Nicht der Mühe wert

Steffen Hentrich

Klimapolitiker geben vor sich an von der Wissenschaft empfohlenen Zielen abzuarbeiten. Egal, ob es sich um Emissionsziele, nicht zu übersteigende globale Treibhausgaskonzentrationen oder Temperaturziele handelt. Versteckt hinter dieser vermeintlich alternativlosen Vorgabe wird dann ein Sammelsurium an klimapolitischen Instrumenten auf die Bürger abgefeuert, wobei Zweifel an deren Wirksamkeit und Berechtigung sehr schnell als Sorglosigkeit gegenüber kommenden Generationen und der Natur abgetan werden. Nimmt man jedoch systematische Kosten-Nutzen-Analysen von Ökonomen ernst, dann ist dieser Spieß sehr schnell umzudrehen, denn zuviel des vermeintlich Guten ist genau das Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt wird. In einem neuen Paper macht der Umweltökonom Richard Tol einmal mehr darauf aufmerksam, dass eine an wohlfahrtsoptimalen Kosten-Nutzen-Kriterien ausgerichtete Klimapolitik eine deutlich geringere Belastung bedeuten würde als die aufgeblähten Klimaschutzziele und auf deren Erreichung abgestellte Klimaschutzinstrumente. Klimapolitik wird dadurch zu einer Gefahr für Wohlstand und Entwicklung. Es mag Profiteure der Klimapolitik geben, ihr Agieren ist letztlich der Grund für das hartnäckige Festhalten an den politischen Fehlern der vergangenen zwei Jahrzehnte, die Gesellschaft als Ganze und vor allem deren schwächste Mitglieder, in deren Namen stets argumentiert wird, erleiden einen nicht wieder wiedergutzumachenden Schaden.

3 Antworten zu “Nicht der Mühe wert

  1. Vielen Dank für diesen äußerst interessanten Blogbeitrag!
    Ich befürworte auch eine Klimapolitik, die wohlfahrtsoptimiert und nach Kosten-Nutzen-Kriterien ausgerichtet ist. Meiner Meinung nach ist z.b. die Subventionierung von Wärmepumpen ein gutes Beispiel.

    Gruß

    • Steffen Hentrich

      Nein, eine Subventionierung kann per se keine effiziente Klimapolitik sein, da sie nicht direkt am Schadstoff ansetzt, sondern nur eine Technologie fördert, von der man sich unsichere Emissionsreduktionen erwartet, deren Umfang sich zu dem von Anwendungsfall zu Anwendungsfall unterscheidet. Damit wären wir bei unterschiedlichen finanziellen Kompensationen für eine gleiche Menge an treibhausgaskonzentrationen. Zudem führt eine Subventionierung von schadstoffreduzierenden Technologien zu eine Senkung der Durchschnittskosten, was im Wettbewerb zu sinkenden Preisen für den Energieverbrauch von Wärmepumpen führt und den eigentlichen Einspareffekt teilweise wieder aufhebt. Effiziente Klimaschutzinstrumente belasten ein jeweilige Menge an Klimagasen in gleicher Höhe und verteilen ihre Einnahmen gleichmäßig über die Köpfe aller mit Abgaben belasteten Individuen, um den negativen Einkommenseffekt der Konsumabgabe auf die Wohlfahrt zu kompensieren.

  2. Wie der Zufall es will, bis gerade auf einen sehr kritschen Artikel über Wärmepumpen gestoße. Durch die stark gestiegenen Stromkosten sind
    Wärmepumpen nicht mehr rentabel:
    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/strompreise-auch-waermepumpen-jetzt-unwirtschaftlich/

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