Hollande: Kein Grund zur Panik?

Detmar Doering

In Deutschland hat der Sieg des Sozialisten Francois Hollande über den “konservativen” Amtinhaber Sarkozy große Ängste ausgelöst. Steht ein ideologischer Konfrontationskurs bevor, der die wirtschaftliche Stabilität ganz Europas gefährdet?

In Amerika sieht man das anscheinend gelassener. In ihrem Kommentar für das American Enterprise weisen Danielle Pletka und Gary J. Schmitt auf die geringen außenpolitischen Spielräume des neuen Präsidenten hin und auf seinen ansonsten stets vorgetragenen langweiligen Pragmatismus.

 

3 Antworten zu “Hollande: Kein Grund zur Panik?

  1. Die US-amerikanische Sicht auf den Euro und die EU ist oft eher ‘Makro’ und kommt (gegebenermaßen) von Außen. Die Perspektiven sind dabei in der Regel wenig von derzeitigen inner-europäischen Struktur-Debatten wie ‘Legitimation der Nationalstaaten versus Legitimation des EU-Supra-(Post-)Nationalstaates’ tangiert. Es geht in us-amerikanischen Texten, die ich gelesen habe, oft um die Stabilität der EU und deren Gesamt-Zustand. Vermutlich aus der starken ‘realistischen’ Tradition [http://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_%28Internationale_Beziehungen%29] heraus – und aus der Relevanz für den ‘Hegemon’ USA – bezieht sich das oftmals auf Fragen der internationalen Beziehungen. Hierbei wiederum vielfach auf “geopolitische” Fragestellungen und Analysen, also aus der bzw. für die internationalen ordnungs- und sicherheits-politischen Perspektiven.

  2. In der Tat ist nicht Hollande das Problem.
    Das liegt tiefer und ist komplex und vor allem grundsätzlicher Natur:

    Es fehlt an dem Entscheidenden, dem erklärten Willen der Völker nämlich, ihre Souveränität (am Ende) komplett aufzugeben.

    Je unaufrichtiger die Politiker reden und je zusammenhangloser sie sich bemühen, eigenes Handeln vorzutäuschen, zu dem alle verfassungsrechtlichen Ermächtigungen fehlen, um so wirrer erscheint, was auf der Bühne vorgezeigt werden soll: mieses Theater eben.

    Demnach hängt alles von Anfang an – seit über zehn Jahren – nur in der Luft. Es gibt keine Basis für das, was da so geredet wird. Der Euro ist seit seiner “Einführung” walking dead, nichts sonst.

  3. Euro, EU, Strukturwandel. Das Ende und/oder ein neuer Anfang? Ich tippe auf einen punktualistischen Wandel, der sich derzeit vollzieht. Eventuell garniert (oder gar mitgeprägt) mit (subjektiv) sympathischen oder unsympathischen (historischen Augenblicken der Möglichkeit für) Abweichungen.

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