Archiv der Kategorie: Geldpolitik

Notwendige Anpassungen in den Krisenstaaten

Gérard Bökenkamp

Henrik Müller beschreibt auf Spiegel Online den Teufelskreislauf der Deflationsangst: „Es ist ein wiederkehrendes Muster: Die Angst vor Deflation sorgt für eine zu lockere Geldpolitik, die wiederum Aktienkurse und Immobilienpreise durch die Decke gehen lässt – eine Inflation der Vermögenswerte -, was abermals in einem Crash und neuerlichen Deflationsgefahren endet. Der monetäre Teufelskreis beginnt von Neuem.“ Der Preisverfall in einigen Euroländern sei mehr oder weniger zwangsläufig. Im Zuge der Reformpolitik sinken in den Eurokrisenländern Reallöhne und öffentliche Ausgaben. Gleichzeitig bereinigen die Banken ihre Bilanzen, was dazu führt, das diese weniger Kredite vergeben können, das senkt wiederum das Wirtschaftswachstum. Dieser Zustand werde wohl noch Jahre andauern und könne auch durch eine dauernde Niedrigzinspolitik wie in Japan nicht aufgehalten werden. Frankreich und Italien stünden die notwendigen Reformschritte erst noch bevor.

Bundesbank: Weder Inflation noch Deflation?

Gérard Bökenkamp

Nach Aussagen der Bundesbank sind die zentralen Herausforderungen des Jahres 2014 in den globalen Unterschieden zwischen Wachstum und Preisentwicklung zu sehen. Der Euroraum sei im Jahr 2013. hinter den Entwicklung anderer Länder zurückgeblieben. In Deutschland löse die Binnenkonjunktur die Einflüsse des Exports als Wachstumstreiber ab. Das sei auf den hohen Anteil der Beschäftigten, steigende Löhne und niedrige Zinsen zurückzuführen. Die Bundesbank prognostiziert für die Jahre 2014 und 2015 ein Wachstum von 1,7 Prozent und 2,0 Prozent.

In den übrigen Eurostaaten bestehe noch Anpassungsbedarf. Die Konsum- und Unternehmensnachfrage sei immer noch schwach. Die Perspektiven hätten sich allerdings gebessert. Die Bundesbank sieht weder die Gefahr einer Inflation, noch einer Deflation.

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Finanzkrise – Die Bankenregulierung war eine der Ursachen

Gérard Bökenkamp

BankenregulierungIm Zusammenhang mit der Bankenkrise wird sehr oft nach mehr Regulierung gerufen. Besser wäre es wohl, nach der richtigen Regulierung zu rufen. Denn schon heute gibt es einen sehr hohen Grad der Regulierung, die hat aber die Bankenkrisen nicht verhindert, sondern wesentlich zur ihrer Entstehung beigetragen, dass zeigt der Beitrag von Peter Altmiks in dem von ihm herausgegebenen Sammelband „Zu groß, um pleitezugehen – Dauerbaustelle Bankenregulierung.“

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Niedrige Zinsen und wandernde Blasen

Gérard Bökenkamp

Der Ökonom Gunther Schnabl stellt in seinem Beitrag für den Sammelband „Zu groß um pleitezugehten – Dauerbaustelle Bankenregulierung“ fest, dass die finanz- und gelpolitischen Ansätze der Keynesianer weitgehend gescheitert sind. Ein signifikantes Beispiel dafür ist Japen:

„Denn die seit Mitte der 1990er Jahre fortbestehende Nullzinspolitik konnte nicht zur nachhaltigen Wiederbelebung der einst so dynamischen japanischen Wirtschaft beitragen. Stattdessen ist der stetige Anstieg der Staatsverschuldung mit einer impliziten Verstaatlichung von Banken und Unternehmen, steigender Lohngleichung und schleichenden realen Einkommensverlusten einhergegangen. Keynesianische finanz- und geldpolitische Stabilisierungsmuster haben in die wirtschaftspolitische Sackgasse geführt, in der die erneut keynesianisch geprägten Abenomics wie ein verzweifeltes Aufbäumen gegen den stetigen wirtschaftlichen Verfall wirken.“

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Bundesverfassungsgericht und die EZB-Anleihekäufe

Gérard Bökenkamp

Das Bundesverfassungsgericht hat das Programm der EZB zum Kauf von Anleihen in Frage gestellt. Gemäß der Satzung der EZB ist der Kauf von Anleihen mit dem Ziel der Staatsfinanzierung verboten. Das Bundesverfassungsgericht hat das Gerichtsverfahren gegen die Anleiheverkäufe ausgesetzt und hat dem Europäischen Gerichtshof zehn Fragen zur Vereinbarkeit des Anleihekaufprogramms mit dem europäischen Recht vorgelegt. Das abschließende Urteil behält sich das Bundesverfassungsgericht jedoch  vor.

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Schwellenländer: Giganten auf tönernen Füßen?

J. Dehnert, Dr. G. Reitmeier, B. Lamm, B. Groeblinghoff, S. Herzog, Dr. H.-G. Fleck 

Dramatische Abwertungen der lokalen Währungen gegenüber dem US-Dollar, massive Kursverluste an den Börsen und hektische Reaktionen von Zentralbanken und Regierungen wecken Erinnerungen an die Asienkrise oder den Staatsbankrott Argentiniens im Jahre 2002. Galten die Schwellenländer seit der Finanzkrise 2008 als Wachstumsmotoren und Hoffnungsträger, so macht jetzt der Begriff der „Fragile Five“ für einige dieser Länder die Runde. Werden die Schwellenländer zum Opfer des Endes der lockeren US-Geldpolitik oder sind die Probleme hausgemacht? Unsere Experten in Argentinien, Brasilien, Mexiko, Südafrika, Indien und der Türkei haben sich mit dieser Frage beschäftigt.

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Lirakrise als Gefahr für Griechenland

Detmar Doering

LiraDie Geschichte Griechenlands und der Türkei sind  auf vielfältige und nicht immer unproblematische Weise miteinander verwoben. Das erweist sich auch jetzt. Die Krise der türkischen Lira lässt auch das Nachbarland nicht unberührt. Die sich langsam abzeichnende wirtschaftliche Erholung Griechenlands, die ja eine noch überaus fragile Entwicklung ist, erfahre durch die türkische Malaise möglicherweise eine neue Gefährdung, kommentiert Christian Schütte in Capital.

Wohin fließt das billige Geld?

Detmar Doering

Die EZB-Politik der niedrigen Zinsen und des lockeren Geldes soll dazu dienen, die Wirtschaft anzukurbeln. Aber kommt das billige Geld da an, wo es ankommen soll? Dank Regulierung verleihen Banken wohl nicht mehr so viel Geld an risikobehaftete Unternehmen. Das ist gut so. Aber die Bankenregulierung sorgt ebenfalls dafür, dass nun das Geld primär in risikobehaftete Staaten fließt und nicht in solide Teile der Realwirtschaft. Und das ist nicht so gut, findet Franz Schellhorn in diesem Kommentar bei Agenda Austria.

Multipolares Währungssystem?

Detmar Doering

In einigen Teilen Asiens hat der chinesische Renminbi bereits den US-Dollar als Leitwährung mehr oder minder abgelöst. Das ist auch eine Folge der sich allmählich vertiefende wirtschaftliuchen Integration der Region. Der Dollar wird dadurch global geschwächt. Es könnte, so Miriam Campanella in dieser Studie des European Center for International Political Economy (ECIPE), langfristig zu einem multipolaren internationalen Währungssystem kommen.

Solidität und Wachstum

Detmar Doering

Wachstum und Arbeitsplätze werden gerne gegen Sparen und Austerität ausgespielt. Die Idee, dass der Staat die Probleme der Wirtschaft lösen kann, wenn er nur genug Geld (und Schulden) in die Hand nimmt, scheint im Bewusstsein vieler Politiker tief verankert. Robert E. Rubin (Bild), Präsident Clintons früherer Finanzminister, hält diese Politik für die Ursache dafür, dass die wirtschaftliche Erholung in den USA so schleppend vorangehe. Staatliche “Stimuli” könnten der Wirtschaft vielleicht kurzfristig helfen, meint er hier, dauerhaft funktionierten aber nur fiskalische Disziplin, Investitionsförderung und tiefe Strukturreformen.

Astronom und Geldtheoretiker

Detmar Doering

Nikolaus Kopernikus (1473-1453) ist den meisten Menschen als Astronom ein Begriff. Ihm verdankt man die Erkenntnis, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, wie man zuvor glaubte. Dass er sich auch kompetent als Ökonom betätigte, weiß hingegen kaum jemand. Nathan Lewis erinnert in diesem Artikel für Forbes an Kopernikus als Autor einer Abhandlung über Geld aus dem Jahre 1526. Die Botschaft dieser Abhandlung war ein Loblied auf stabiles Geld, das gerade heute wieder an Aktualität gewinnt.

Die Zukunft Des Euro: Kritische Fragen – Liberale Antworten

Karl-Heinz Paqué, Michael Theurer, Alexander Graf Lambsdorff*

Kaum eine politische Frage beherrscht die Gemüter in Deutschland so wie die Zukunft des Euro und der Eurozone. Überall wird darüber diskutiert. Es stehen sich zwei Positionen gegenüber. Die Euro-Kritiker sagen: Die Währungsunion muss und wird scheitern. Die Euro-Befürworter sagen: Die Währungsunion muss und wird überleben. Wir gehören zur Gruppe der Euro-Befürworter. Ihr wird von den Euro-Kritikern vorgeworfen, sie sei nicht bereit, über Alternativen zum Euro überhaupt zu diskutieren; sie folge blind dem geflügelten Wort der Kanzlerin, der Euro samt Rettungspaketen sei „alternativlos“.

Das stimmt nicht. Wir sehen ganz klar die Alternativen, und wir sind bereit, intensiv über diese Alternativen zu diskutieren. Mehr als das: Wir fordern die Eurokritiker auf, endlich präzise darüber zu reden und offenzulegen, was genau sie sich als Alternativen vorstellen und welche Folgen diese hätten. Denn nur dann wird allen deutlich, warum die Auflösung oder die Schrumpfung der Eurozone die viel schlechteren Alternativen sind als deren Erhalt und Weiterentwicklung. Es ist der Populismus der Euroskepsis, der davon lebt, die Dinge im Nebulösen zu halten. Eine Politik der Vernunft lebt vom Gegenteil: der auf-geklärten, offenen Diskussion.

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