Schuldenschnitt für Griechenland und Portugal

Detmar Doering

Die Schuldenkrise beunruhigt Europa. Aber wie schlimm steht es um die einzelnen Länder? Henning Klodt und David Bencek vom Kieler Institut für Weltwirtschaft haben zur Beantwortung der Frage eine Schuldenbarometer zusammengestellt.

Dazu wurden nicht nur die Schuldenberge berücksichtigt, sondern auch die Wachstumschancen zu deren Abbau. Fazit: Um einen massiven Schuldenschnitt werden Griechenland und Portugal nicht herumkommen. Andere Krisenstaaten, wie etwa Irland, könnten glimpflicher davonkommen.

2 Antworten zu Schuldenschnitt für Griechenland und Portugal

  1. Inhaltlich stimme ich zu, aber die Formulierung “um einen massiven Schuldenschnitt werden Griechenland und Portugal nicht herumkommen” ist unglücklich. Das klingt ja so, als wäre ein Schuldenschnitt unangenehm für diese Länder.
    Es sind aber die Gläubiger, die um den Schuldenschnitt nicht herumkommen werden.

  2. Bei der Berechnung des “notwendigen Schuldenschnitts” habe ich einen Einwand: Anscheinend wird hier mit dem aktuellen Marktzins der jeweiligen Staatsanleihen gerechnet. Wenn aber die griechischen Staatsschulden um über 80% reduziert werden (auf nur noch 30% des BIP), ist es ziemlich unrealistisch immer noch einen Zinssatz von etwa 20% zu unterstellen. Wenn man die Berechnung in dieser Hinsicht modifiziert, ergibt sich für Griechenland ein Wert von um die 50% und für Portugal von allenfalls 30%. Das zeigt, dass die Lage Portugals zu sehr dramatisiert wird.

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