Bewertung von Marktergebnissen durch die Politik ebenfalls aus der Perspektive der Konsumenten vorzunehmen ist. Da es Amazon im Streit mit seinen Lieferanten von digitalem Content, wie etwa eBooks, bislang lediglich darum ging für seine Kunden bessere Konditionen und günstigere Preise durchzusetzen, was zwangsläufig den kurzfristigen Gewinninteressen der Verlage zuwiderläuft, gäbe es keine Veranlassung jetzt wettbewerbspolitisch aktiv zu werden. Sollte das Handelsunternehmen eines Tages wirklich so viel Macht besitzen, dass es beginnt seine Kunden mit Monopolpreisen auszunehmen, wäre immer noch Zeit genug dagegen mit wettbewerbspolitischen Mittel vorzugehen. Leider geht die Konsumentenperspektive in der öffentlichen Debatte sehr schnell im propagandistischen Sperrfeuer der Lobbyisten unter. Selbst linke Systemkritiker, die nicht Müde werden der Marktwirtschaft die wirtschaftliche Ausbeutung der Massen vorzuwerfen, lassen sich dann vor den Karren der Unternehmensvertreter spannen, denen es vor allem um die Verteidigung ihrer tradierten Geschäftsmodelle geht.

Marktwirtschaft vs. Terrorismus

Detmar Doering

Der Terrorismus erhebt in der arabischen Welt wieder sein Haupt. Aber wie kann man den Terrorismus besiegen? Die militärische Lösung alleine genügt nicht. Man muss das Übel an den Wurzeln packen. Der berühmte peruanische Ökonom berichtet, wie sein Heimatland, das einst von der maoistischen Terrororganisation “Leuchtender Pfad” ins Chaos gestürzt wurde, inneren Frieden schaffte. Es waren, so sagt er hier im Wall Street Journal, erfolgreiche marktwirtschaftliche Reformen, die ein etatistisch verknöchetes Wirtschaftssystem überwanden. Man müsse nur verstehen, dass die Früchte einer freien Wirtschaftsordnung kein Privileg des industrialisierten Westens sei. Je besser diese Wirtschaftsordnung funktioniere, desto weniger Menschen fielen auf die parolen der Gewalttäter herein.

Klimapolitik: Eile mit Weile

Steffen Hentrich

Statistisch gesehen macht die globale Erwärmung seit fast zwanzig Jahren Pause, obwohl der Anstieg der Kohlendioxidemissionen ungebremst verläuft. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die für Projektionen des zukünftigen globalen Klimas herangezogenen Modelle die globale Erwärmung überschätzen. Da die empirisch nicht haltbare Klimasensitivität der Kohlendioxidemissionen Eingang in sogenannte Integrierte Modelle zur Klimafolgenabschätzung (Integrated Assessment Modells – IAMs) findet, deren erklärter Zweck eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen von Treibhausgasemissionen als Entscheidungsgrundlage der Klimapolitik ist, ist das Risiko groß, dass die aus diesen Modellen abgeleiteten Klimaschutzziele viel zu hochgesteckt sind und Eingriffe in die Wirtschaft erfordern, deren hohe Kosten nicht zu rechtfertigen sind. Der kanadische Ökonom Ross McKitrick zieht daraus in seiner jüngsten, für das Fraser Institute angefertigten Sudie Climate Policy Implications of the Hiatus in Global Warming den Schluss, dass die Klimapolitik eine Pause einlegen sollte, bis die Wissenschaft befriedigende Antworten geliefert, weshalb die Ergebnisse der Klimamodelle und die realen Temperaturveränderungen seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr zueinander passen. Einige Jahre Pause würden die Menschheit vor teuren klimapolitischen Fehlern bewahren, wohingegen sich die Risiken des Abwartens in Grenzen halten dürften. Schließlich gehen die Mahner in der Klimapolitik stets davon aus, dass die Erderwärmung ohne sofortige Gegenmaßnahmen zwangsläufig außer Kontrolle geraten würde, eine Prämisse, die angesichts der vergangenen Entwicklung und der methodischen Fehler aktuell verwendeter Modelle ja gerade nicht haltbar ist. Zudem schlägt der Autor der Studie vor, dass die Klimapolitik sowohl bei ihrer Zielsetzung als auch bei der Implementation von Klimaschutzinstrumenten einen wirksamen Feedbackmechanismus verwenden sollte. Hierzu wiederholt er seinen vor einigen Jahren gemachten Vorschlag einer Klimaschutzsteuer, deren Abgabensatz mit Hilfe eines einfachen und transparenten Algorithmus entsprechend der Veränderungen globalen Durchschnittstemperatur nach ober oder unten angepasst wird. Nur so könne langfristig vermieden werden, dass wissenschaftliche Unsicherheit nicht in eine starren und damit wachstumsschädigenden Klimapolitik mündet.