“Wissenschaft” in China

Detmar Doering

China ist für viele Kommentatoren mittlerweile so etwas wie ein Wunderland. Die können einfach alles besser… Schon bei der Wirtschaft könnte man Zweifel anmelden, aber offensichtlich wird die tönerne Natur der Füße, auf der in der Diktatur dort alles ruht, im Wissenschaftsbetrieb. In einer Gesellschaft, in der Kritiker schnell mundtot gemacht werden können, gehören Betrug und Fälschung zum Normalfall. Shin-min Fang, der wegen seiner Enthüllungen in China schon öfters vor Gericht stand, schildert die Lage in diesem Interview im New Scientist.

2 Antworten zu ““Wissenschaft” in China

  1. Mit Verlaub, der Artikel kommt mir vor, wie das Pfeifen im Dunklen.
    Sicher ist unbestreitbar, dass es auch! in China etliche Trittbrettfahrer im Wissenschaftsbereich gibt. Ein beschämendes Beispiel dafür war der Fall “Perelman” in dem sich selbst ein Wissenschaftler vom Rang eines Yau eingehängt hatte. Er und seine damaligen Schützlinge haben sich danach zwar entschuldigt, aber dennoch, auch der Versuch war sicher bereits zuviel.
    Nichtsdestoweniger sind die wissenschaftlichen Leistungen, die derzeitig in China und von Chinesen in den Universitäten vorgelegt werden, Respekt und Anerkennung zu zollen.
    Man sollte sich eben immer vor Verallgemeinerungen hüten.
    Die Frage, die Herr Doering aufwirft, zielt auf längerfristige Folgen. Natürlich wurde und wird vieles in China noch plagiiert. Nur sollte man das doch noch in Erinnerung haben, nämlich dass wir so etwas schon hatten. Man denke zurück an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als Japan hierzulande bekannt wurde mit den vielen Touristen, die mit Kameras behängt herumreisten und alles fotografierten. Auch sie hatten damals vieles abgekupfert. Danach mussten wir dann erkennen, dass mit dem Abkupfern aber auch gelernt wurde. Und zwar so, dass es dazu führte, dass ganze Industriezweige verloren gingen. Und das hatte keineswegs nur mit dem Lohn zu tun. Japan überholte uns auch in manchen Fällen in den Innovationen. Ähnliche Erfahrungen konnten wir auch mit Korea machen. Und unübersehbar wird das auch mit China passieren.
    Es wäre hilfreicher, wenn wir uns immer wieder klar machen würden, dass wir uns auf dem derzeitigen Level, der ja auch, unbestrittener Maßen, auch schon mal besser war, halten können, wenn wir soweit nur irgend möglich versuchen, den wissenschaftlichen Bereich nach vorne zu bringen.
    Ob das aber mit all den Regulierungen, Befindlichkeiten, Einschränkungen möglich sein wird, da muss man sicherlich ein Fragezeichen setzen.
    Artikel 5,3 unseres GG trifft heute doch nur noch bedingt zu. Zuviel wird poltischen Interessen, Befindlichkeiten u,ä. untergeordnet.
    Der genannte Artikel von Fin-Min Fang gibt wenig Aufschluss über die tatsächlichen Verhältnisse. Sie sind eher ein Abbild seiner Empfindungen, die ja durchaus hier und dort zu erkennen sein können. Das aber als globale Situation darzustellen, dürfte fragwürdig sein.
    Ich hatte hier Yau angeführt, weil es sich um einen weltweit anerkannten und verdienten Spitzenwissenschaftler handelt, der an weltweit führenden Universitäten (USA) gelehrt hat und dies auch noch tut. Ein Mann, der aber auch die Größe hat sich zu entschuldigen, wenn er erkennen muss, irregeführt worden zu sein.
    Auch das ist eine nicht alltägliche Eigenschaft in der heutigen Zeit, auch nicht hier in Europa oder überhaupt in der restlichen Welt.

  2. Ähnlich wie einst in Japan und dann Korea (Süd!) gehört es anscheinend fast zur regional bestimmenden Mode, abzukupfern, was immer geht.
    Das ist nicht neu.
    Aufstrebende Wirtschaftsnationen dürfen nicht zimperlich sein, wenn sie baldigen Anschluß finden wollen.
    Darüberhinaus kann strikte Wissenschaftlichkeit – wie gelegentlich auch anderswo zu vernehmen – den erwünschten Fortgang hindern. Also macht man etwas dagegen. Na und?
    Allerdings sollte dann nicht so getan werden, als ob alles in bester Ordnung wäre. Daß dies nicht der Fall ist, weiß ohnehin bald jeder.

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