Archiv der Kategorie: Geldpolitik

Wem nutzt die Niedrigzinspolitik?

Detmar Doering

Sie wird als soziale Maßnahme zur Wirtschaftsankurbelung angepriesen: Die Niedrigzinspolitik.  Inzwischen sieht man, dass sie zumindest Kleinsparern und Inhabern von Lebensversicherungen schadet, und somit die Gefahr der Altersarmut erhöht. Aber wem nutzt sie denn nun? Wenn man die Verkäufe von Ferraris in Amerika ansehe, sei das klar, schreibt Robert Frank auf CNBC. Den größten “sozialen Nutzen” hätten die Superreichen.

Kubanische Währungsreform

Detmar Doering

Kubas Regierung ist dabei, das System zweier Währungem – des Peso und des konvertiblen Pesos – abzuschaffen. Das, so schreibt Carlos Alberto Montaner in diesem Beitrag für RealClearWorld, sei ein Schritt in die rictige Richtung – allerdings nicht, weil es die Probleme des Landes löse, sondern weil es sie transparent mache. Das Scheitern des Sozialismus werde nun offenkundig und am Ende müsse die Ablösung des Regimes stehen.

Abwertung ist keine Lösung

Detmar Doering

Die Politik des “schwachen Geldes”, die derzeit vor allem in den USA betrieben wird, soll dazu dienen, die Wirtschaft über mehr Exporte anzukurbeln. Langfistig wäre dies aber kein Weg zu mehr Wohlstand, kommentiert R. David Ranson für das National Center for Policy Analysis  Eine Abwertung könne eine zeitlang den Export zu Lasten der Importe stärken, führe aber auf Dauer zu einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts und trage somit zur Verarmung eines Landes bei.

Leitwährung adé?

Detmar Doering

Es kann sein, dass sich die Volksrepublik China freut. Denn von dort kommen schon lange Forderungen nach einer Leitwährung jenseits des Dollars. Der Haushaltsstreit in den USA birgt das Risiko, dass genau das kommen könnte, kommentiert Hannes Breustedt im Manager-Magazin.

Eurokrise: Ordnungspolitische Sünden und langfristige Perspektiven

Detmar Doering

Zu Beginn der Eurokrise dominierten kurzfristige ad-hoc-Maßnahmen die “Rettungspolitik”. Dabei, so schreibt das ehemalige Vorstandsmitglied der EZB, Jürgen Stark, in diesem Beitrag für das Cato Journal, wesentliche ordnungspolitische Pfeiler des Maastrichtvertrags beschädigt. Jetzt eröffne sich aber die Chance zu einem geregelten Vorgehen auf der Grundlage einer langfristigen Perspektive. Diese müsse vor allem die eigentliche Ursache, nämlich die Schuldenpolitik und das “Über-die-Verhältnisse-leben” der Mitgliedsstaaten, aufgreifen. Das setzt wiederum einen systematischen Umbau der europäischen Institutionen voraus.

Dummes deutsches Geld

Peter Altmiks

Gerald Braunberger berichtete in der FAZ über dummes deutsches Geld, d.h. generell hätten deutsche Banken Vermögen durch Fehlinvestitionen vernichtet. Braunberger unterschlägt hier zwei wichtige Fakten:

1. Es waren besonders die deutschen Landesbanken mit ihrer exzessiven Liquidität kurz vor Ende des Ablaufs von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung, die sich durch schlechte Investitionen auszeichneten und Milliardenbeträge verbrannten.

2. Die Kreditinstitute, die von persönlich haftenden Gesellschaftern geführt wurden, haben bis auf eine Ausnahme nicht in so genannte Schrottpapiere investiert.

Es ist richtig, dass man sich im Ausland über “dumb German money” lustig macht. Es waren aber vor allem – nicht nur – die staatlichen Banken wie z.B. IKB, WestLB und SachsenLB, die unüberlegte Investitionen tätigten und so den Spott auf sich zogen.

Exportüberschuss und Leistungsbilanzdefizit

Gérard Bökenkamp

Der Ökonom Gunther Schnabl hat auf dem Blog Wirtschaftliche Freiheit darauf hingewiesen, dass die deutschen Exporterfolge durchaus eine problematische Komponente aufweisen. Ein Exportüberschuss setzt gleichzeitig auch einen Export von Kapital voraus. Der Nutzen eines Exportüberschusses hängt davon ab, ob die Defizitländer in der Lage sind die Schulden später auch zu bedienen. In diesem Fall ist ein Exportüberschuss für eine alternde Gesellschaft etwas Gutes, weil in Zukunft aus den Einnahmen der ausländischen Anlagen Konsum im Inland finanziert werden kann. Bislang gibt es aber kaum Hinweise darauf, dass das Geld im Ausland tatsächlich investiert wird, sondern mehr spricht dafür, dass es konsumiert wird. Ohne Investitionen fehlt aber die Produktionsbasis, mit der in Zukunft die Überschuss erwirtschaftet werden können um die Verbindlichkeiten zu decken.

US-Notenbank: Anleiheankäufe gehen weiter

Gérard Bökenkamp

Die US-Notenbank ist vor der Entscheidung, die Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren zurückzuführen, zurückgewichen. Es war damit gerechnet worden, dass die Federal Reserve ihr Ankaufprogramm von 85 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar zurückfahren würde – das wird aber nun nicht geschehen. Es wird offenbar, dass sich durch die Verschuldung und die Gewöhnung der Wirtschaft an niedrige Zinsen ein Zustand eingestellt hat, den die Zentralbanker ohne Inflation nicht mehr bewältigen zu können glauben. Die Wirtschaftswoche kommentiert das so:

„Statt an der Höhe der Anleihenkäufe herumzufummeln, muss Bernanke also die Inflation anheizen, um den amerikanischen Staatsbankrott zu verhindern, obwohl Letzteres eher zu den Aufgaben des Finanzministers gehört. Dementsprechend handelt er, wobei der Ausgang dieses Experiments bis auf Weiteres offen bleibt. Abgesehen davon ist die Inflation im Sinn eines allgemeinen Güterpreisanstiegs (und nicht allein als Asset Inflation) nur schwer zu beeinflussen. Das heißt, das viele virtuell gedruckte Geld sucht sich seinen Weg selbst. Es kann weiter in Anlagen wie Aktien und Immobilien fließen, es kann für einen neuen Anstieg der Edelmetallpreise sorgen, aber auch von heute auf morgen das allgemeine Preisgefüge beeinflussen – oder alles zusammen.“

Economic Freedom 2013 Report veröffentlicht

Steffen Hentrich

EFW2013Deutschland holt im Vergleich zum Vorjahr auf und gehört wieder deutlich zu den wirtschaftlich freiesten Ländern Europas. Das geht aus der am 16. September 2013 veröffentlichten Studie Economic Freedom of the World hervor, die sich auf Daten des Jahres 2011 stützt. Sie fasst die Ergebnisse der Untersuchungen der wirtschaftlichen Freiheit in 142 Ländern weltweit in einem Index zusammen. Dessen wichtigste Eckpunkte sind individuelle Handlungsfreiheit, freiwillige Austauschbeziehungen, freier Wettbewerb und die Sicherheit privater Eigentumsrechte.

Auf der von 0 (geringste Freiheit) bis 10 (höchste Freiheit) reichenden Skala erreicht Deutschland 7,68 Indexpunkte; im Vorjahr waren es nur 7,52. Damit hat sich Deutschland im internationalen Ranking deutlich verbessert, vom 31. auf den 19. Platz und liegt damit nur knapp hinter den USA (7,73). Der Erfolg beruht vor allem auf einem Rückgang der staatlichen Regulierung und einer Reduzierung des Staatsanteils am Wirtschaftsgeschehen. Die hier erreichten Gewinne konnten der Stabilitätsverlust der Währung sowie die schleichende Erosion des Freihandels nicht konterkarieren.

Wolfgang Gerhardt, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: „Deutschland hat sein enormes wirtschaftliches Potenzial 2011 zu nutzen gewusst. Es wäre wichtig nun konsequent auf eine Agenda 2020 hinzuarbeiten.“ Detmar Doering, Leiter des an der Studie beteiligten Liberalen Instituts, sekundiert: „Insgesamt stimmt in Deutschland schon die Richtung. Aber in Sachen Staatsumfang und Steuern gibt es durchaus noch Raum für mehr Reformen. Auch gehört Deutschland immer noch zu den Paradiesen für staatliche Regulierer. Der Trend zur kleinlichen ‘Verbotsrepublik’ muss eher Sorgen bereiten und dient nicht der wirtschaftlichen Entwicklung.“

Wie bereits in den vergangenen Jahren steht Hongkong an der Spitze mit 8,97 Punkten im Ranking, gefolgt von Singapur (8, 73) und Neuseeland (8,49) als stabile Tabellenführer. Tabellenletzter ist Venezuela mit 3,93 Indexpunkten. Zur Gruppe mit den größten Defiziten der wirtschaftlichen Freiheit gehören nach wie vor die meisten Länder des afrikanischen Kontinents.

Durchgeführt wird diese Studie auch in diesem Jahr im Auftrag des Economic Freedom Network, einem Verbund von Forschungsinstituten aus 52 Ländern. Auf deutscher Seite das Liberale Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit beteiligt.

Zur Zusammenfassung der Studie (Deutsch)
Zur kompletten Studie (Englisch)

Einen umfangreicheren, zusammenfassenden Bericht über die Studie finden Sie auch im ordnungspolitischen Online-Journal Wirtschaftliche Freiheit.

Die Krise der Währungsunion ist nicht vorbei

Peter Altmiks

Die FAZ hat am 10. 9. Antworten von 14 bekannten Ökonomen auf fünf Fragen nach Ursachen, politischen Maßnahmen und Konsequenzen der Krise der Europäischen Währungsunion (EWU) publiziert. Die überwiegende Mehrheit der befragten Ökonomen sieht noch kein Ende der Krise. Fast alle konstatieren, dass die EWU de facto zu einer Transferunion und Schuldenhaftungsunion geworden ist. Die Mehrheit der Experten geht mittelfristig davon aus, dass nicht alle der heutigen Mitgliedsstaaten auch zukünftig Mitglied der EWU sein werden. Einige erwarten auch den “großen Knall”. Ein unkontrolliertes Auseinanderbrechen ließe sich ggf. mit einer Aufteilung in Nord- und Südeurozone verhindern.

Inflation in Großbritannien

Gérard Bökenkamp

Peter Comley hat sich auf dem Blog des IEA (Institute of Economic Affairs) mit der Geldentwertung in Großbritannien auseinandergesetzt. Er zeigt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg das Problem der Geldentwertung in Großbritannien eine Dimension angenommen hat wie zu keinem Zeitpunkt in den Jahrhunderten davor. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung sei der Umstand gewesen, dass sich keynesianisches Denken nach dem Zweiten Weltkrieg im Vereinigten Königreich ausgebreitet habe. Dies sei davon ausgegangen, dass es möglich sei durch Inflation Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Auch in jüngster Zeit, seit der Jahrtausendwende, hat die Inflation erhebliche Wirkungen gezeigt. Seit 2000 sind die Preise in Großbritannien um 50 Prozent gestiegen. Die Inflationserwartungen der Bank von England wurden dabei in jedem Jahr übertroffen. Das habe es der Regierung vereinfacht mit ihrem Schuldenproblem umzugehen. Geschadet habe es aber den Pensionsfonds und damit der Altersvorsorge, den Sparern und den Arbeitnehmern.

Inflation vergrößert Ungleichheiten

Gérard Bökenkamp

In seinem Beitrag „Geldpolitik und Ungleichheit“ für den Blog Wirtschaftliche Freiheit untersucht der Ökonom Norbert Berthold die Wirkung der Inflation auf die finanzielle Ungleichheit. Einen Weg, wie eine Politik des billigen Geldes sich zu Gunsten der großen Vermögen auswirkt, schildert er so:

„Eine expansive Geldpolitik beeinflusst die Verteilung der Einkommen auf vielfältige Art und Weise. Es ist kein Zufall, dass der Finanzsektor auf eine expansive Politik drängt. Die Notenbanken bringen die größere Geldmenge über die Banken in den Umlauf.  Diese gelangen als Erste in den Genuss des billigen Geldes. Sie geben es zu einem höheren Preis an die kreditnachfragende Kundschaft. Von dem so erzielten Profit schneiden sich Top-Management und Aktionäre ein überproportional großes Stück ab. Diese Entwicklung wird durch Inflation verstärkt.“

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