Archiv der Kategorie: Indien/Südasien

Bangladeschs illiberale Demokratie

Detmar Doering

Bangladesch ist nominell eine Demokratie. Eine echte demokratische Kultur existiert indes kaum. Es handle sich vielmehr um eine “illiberal democracy”, meint Rashif Uz Zaman (University of Dhaka) in diesem Beitrag für das türkische Außenpolitikjournal Perceptions. Ein demokratischer Konsens bestehe nicht und Parteien seine reine Klientelverbände ohne Mitspracherechte der Mitglieder. Sollte die Lage sich nicht bessern, könnten sich politischer Extremismus und Terrorismus in großem maße ausbreiten.

Religion des Frieden?

Detmar Doering

BuddhaVon allen Religionen scheint der Bhuddismus die friedlichste aller friedlichen zu sein. Sowohl Christentum als auch Islam werden gerne Neigungen zu Intoleranz und gewalttätigem Herrschaftsanspruch nachgesagt. Aber dem Bhuddismus Er scheint insbesondere für viele westliche Eskapisten über jeden Zweifel erhaben. Das Beispiel Sri Lankas, wo gut organisierter Bhuddismus Frieden und Versöhnung hartnäckig vereitelt, lehrt uns eine andere Lektion, wie William McGowan in Foreign Policy berichtet. Die Religion ist (nicht nur) dort zur Grundlage eines aggressiven Nationalismus geworden.

Economic Freedom of the World 2012: Bangladesch

Steffen Hentrich

Auch in Bangladesch hat die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ein neues Büro eröffnet, denn gerade in diesem südasiatischen Land können die Bürger von liberaler Schützenhilfe profitieren. Bangladesch liegt auf Platz 109 der Länderbewertung des Economic Freedom Index 2010. Diese Position im drittel Quartil zeigt, dass die wirtschaftliche Freiheit in dem Land starken Einschränkungen unterliegt. Bis auf die Staatstätigkeit (8,83 – 3)* sind alle Teilindizes unterdurchschnittlich ausgeprägt. Besonders schlecht sieht mit 3,6 (132) Indexpunkten die Situation im Rechtssystem/Eigentumsrechtsschutz aus, deutlich unter dem Durchschnitt schneidet Bangladesch aber auch in der Geldpolitik (6,48 – 124) und im Bereich Freihandel (6,10 – 126) ab (siehe Abbildung). Nur wenig schlechter als der Durchschnitt ist die Situation bei der Regulierung der Märkte (6,69 – 91), wobei hier die Regulierungsintensität im Kreditmarkt (8,19 – 84) deutlich schwächer als im Arbeitsmarkt (6,58 – 69)  und in der Unternehmensregulierung (5,32 – 112) ausgeprägt ist.

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Im Schatten der Zukunft

Steffen Hentrich

Der Ökonom Robert Neuwirth hat sich in der global am dynamischsten wachsenden Wirtschaft, der Schattenwirtschaft von knapp zwei Milliarden Menschen umgesehen. Ihnen gehört die Zukunft, auch wenn sie mit ihren Hinterhofgeschäften und Bauchläden zuweilen wenig Bedeutung ausstrahlen. Was für ein Wohlstandspotential für sich und uns diese Menschen erst freisetzen könnten, wenn die geeigneten politischen Rahmenbedingungen gegeben wären, vermag man sich kaum vorzustellen.

Das Pakistan von einst

Detmar Doering

Pakistan ist ein Land, das langsam vom islamistischen Fanatismus unterwandert und zerfressen wird. Die düsterte und gewalttätige Stimmung wirkt um so schlimmer, wenn man sieht, dass das Land schon einmal gesellschaftlich wesentlich fortgeschrittener war. Diese Photoreihe aus foreignpolicy.com mit Bildern aus dem urbanen Leben im Karachi der 50er und 60er Jahre führt es einem schmerzlich vor Augen.

Wie man die Ökonomie in Pakistan erklärt

Detmar Doering

Pakistan ist ein Land, in dem (nicht nur) ökonomisch vieles im Argen liegt. Oft liegt das nicht zuletzt daran, dass die Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge weit verbreitet ist. Jana Licht, Ökonomin und Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung, hat in Pakistan und für Pakistan in allgemein verständlicher Sprache diese kleine Einführung in marktwirtschaftliche Grundprinzipien verfasst. Nur so nebenbei bemerkt: So etwas könnte man auch hierzulande mittlerweile gut gebrauchen….

Indiens Gefährdung

Detmar Doering

Europa ist in der Euro-Krise. Amerika stagniert. Über allen diesen Horrormeldungen wird vergessen, dass es zu allem Überdruss auch anderswo nicht mehr so läuft, wie es laufen sollte.

Indien war noch vor kurzer Zeit das kommende Schwellenland – der unbesiegbare Elefant der globalen Wirtschaft. Liberalisierungen gingen einher mit großen Wachstumsraten. Die Liberalisierungsgeschwindigkeit habe stark nachgelassen, kommentiert US-Ökonom Tyler Cowen in der New York Times, und damit das Wachstum auch. Dies sei eine unterschätzte weitere Gefährdung der Weltwirtschaft.

Indian State Elections: Everything Changes, and Nothing Does

Omair Ahmad, Siegfried Herzog

The Indian states of Goa, Manipur, Punjab, Uttarakhand and Uttar Pradesh (UP) held their state assembly elections earlier this year and the results were declared on March 6, 2012. With general elections for the country due in 2014 and the politically important state of UP – the most populous in the country – going to the polls, these elections were seen as an important political barometer. The results have significant implications for the stability of the government, the fortunes of national parties, the management of internal conflicts, development policies and India’s foreign policy.

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Indien: Wie Wirtschaftsfreiheit wirkt

Detmar Doering

Indiens Wirtschaft ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, das Land zum Schwellenland geworden. Das hat auch etwas mit marktwirtschaftlichen Reformen und Wirtschaftsfreiheit zu tun. Allmählich wendet sich das Land vom Sozialismus ab.

Wie das aussieht und was die Resultate sind, das zeigt der Vergleich der indischen Bundesstaaten, die zum Teil sehr unterschiedlich intensiv reformieren. Swaminathan S. Anklesaria Aiyar, Bibek Debroy, und Laveesh Bhandari haben den Grad der Wirtschaftsfreiheit dort gemessen. Ihre vergleichende Studie wurde vom Cato Institute und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gefördert. Fazit: Freiheit schafft Wachstum.

Pakistan: Wachsende religiöse Intoleranz

Detmar Doering

Von den toleranten Idealen des Staatsgründers Jinnah ist in Pakistan nur noch wenig zu spüren. Die religiöse Intoleranz fanatischer Muslime dominiert die gesellschaftliche und politische Agenda. Die Toleranten und Andersgläubigen mögen vielleicht noch die Mehrheit gegenüber den Fanatikern stellen, aber ihnen ist der Mut zur Gegenwehr abhanden gekommen. Andrea Spalinger berichtet in der Neuen Zürcher Zeitung über ein düsteres Land.

Indiens Kleinkreditgeber werden kleinreguliert

Steffen Hentrich

Obgleich die Goldgräberstimmung der indischen Mikrofinanzbranche in der Vergangenheit nicht nur positive Entwicklungen nach sich gezogen hat und man mit dem Übermaß an Verschuldung armer Haushalte inzwischen Selbstmorde in Zusammenhang bringt, steht der Versuch der indischen Regierung Mikrofinanzinstitute zu regulieren schwer in der Kritik. Zu groß sei die Gefahr, dass die Auflage, zukünftig keine Mehrfachkredite zu ermöglichen, Gruppenkredite nur noch nach Genehmigung zuzulassen und Finanzinstituten nach staatlichem Gusto die Lizenz zu entziehen, zu Korruption führt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Koinzidenz der neuen Regulierung mit der herrschenden Konkurrenzsituation zwischen privaten Kleinkrediten und von der Weltbank finanzierten staatlichen Hilfsprogrammen. Könnte es sein, dass nicht so sehr die Lösung von Startproblemen einer sich konsolidierenden Finanzindustrie, als vielmehr die Angst vor dem Schwinden der staatlichen Einflussnahme hinter der lähmenden Regulierung steht?

Der beste Reiseführer ist die Neugier

Detmar Doering

Neugier.deNeugier, die Freude, sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen, macht Reisen nämlich erst zum Genuss. Wenn man sich das Reisen mit Neugier selbst nicht leisten kann, dann hilft nun immerhin das Lesen von Neugier.de.

Das wie eine opulent bebilderte Zeitung gestaltete Journal, das im vornehmen Schuber daherkommt, ist gerade von den Machern des erfolgreichen Politblogs “Achse des Guten” (Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk Broder u.v.a.) auf den Markt gebracht worden.

Die erste Ausgabe, die mir heute auf den Tisch flatterte, ist so vielversprechend wie man es von diesen Herausgebern auch erwarten konnte.

Die Reise der ersten Ausgabe geht nach Indien. Man liest schöne Reiseimpressionen, erfährt Kluges über Esstabus, lernt etwas über Armut, sieht aber vor allem die Neugier durch scharfsinnige Analysen der langsam erwachenden Wirtschaftspotentiale dieses Landes, das langsam aber sicher den Sozialismus abschüttelt. Mentalitätsmässig scheinen die Inder jedenfalls schon weiter zu sein als wir saturierten deutschen Wohlfahrtsbürger. meint der indische Ökonom Sauvik Chakraverti über die Unterschiede zwischen beiden Ländern: „Ihr mögt den Kapitalismus nicht, wir schon. Ihr denkt sehr grün, wir nicht.“

Die Reise der nächsten Ausgabe soll nach Island gehen, wo man es fälschlicherweise mit Kapitalismus auf Pump versuchte. Man darf – ja, man muss geradezu – neugierig sein…