Steuerethik

Detmar Doering

Wer niedrigere Steuern fordert ist entweder ein unsozialer Egoist oder ein Mensch mit einem verflacht ökonomistischen Weltbild oder gar beides zusammen. So oder ähnlich vernimmt man es oft in der politischen und medialen Debatte.

Die amerikanischen Soziologen Jeffrey Kidder und Isaac Martin haben diese These in einer Studie einmal sorgfältig untersucht. Sie fanden dabei etwas für viele Menschen scheinbar Überraschendes heraus. Bürger, die niedrigere Steuern fordern, tun dies meist aus äußerst moralischen Gründen. Sie finden die Idee, dass Leistung bestraft wird, unmoralisch. Persönliche Autonomie, Selbstbestimmung und persönliche Tugenden stünden bei ihnen hoch im Kurs.

Eine Antwort zu “Steuerethik

  1. Kidder und Martin bestätigen einmal mehr, was klassische libertäre Schule sowie Philosophen der Antike längst als unumstößliche Parameter menschlicher Existenz erkannten:

    Es ist und bleibt der Mensch als Individuum mitsamt seiner originären Freiheit, der Mittelpunkt aller Bestrebungen sei, wären sie unmittelbar menschliche oder mittelbar durch Beauftragte (sog. staatliche).

    Gerade der vom Individuum abgeleitete und ohne originäres Recht ausgestattete Staat, der Nichts ist ohne die, die ihn (maßgeblich) tragen, hat die ihm auf den Weg gegebene Pflicht, sich täglich ein wenig mehr überflüssig zu machen, damit seinem derivativen Charakter zu folgen.
    Genau das Gegenteil ist aktuell fast weltweit der Fall – und tödlich für das Individuum.

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