Moral in der Gesundheitspolitik: Wie mit wohlklingenden Argumenten perverse Anreize gesetzt werden

Sascha Tamm

Wenn es um die Gesundheit geht, werden gern Gerechtigkeit, Solidarität und Mitleid mit den Kranken und Schwachen ins Feld geführt. Logik und wirtschaftlicher Sachverstand haben kaum eine Chance und bleiben auf der Strecke. Doch die Trennung von ökonomischer Einsicht und moralischen Erwägungen führt regelmäßig dazu, dass beides auf der Strecke bleibt – Moral und Wirtschaftlichkeit.

So klingt es erst einmal verlockend, dass auch chronisch Kranke zu den gleichen Tarifen wie andere Menschen versichert werden und das das auch zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach Eintritt dieser Krankheit geschehen kann. Das ist doch, so scheint es, moralisch geboten.

Doch John C. Goodman zeigt in seinem Beitrag The Market for Healthcare Risk: How the Current System Biases Against Patients with Pre-existing Conditions auf dem Blog des Independent Institute, welche unsinnigen und unmoralischen Folgen das in den USA hat. Es werden Anreize geschaffen, sich nicht zu versichern, solange man gesund ist. Es werden Anreize geschaffen, um jeden Preis zu verhindern, dass sich chronisch Kranke bei einer bestimmten Versicherung versichern. Die Logik der Markteingriffe lautet nach Goodman:
In normal markets, entrepreneurs make profits by figuring out how to better solve other people’s problems. In healthcare, by contrast, entrepreneurs run from other people’s problems.

Eine Alternative, die sowohl wirtschaftlich als auch moralisch überlegen ist, ist eine Kombination aus einem freien Versicherungsmarkt und subjektbezogenen Subventionen für den Versicherungsschutz bzw. die Behandlung chronisch Kranker.

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