Archiv der Kategorie: Bürgergesellschaft

Puppentheater Berlin

Steffen Hentrich

Puppentheater kenne ich nur noch aus meinen Kindertagen, die aufgewühlte Schar von Gestalten, die sich auf der Bühne oft über Nichtigkeiten zankte. Diese Erinnerung blitzt angesichts des Theaters über das Barbie Dreamhouse wieder auf: Die Puppe ist Stein des Anstoßes des feministischen Zeitgeistes und Gegenstand von Demonstrationen linker, grüner und feministischer Aktivisten geworden. Auch in den Medien darf Barbie nicht das harmlose Kinderspielzeug sein, was es ist, nein, sie wird zum Politikum. Das unglaublich naive Menschenbild, das die Gegner der blonden Puppe an den Tag legen, zeichnet Jennifer Nathalie Pyka in dem Beitrag Lasst die Barby im Dorf auf ihrem Weblog Ahnungslosigkeit trifft Größenwahn mit treffender Ironie nach:

Wer heute sein Kind ins Barbie-Haus schickt, stellt die Weichen und macht sich mitschuldig. Schon ein einziger Besuch führt unweigerlich ins Verderben. Kleine Mädchen können sich gar nicht wehren, bereits jetzt sind sie dazu verdammt, in ein paar Jahren als anorektische Hausfrau mit Schuhtick zu enden. Und alles nur wegen Barbie.

Daraus folgt also, dass Mädchen schlicht zu doof sind, um zwischen Realität und Barbie-Haus zu unterscheiden. Sie sind auch nicht dazu fähig, zu erkennen, dass Barbie eine Puppe ist. Natürlich verfügen sie ebenso wenig über fürsorgliche Mütter, die ihnen vorleben und erklären, dass Frauen innerhalb der westlichen Welt studieren, arbeiten, heiraten, tun und lassen können, was und wen auch immer sie wollen. Und auch später, wenn sie mal größer sind und theoretisch zwischen einer Karriere als Ingenieurin oder Designerin wählen können, werden sie aufgrund frühkindlicher Prägung nicht vom Berufsziel Barbie ablassen. Nein, Mädchen sind im feministischen Weltbild a priori unterbemittelte Wesen, bei denen schon eine Barbie reicht, um sie vollends vom rechten Weg abzubringen – und das lebenslänglich. Einmal pinkifiziert, immer pinkifiziert.

Insofern haben all die Mädels von der Spree noch mal Glück gehabt, dass es noch genug engagierte Berliner gibt, die sie stellvertretend vor der pinken Gefahr schützen und wissen, was gut für sie ist. Und Barbie selbst? Nun, wäre sie tatsächlich eine Frau, sie würde sich vermutlich doch recht schnell vom Acker machen.

Es waren einmal … Basisdemokraten!

Detmar Doering

Als sie sich an den Universitäten politisch etablierten, nannten sich ihre Studentenvertreter oft “Basisgruppen”. Überhaupt: Für viel und möglichst viel direkte Demokratie zu sein, war ein zwingender Teil des ökologischen Bewusstsein. So tickten die Grünen in ihre jugendlichen Sturm- und Drangzeit. Inzwischen, so kommentieren Maxeiner und Miersch in der Welt, seien sie erwachsen geworden – und auch ganz schön autoritär.

Wettbewerb und souveräner Bürger

Detmar Doering

Liberale stehen nicht zuletzt für Wettbewerbsföderalismus und Bürgersouveränität. Was das im Gefüge von Nationalstaaten und EU bedeutet und welche Grundbedingungen dafür erfüllt sein müssen, erklärt Viktor Vanberg in diesem Arbeitspapier des Walter Eucken Instituts.

In dubio pro libertate

Detmar Doering

Ob es um die “Homo-Ehe” geht oder ums Waffenrecht – ein einfacher Grundsatz wird gerne ausgeblendet: Auch beim kleinsten Zweifel ist der Freiheit der Vorrang zu geben. Der amerikanische Jurist Glenn Harlan Reynolds erinnert in diesem Kommentar daran, dass diese Einsicht über Parteigrenzen hinweg unter den Bürgern weiter verbreitet sei als gemeinhin angenommen wird.

Kein Sieg der Aufklärung

Detmar Doering

Die Religion befindet sich in Deutschland als allgemein gültiger Bezugsrahmen für den gesellschaftlichen Diskurs auf dem Rückzug. Stattdessen, so analysiert Alexander Grau in diesem Beitrag für Cicero, sei nun die Moral am Zuge. Das könnte man auf den ersten Blick als einen Sieg fortschrittlicher und säkularer Aufklärung deuten. Aber genau das sei leider nicht der Fall…

Zusammenhalt?

Detmar Doering

Dass der Sozialstaat den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke, scheint ein mittlerweile unhinterfragtes Grundaxiom der Politdebatte zu sein. Aber könnte der fürsorgliche Kuschelstaat, der den Bürgern die Eigenverantwortung abnimmt, nicht gerade das Gegenteil bewirken? In dem Kommentar Crime and  the Nanny State  für das Acton Institute stellt sich Jonathan Witt diese Frage.

Pferdesteuer? Petition unterzeichnen!

Detmar Doering

Die großen Steuern – etwas die Einkommensteuer und die Mehrwertsteuer – lassen sich nicht leicht erhöhen, weil im Grunde jeder Bürger betroffen und der potentielle Widerstand daher groß ist. Also versucht der Hochsteuerstaat es meist lieber mit unzähligen Kleinsteuern, die nur einige minoritäre Bevölkerungskreise treffen. Am Ende summieren die sich aber ganz schön. Im Endergebnis wird dann die Gesamtsteuerlast eben doch – scheibchenweise! – für alle erhöht. Darum muss man auch bei kleinen Dingen wachsam sein.

Ein neues Beispiel ist die geplante “Pferdesteuer”, die kleine Reiterhöfe hart treffen wird. Wer also verhindern will, dass die Pleitewelle hier um sich greift und die armen Pferde möglicherweise in der Lasagne landen, der kann bis zum 31. März seinen Bürgersinn spielen lassen und diese Petition via Internet unterzeichnen.

Ein neues Volk gewählt!

Detmar Doering

Von Bert Brecht stammt der Spruch: “Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?”

Nun, als Volk wird heute vielfach die sogenannte “Zivilgesellschaft” gesehen, die aus hoch politisierten Bürgerinitiativen und Lobbies besteht. Ihr wird zugetraut, ein quasi-demokratisches Gegengewicht zu Regierungsmissbrauch zu bilden. Es ist aber nun leider so, dass viele – im Grunde fast alle – diese Organisationen von denen finanziert werden, denen gegenüber sie dieses Gegengewicht bilden sollen.

Sichtbar werde das ganz deutlich bei der Europäischen Union, die sich auf diese Weise bereits eine eigene “Zivilgesellschaft” geschaffen habe, schreibt Christopher Snowdon in dieser Publikation des Institute of Economic Affairs. In dieser “Zivilgesllschaft komme Widerspruch gegen zentrale Maßnahmen der EU quasi gar nicht mehr vor. Was die Regierenden in Brechts Zeiten noch nicht so recht schafften: Die EU hat sich ihr “Volk gewählt”.

30 Jahre …

Detmar Doering

… gibt es die Grünen. Dieser Jahrestag hat viele Kommentatoren zu euphorischen Lobpreisungen veranlasst. Bettina Röhls Beitrag in der WiWo ist eine Ausnahme. Die Partei, die zurzeit den Herrschaftsdiskurs unangefochten anführe, habe eine negative Bilanz aufzuweisen.

Mit der Demokratie zum Glück

Detmar Doering

Gerade autoritäre und totalitäre Regime versprechen der Glück durch Sicherheit und das Wohlgefühl der Volksgemeinschaft. Wirklich glücklich scheinen die Menschen aber nur in einer Demokratie zu sein. Mehr noch: Der Ökonom Bruno S. Frey stellt in diesem Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung fest, dass Forschungen in der Schweiz ergeben hätten, dass ein mehr an direkter Demokratie diesen Faktor noch einmal steigert.

 

DDR war leistungsfähiger als bisher gedacht…

Steffen Hentrich

…zumindest was die Effektivität ihres Überwachungsstaats anbelangt. Offenbar hat die nahezu lückenlose Kontrolle der DDR-Bürger durch das Ministerium für Staatssicherheit deutlich weniger Inoffizielle Mitarbeiter (IM) erfordert als man bisher angenommen hat. Zudem, so der diese Auffassung vertretende DDR-Forscher Ilko-Sascha Kowalczuk, hätten die IM nicht ausschließlich Familie, Freunde oder Dritte ausspioniert, sondern nebenbei auch noch über  ”Arbeitsprobleme, Versorgungsengpässe, Havarien etc.” berichtet. Hervorragende Arbeitsorganisation, kann man der Partei- und Staatsführung und den ihr zuarbeitenden Sicherheitsorganen angesichts dieser personalsparenden Arbeit nur bescheinigen. Kein Wunder, dass es immer noch politische Kreise gibt, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Leistungsfähigkeit des Sozialismus hinweisen. Kontrollieren konnte man damals schon, Lehren daraus ziehen jedoch bis heute nicht.

Karnevalsmusik

Detmar Doering

karneval

Heute ist Rosenmontag! Zeit, einmal daran zu erinnern, dass hinter der Karnevalsmusik – zumindest auf der anderen Seite des Atlantiks – ursprünglich auch eine Freiheitsidee steckte.