Steffen Hentrich
Die Elektrifizierung der Straße gilt in Deutschland als ausgemacht, auch wenn in jüngster Zeit die Begeisterung etwas verflogen zu sein scheint. Kein Wunder, den das mit Batterien betriebene Straßenfahrzeug ist alles andere als ein Ressourcenschoner, weshalb auch der Preis eines Elektroautos nichts für Sparfüchse ist. Doch auch gegenüber einer “Teilelektrifizierung” der Straße muss sich das allein mit Strom betriebene Fahrzeug geschlagen geben, wie Batterieexperte John Petersen im Wirtschaftsmagazin The Street beschreibt:
Nehmen Sie an Ihnen steht eine Akkukapazität von 45 kWh zur Verfügung. Damit können sie einen elektrisch betriebenen Tesla-Sportwagen Model S oder 30 Hybrid-PKWs der Prius-Klasse zusammenbauen. Mit dem Tesla wird sein Besitzer im Jahr 400 bis 500 Gallonen Benzin weniger verbrauchen können, doch mit einer Flotte von 30 Hybridfahrzeugen lassen sich mit dem selben Akkumaterial rund 4800 Gallonen Sprit einsparen.
Ob die Mehrkosten für diese Fahrzeuge die genannte Ersparnis wirtschaftlich sinnvoll machen, steht noch einmal auf einem völlig anderen Blatt. Die geringe Verbreitung von Hybridfahrzeugen spricht Bände über die Wirtschaftlichkeit einer Teilelektrifizierung des Straßenverkehrs. Auf jeden Fall illustriert dieses Beispeil sehr gut, wie weit daneben der Staat mit seinem Ansinnen der Zukunftsvorsorge via Planung und Subventionen liegen kann. Sinnvoll sind die Subventionen unter diesen Bedingungen sicher nicht eingesetzt, es sei denn, man beurteilt die Sinnhaftigkeit nicht nach Effizienzkriterien, sondern aus der Perspektive des politischen Kalküls.
Mag ja alles etwas für sich haben.
Dennoch wäre unter Fließbandproduktionsbedingungen wie ungefähr aktuell und den damit verbundenen Rationalisierungseffekten der Zusammenbau von ein paar Plastikteilen nebst einer winzigen Elt-Antriebseinheit an der einen oder anderen Radnabe derart kostengünstig, daß die Industrie genau davor die größte Angst hat, da sie kaum etwas zu verdienen in der Lage wäre, weil soetwas global jeder “Idiot” millionenfach produzieren könnte.
Da liegt der Hase im Pfeffer. Alles andere ist Spiegelfechterei.
Das Thema Elektrofahrzeuge ist eine Lachnummer an sich.
Mal abgesehen von den Speicherkapazitäten, die derzeit zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage der Versorgung. Ob reine Elektroautos im größeren Stil verkäuflich sind, ist mehr als fraglich. Schließlich wird der größte Teil der deutschen Produktion ins Ausland verkauft. Dann ist es zwar richtig, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Nur hat die Steckdose dummerweise auch Kabel, die letztlich bei irgendeinem Kraftwerk landen, oder eben auch Windmühlen oder Photovoltaikanlagen.
Derzeit sind diese Produktionsstellen damit beschäftigt, den derzeitigen Bedarf zu decken.
Also gilt es jetzt, den Rechenstift in die Hand zu nehmen und einmal überschläglich zu berechnen, wieviel zusätzliche Energie bereitzustellen sind, wenn denn dann einmal alle Fahrzeuge elektrisch betrieben werden.
Nun rechnen wir mal, zum mitschreiben: 30 Millionen Fahrzeuge, Betriebszeit pro Tag 3 Stunden (dürfte eher darüber liegen), Leistung des Motors 80 KW, Leistungsabforderung 50 %, 365 Tage pro Jahr = 1,3 x 10^15 oder 1,3 Petawatt.
Derzeit produziert die BRD 620 Terawatt. Es müssten also mehr als die doppelte derzeitige Leistung zusätzlich bereitgestellt werden. Die doppelte Leistung, also 2.6 PW wären vermutlich immer noch zuwenig.
Dass Fahrzeuge auch Energie benötigen, um sich zu bewegen, dürfte weithin bekannt sein. Deshalb stellt sich doch die Frage der Bereitstellung an erster Stelle.
Man kann aber auch eine Kontrollrechnung machen und prüfen, wieviel Kraftstoff für Fahrzeuge pro Jahr zur Verfügung gestellt wird. Auch daraus lässt sich unter Berücksichtigung des jeweiligen Wirkungsgrades die erforderliche elektrische Energie berechnen.
Gleiches gilt analog für die Verwendung von Brennstoffzellen. Hinsichtlich der Brennstoffzellen ist auch der Energieaufwand zu ermitteln, der zur Herstellung des Wasserstoffs zu leisten ist. Auf die klimatischen Auswirkungen sind ebenso Anworten zu geben. Schließlich dürfte bekannt sein, dass Wasserdampf ein starkes Klimagas ist.
@ hajac:
Mit Ihrer Einstellung des spitzen Bleistifts – dabei sind wir doch bereits im Universum unterwegs – wäre weder der Ottomotor, noch die Atomkraft noch irgendetwas durchgesetzt worden.
Bedenkenträger sind noch nie Unternehmer gewesen – im Gegenteil wurden wohl bald alle Innovationen von dynamischen Risikoträgern vorangetrieben.
Derweil fährt das Elt-Auto bereits auf allen Straßen – lautlos, abgasfrei und unter Einbeziehung der Skaleneffekte bei Fließbandproduktion dann auch konkurrenzlos billig.
Warum sollte man das denn den Menschen vorenthalten?
Wird man eh nicht können, denn wenn wir es nicht machen, machen es alle anderen. Die alten Industrien sind ohnehin nur noch walking dead.
Man soll es ihnen keineswegs vorenthalten. Man soll sich nur auch Gedanken machen, dass auch die entsprechende Energie bereitgestellt werden muss.
Wir sind im Universum unterwegs? Wenn Sie das tatsächlich meinen sollten, dann leben Sie noch im archaischen Universum, das in der Tat sehr überschaubar war. Vielleicht ist es Ihnen entgangen, aber der nächste Fixstern, also die nächste Sonne (Alpha Centauri), ist ca. 4,5 Lichtjahre entfernt. Nehmen wir die Bewegung der Erde um die Sonne mit ca. 30 km/s an (108.000 km/h), dann würde ein Flugkörper, der sich mit dieser Geschwindigkeit nach Alpha-Centauri bewegt in lächerlichen 42.000 Jahren dort ankommen. Da reden Sie von Universum?
Sie müssen Science fiction und Realität trennen. Den “Warp”- Antrieb gibt es in Science fiction Romanen, in der Realität gibt es ihn nicht und es wird ihn in der von Ihnen angenommenen Form nicht geben.
Sie müssen sich schon damit abfinden, dass der Planet Erde und vielleicht einige Planeten bzw. deren Monde die einzigen Ressourcen sind, die uns verfüfbar sein könnten. Der Konjunktiv deshalb, weil auch das noch durchausfraglich ist, wenn mit den Ressourcen wie gehabt umgegangen wird.
Meine Argumentation zielte genau auf dieses Problem. Ressourcenverbrauch und Umweltverbrauch werden als “menschengemacht” dargestellt. Wenn das so ist, dann sind die Menschen die Verursacher, somit eben die Vielzahl dieser Menschen, nämlich derzeit 7 Milliarden. Diese Zahl wurde erreicht über ein Wachstum von jährlich 1,8 bis 2 %. Das wiederum bedeutet eine Verdoppelung alle 35 bis 40 Jahre. Selbstverständlich wird dieses Wachstum einer Sättigung, um das mal naturwissenschaftlich zu benennen, unterliegen.
Ob man es aber zu einer solchen Sättigungskorrektur kommen lassen sollte, sollte man sich reiflich überlegen. Bekanntlich ist die Natur, die das dann übernimmt, nicht gerade zimperlich.
Im übrigen verweise ich auf eine Studie der UNESCO aus dem Beginn der 60er Jahre, die sich mit diesem Thema beschäftigte.
Sie schneiden aber eines des gravierendsten Probleme der letzten Jahrzehnte an: Sie sprechen vom “spitzen Bleistift”. Ich bin keineswegs ein Verfechter der Tintenp….. Aber mit Parolen kommt man nun einmal nicht weiter. Die Realität holt die Fantasie immer wieder ein.
Um auf die Elektrofahrzeuge zurückzukommen, es muss doch jedem klar sein, dass damit ein enormer Bedarf an Elektrizität verbunden ist. Der TReibstoff wird damit ersetzt. Heute, bei den paar Fahrzeugen, die diesen Vortrieb nutzen, spielt das kaum eine Rolle. Man wird aber von den fossilen Brennstoffen abkommen müssen. Selbst wenn man den heutigen Verbrauch als statisch annimmt, ergibt sich eine Verfügbarkeit von vielleicht einigen hundert Jahren, wenn man die Kohlevorräte hinzunimmt. Die Frage, die zu beantworten ist, ist aber, wie schaffen wir es über einige hunderttausend Jahre, oder auch nur tausende von Jahren?
Es geht nur über eine Reduzierung der Bevölkerung. Und die wiederum sollte, soweit sollte die Spezies Mensch inzwischen gekommen sein, menschlich und lebenswert für die vielen kommenden Generationen sein.
Das wiederum erfordert zwingend eine Abkehr von überlieferten archaischen Gesellschaftsvorstellungen, vor allem innerhalb der diversen Religionen, die diese auch heute noch vertreten. Es ist keine Frage, dass diese auf Religionen begründeten Ideen und Vorstellungen seinerzeit berechtigt waren, sogar unverzichtbar waren. Heute aber wirken sie zerstörend.
@ hajac:
Für den Einen ist das Glas eben halbleer – während es für den Anderen halbvoll ist.