Gérard Bökenkamp
Benjamin Weingarten beschreibt in seinem Artikel “The Cause of Japan´s Boom and The Reasons for Its Prolonged Bust” den Grund für den Wirtschaftsboom in Japan in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts und die lang andauernde Phase der Stagnation, die dem folgte. Der Boom erfolgte, nachdem die japanische Zentralbank die Zinsen senkte. Von Beginn der achtziger Jahre an sanken die Zinsen kontinuierlich bis zum Ende der achtziger Jahre. Die Geldmenge vergrößerte sich jährlich im Durchschnitt der Jahre um über neun Prozent. Das senkte die Kosten für Kredite und führte zu einer Kreditblase, die dazu motivierte sich zu verschulden und in riskante Projekte zu investieren.
Die Verschuldung der Privathaushalte erhöhte sich von neun Billionen Yen im Jahr 1979 auf 67 Billionen Yen im Jahr 1991. Die privaten Unternehmen nahmen in diesem Zeitraum 85 Billionen Yen auf dem Aktienmarkt auf und steigerten ihre Ausgaben auf Rekordniveau. Das Volumen des Marktes für japanische Wertpapiere stieg in diesem Zeitraum von 29 Prozent des Nationaleinkommens auf 151 Prozent des Nationaleinkommens an, mit jährlichen Wertzuwächsen von 15 Prozent.
Als die japanische Zentralbank in den Jahren 1989 und 1990 dazu überging, die Zinsen zu erhöhen, fiel das Kartenhaus in sich zusammen. Der Nikkei verlor 80 Prozent, die Immobilienpreise fielen in den Jahren von 1991 bis 1998 um 80 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg in diesem Zeitraum von 2,1 Prozent auf 4,7 Prozent. Die Österreichische Schule der Nationalökonomie, zu denen Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und Murray Rothbard zählen, empfehlen für einen solchen Fall eine möglichst schnelle Liquidierung der Fehlinvestitionen und die Vermeidung schädlicher Staatsintervention.
Die japanische Regierung setzte hingegen auf keynesianische Konzepte der Krisenbewältigung. In den zehn Jahren zwischen 1990 und 2000 verabschiedete die japanische Regierung zehn Konjunkturprogramme mit einem Volumen von 100 Billionen Yen. Die Zinsen wurden bis auf Nullniveau gesenkt.

