Auf den Lehrer kommt es an

Peter Altmiks

Kürzlich ist ein interessantes Buch erschienen, welches Verbesserungen im Bildungswesen aus der Sicht eines Lehrers vorschlägt. Es wurde von Rainer Werner, einem erfahrenen Pädagogen aus Berlin, geschrieben und trägt den Untertitel “Wie Schule wirklich gelingen kann”.

Werner geht eingehend auf die gewandelte Lehrerrolle und die erforderlichen Persönlichkeitsmerkmale eines erfolgreichen Lehrers ein. Dieser Aspekt fehlt oft in vielen Beiträgen von Erziehungswissenschaftlern und Journalisten. Vor allem setzt Werner sich für eine Befreiung der Schulen aus ihrer Unmündigkeit ein. Sowohl bürokratische Fesseln als auch politische Irrwege hätten den deutschen Schulen jahreland geschadet. Allerdings greift seine berechtigte Kritik an der alleinigen Beschränkung des Bildungsbegriffes auf die bei PISA prüffähigen Fertigkeiten zu kurz. Niemand behauptet, dass nur Bildung gewünscht sei, die den deutschen Schülern bei PISA zu Vergleichserfolgen verhilft. Gleichwohl sind die von Werner für die gymnasiale Bildung geforderten “geistige Durchdringung komplexer Sachverhalte, philosophische Erkundungen und musische Erlebnisse” nur möglich, wenn ein grundlegendes Leseverständnis vorhanden ist. Hier hatte der erste PISA-Test keine guten Ergebnisse für deutsche Schüler erbracht und insofern einen Mangel aufgedeckt.

Insgesamt ist das Buch von Rainer Werner sehr lesenswert und zeigt einen praktikablen Ausweg aus der Reformhysterie und dem überflüssigen Grabenkrieg um die richtige Schulform. Die Defizite liegen bei der Auswahl, der Ausbildung und der Anstellung der Lehrer. Hier muss reformiert werden. Werner bricht zudem eine Lanze für die Reformpädagogik.

Quelle: Rainer Werner, Auf den Lehrer kommt es an. Wie Schule wirklich gelingen kann, Berlin: Auriga, 2012 (71 Seiten).

2 Antworten zu “Auf den Lehrer kommt es an

  1. Reiner Vogels

    Niemand hat das Recht, darüber zu entscheiden, was Kinder an Wissen und an geistiger Bildung erhalten sollen, als die Eltern. Sie werden, von wenigen perversen Ausnahmen abgesehen, das hat der liebe Gott so eingerichtet, immer im Liebe zu ihren Kindern das Beste für ihre Kinder wollen und nach bestem Vermögen anzustreben versuchen.

    Staatliche Schulen dagegen werden immer und tun es auch beständig ideologische Vorgaben in den Mittelpunkt stellen. Wenn ich heute sehe, in welcher Unverschämtheit, mit welch totaliärer Anmaßung und mit welch arrogantem Hochmut heutige Schulen die Unwissenheit und mangelnde Kritikfähigkeit von kleinen KIndern ausnutzen, um sie mit der Klimareligion – der heutigen offiziellen Staatsreligion – vollstopfen und dies dann auch noch als Wissenschaft ausgeben, denke ich, dass der Staat im Schulwesen radikal zurückgerdrängt werden sollte. Er hat kein Recht zur Indoktrination der Kinder.

  2. Abgesehen von den Eltern und einigen wenigen eindrücklichen Kontakten im Leben ist es der eine – oder wenn`s gut ging auch mehr – Lehrer in Volks- oder höherer Schule, dem der einstige Schüler zu vedanken erinnert, was ihm half auf seinem langen Weg.
    “Persönlichkeit” ist durch Anderes eben kaum aufzuwiegen.

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