Archiv der Kategorie: Wirtschaftspolitik

Kuba: Zu zaghaft reformiert

Detmar Doering

Kuba hat in letzter Zeit seine Wirtschaft behutsam refomiert. Doch die Reformen zielten lediglich auf einige Erleichterungen beim Konsumu und blieben in ihrem Umfang eng beschränkt. Das erwartete Wirtschaftswunder blieb folglich aus. Um wirklich Erfolge erzielen zu können, so Richard Bauer in diesem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung, müsse das Regime im großen Stil die Bedingungen für Auslandsinvestitionen verbessern und die Abhängigkeit vom ölreichen Venezuela abbauen.

Schwedens Transformation

Detmar Doering

SchwedenSchweden: Die einstige Hochburg des demokratischen Sozialismus, das mit “soft power” die Menschen im “Volksheim” umerzog und mit irrwitzigen Steuern belastete, ist heute das Land der Start-ups und eines neuen Wirtschaftswunders. Diese Transformation verdiente mehr Aufmerksamkeit, meint Michael M. Rosen vom American Enterprise Institute in diesem Beitrag.

Was ist der Nährboden für Terrorismus?

Detmar Doering

Es gibt Gesellschaften, in denen der Terrorismus viel Nährboden findet und welche, bei denen das weniger der Fall ist. Die gängige Erklärung ist, dass es die Armut ist, die Menschen in die Arme der Terroristen treibt. Aber Zahlen scheinen zu belegen, dass der Wohlstand von Ländern nur gering mit dem Umfang von Terrorismus korreliert. Deutlicher sei hingegen, so schreibt Gerhard Schwarz bei Avenir Suisse hier, der Zusammenhang mit wirtschaftlicher Freiheit. Wo der Staat Freiheitschancen mindere, wachse die Gefahr.

Ordo-Liberalismus – aktueller denn je

Detmar Doering

Der Ordo-Liberalismus gehört zu den Grundpfeilern der Sozialen Marktwirtschaft und verhalf Deutschland zum großen “Wirtschaftswunder” nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine geschichtliche Bedeutung mindert aber nicht seine aktuelle Bedeutung. Der Kerngedanke, dass die Wirtschaftspolitik regelbasiert sein solle, ist in der heutigen Debatte um die Krise im Euroraum aktueller denn je, schreibt Viktor J. Vanberg in diesem Diskussionspapier für das Walter-Eucken-Institut.

Leistungsbilanzüberschuss: Real kaum vergrößert

Gérard Bökenkamp

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird von der EU und den USA immer wieder kritisiert.  Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss hat im Jahr 2013 einen neuen Rekord erreicht, was dieser Kritik erneut Auftrieb gibt. Michael Grömling macht nun auf dem Blog Wirtschaftliche Freiheit darauf aufmerksam, dass diese Zunahme im Wesentlichen auf Preiseffekten beruht.

Durch die schwächelnde Weltwirtschaft sind die Preise für die Importe gesunken. Das führte im Verhältnis zu den Exporten zu einem größeren Überschuss der Exporte über die Importe. In realen Gütern und Dienstleistungen habe sich hingegen kaum etwas verändert.

Wirtschaftsfreiheit und gutes Regieren

Detmar Doering

Armut und Not haben in vielen Ländern ihren Ursprung in einem Mangel an “godd governance”. Kurz: Sie werden schlecht, korrupt, kleptokratisch regiert. Aber was macht das “gute Regieren” aus. Neben vielen Faktoren wie funktionierende Institutionen sei, so schreibt der amerikanische Ökonom Arnold Kling für das American Enterprise Institute, sei vor allem der Grad wirtschaftlicher Freiheit entscheidend.

Kann die Politik Wachstum schaffen?

Detmar Doering

Nun, sie kann es! Allerdings nicht, indem sie selbst ins Unermessliche wächst und Geld in die Wirtschaft pumpt, das durch hohe Steuern und hohe Schulden aufgebracht wurde. Das produziere nur Stagnation, schreibt John H. Makin in diesem Beitrag des American Enterprise Institutes. Genau das sei die Lehre aus der Zeit nach der Finanzkrise. Wachstum schaffe eine Regierung nur, wenn sie verlässliche Rahmenbedingungen kreiere, ein neutrales Steuersystem mit niedrigen Sätzen einführe und die Märkte offen hielte.

Renaissance der Angebotspolitik

Steffen Hentrich

“Mehr Mut zum Markt” heißt das Motto des Kronenberger Kreises, dem wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Marktwirtschaft. Den Mut wünscht man auch den Bürgern dieses Landes, die mit der Bundestagswahl eine Regierung möglich gemacht haben, die der Marktwirtschaft als gesellschaftliche Organisationsform eine immer geringere Bedeutung einräumt und durch Planwirtschaft und staatliche Umverteilung ersetzt. Mit seinem Gutachten Renaissance der Angebotspolitik will der Kronenberger Kreis zwar der neuen Bundesregierung empfehlen, “sich auf die Angebotspolitik zu konzentrieren und so die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken”, doch sei die Lektüre vor allem dem Wähler zu raten und mit diesem Wissen gewappnet, zukünftig diejenigen in den Bundestag zu wählen, die den Mut zum Markt schon besitzen.

Der Preis des Wohlstands ist die Verteidigung der Freiheit

Steffen Hentrich

Jeffersons Mahnung, dass der Preis der Freiheit ewige Wachsamkeit sei, lässt sich auch auf den Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung anwenden: Der Preis wachsenden Wohlstands ist die anhaltende Verteidigung einer marktorientierten Ordnungspolitik, die, das ist uns Liberalen nur zu bewusst, nichts anderes als die Verteidigung der individuellen Freiheit ist.

Mit diesem Satz endet Juan Carlo Hidalgos Essay The Rise of Emerging Economies: Challenges and Liberal Perspectives, indem er aus liberaler Perspektive den wirtschaftlichen Aufschwung in den Schwellenländern beschreibt, aber auch darauf hinweist, dass bei all dem erreichten Fortschritt der menschlichen Entwicklung keine Garantie für einen stabilen Wachstumspfad nach oben gegeben ist. Fortschrittsfeindlichkeit und einem Gleichheitsideal sowie Zukunftsangst folgende politische Ideologien hemmen die Wohlstandsentwicklung ebenso wie politische Machtapparate, deren Institutionen Selbstbedienungsläden korrupter Eliten sind.

Wirtschaftsfreiheit der Bundesländer: Bayern top, Berlin flop

Steffen Hentrich

Seit nunmehr acht Jahren erscheint der Bericht Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern, herausgegeben durch die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Auch in diesem Jahr wurde eine Aktualisierung der Studie auf Datenbasis des Jahres 2011 vorgenommen. Neben dem bis in die 70iger Jahre Zurückreichenden L-Index für die alten Bundesländer, wird in dem Bericht auch der ab 1994 erhobene K-Index für alle deutschen Bundesländer gepflegt, beschrieben und analysiert.

K-Index (alle Länder), 1994-2011

K-Index (alle Länder), 1994-2011

Weiterlesen

Innovation und Wirtschaftsfreiheit

Detmar Doering

Was macht den Erfolg von Marktwirtschaften aus? Josef Schumpeter führte ihn dereinst auf den durch Wettbewerb bewirkten Prozess der “kreativen Zerstörung” zurück – also die permanente Innovationsfähigkeit. Das kann nur die halbe Wahrheit sein. Um wirtschaftliche Dynamiken entfachen zu können, darf Innovation nicht nur im “luftleeren” akademischen Raum stattfinden. Sie muss vielmehr selbst im wirtschaftlichen Prozess ablaufen.

Das folgende Diagramm zeigt, wie Wirtschaftsfreiheit (als Grundvoraussetzung der Marktwirtschaft) mit den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) am Bruttoinlandsprodukt (in Prozent) korreliert. Für die Wirtschaftsfreiheit liegt dabei der Index Economic Freedom of the World zu Grunde, für die Daten zum Anteil der Ausgaben für F&E die entsprechenden OECD-Indikatoren. Die OECD-Länder wurden in drei Gruppen aufgeteilt – von den wirtschaftlich freiesten zu den unfreiesten.

F&E-WiFrMan sieht zunächst einmal klar, dass wirtschaflich freie Länder insgesamt mehr Geld für F&E ausgeben als unfreie (blau). Interessant ist aber auch, dass innerhalb der F&E-Ausgaben der Anteil der privaten Investitionen am Gesamtvolumen in dem Maße steigt wie die Wirtschaftsfreiheit steigt (rot). Bei den freien Ländern ist er der größere teil der Gesamtausgaben, bei den unfreien der geringere. Das legt nahe, dass ein Teil des höheren Wohlstands freier Wirtschaften auch daher rührt, dass die Allokation von innovativem Wissen hier besonders marktnah stattfindet. Das heißt, die Bürger profitieren schneller von technischen und wissenschaftlichen Verbesserungen.

Die Zukunft Des Euro: Kritische Fragen – Liberale Antworten

Karl-Heinz Paqué, Michael Theurer, Alexander Graf Lambsdorff*

Kaum eine politische Frage beherrscht die Gemüter in Deutschland so wie die Zukunft des Euro und der Eurozone. Überall wird darüber diskutiert. Es stehen sich zwei Positionen gegenüber. Die Euro-Kritiker sagen: Die Währungsunion muss und wird scheitern. Die Euro-Befürworter sagen: Die Währungsunion muss und wird überleben. Wir gehören zur Gruppe der Euro-Befürworter. Ihr wird von den Euro-Kritikern vorgeworfen, sie sei nicht bereit, über Alternativen zum Euro überhaupt zu diskutieren; sie folge blind dem geflügelten Wort der Kanzlerin, der Euro samt Rettungspaketen sei „alternativlos“.

Das stimmt nicht. Wir sehen ganz klar die Alternativen, und wir sind bereit, intensiv über diese Alternativen zu diskutieren. Mehr als das: Wir fordern die Eurokritiker auf, endlich präzise darüber zu reden und offenzulegen, was genau sie sich als Alternativen vorstellen und welche Folgen diese hätten. Denn nur dann wird allen deutlich, warum die Auflösung oder die Schrumpfung der Eurozone die viel schlechteren Alternativen sind als deren Erhalt und Weiterentwicklung. Es ist der Populismus der Euroskepsis, der davon lebt, die Dinge im Nebulösen zu halten. Eine Politik der Vernunft lebt vom Gegenteil: der auf-geklärten, offenen Diskussion.

Weiterlesen