Knapp und doch im Überfluß

Steffen Hentrich

Es muss nicht billiger werden, kann aber, wenn die Preise stimmen.

Vor 32 Jahren schlossen die Wissenschaftler Julian Simon (Ökonom) und Paul Ehrlich (Biologe) eine Wette über die Preisentwicklung eines Bündels von metallischen Rohstoffen ab, die Simon ein Jahrzehnt später aufgrund gesunkener realer Preise gewann (siehe PERColator, 13.01.2012). Der technische Fortschritt bei der Exploration und Extraktion der Rohstoffe hatte die Knappheit soweit gesenkt, dass die Preise trotz zwischendurch angestiegener Nachfrage nicht angezogen waren. Ein weiteres Jahrzehnt später hätte Simon die Wette zwar nicht mehr bei allen Rohstoffen gewonnen, doch der Denkansatz, der ihn zu seinem Optimismus führte stimmt nach wie vor. Rohstoffknappheit ist das Ergebnis des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage, wobei ein funktionierender Preismechanismus für einen Ausgleich beider Marktseiten führt. Geben die Preise das richtige Knappheitssignal wieder bestehen für die Marktakteure Anreize in die Knappheit zu überwinden. So mögen Erze zwar endlich sein, doch Recyclingprozesse erlauben unter Einsatz von Energie und dem richtigen Know How eine beliebige Wiederverwendung dessen, was seit Jahrmilliarden in der Kruste dies Planeten schlummert. Aus diesem Grund ist die Furcht vor der Erschöpfung der Ressourcen völlig unbegründet. Worüber sich die Menschen dagegen sorgen sollten ist das Funktionieren der Rohstoffmärkte. Nur wenn der Marktmechanismus richtig funktionieren kann und nicht durch staatliche Interventionen übermäßig verzerrt wird, entstehen ausreichende Motive in neue Technologien zur Exploration, Extraktion und Wiederverwertung von Rohstoffen zu investieren. Aber auch die Kosten der Nutzung von Energieträgern sind nicht ohne Bedeutung, denn Energie ist die Voraussetzung, dass Ressourcen immer wieder verwendet werden können.

2 Antworten zu “Knapp und doch im Überfluß

  1. Nun ja, sicher lassen sich Rohstoffe strecken. Was sind denn schon 32 Jahre. Oder hat die Menschheit nur noch einige Jahrzehnte Daseinsberechtigung?
    Derartige Spielchen und Wetten gehen an den Tatsachen vorbei. Es bleibt die Frage, wie es eigentlich dazu kommt. Die Antwort ist: Menschen haben ein sehr, um nicht zu sagen, äußerst begrenztes Verhältnis zu Zahlen. Was sagt dem Normalo schon die Zahl 1 Milliarde? Zwar gibt es überhaupt kein Problem für ihn, sich daran zu berauschen, eine Vorstellung aber hat er nicht. Erst wenn man es ihm verdeutlicht mit einem Vergleich, dann wird er schon nachdenklicher. Z.B. 1 Milliarde entspricht etwa 35 Jahre, wenn man das Jahr in Sekunden fasst. Dem Normalo also erklärt, du fängst nach der Geburt an Tag und Nacht die Sekunden zu zählen, nach etwa 35 Jahren bist du bei 1 Milliarde angekommen.
    So sieht es auch mit der Verfügbarkeit von Ressourceh aus. Es geht doch nicht darum, die Ressourcen für uns und allenfalls für unsere Kinder noch zu sichern. Das wäre an Zynismus ja nicht mehr zu übertreffen. Es wäre bereits ein Todesurteil für die heute noch Ungeborenen der späteren Generationen. Wir hätten also bereits heute die Menschen in, sagen wir tausend Jahren, zum Tode verurteilt.
    Es ist unter diesem Aspekt völlig gleichgültig, ob die derzeitigen Reserven noch für 100 oder 500, oder 1000 Jahre reichen. Was sind denn tausend Jahre? Gerade mal 40 Generationen. Und das bei einer zumindest geschriebenen Geschichte von etwa 7.000 Jahren.
    Alle Sparmaßnahmen greifen da doch sichtbar zu kurz, solange sich die Bevölkerung dieses Planeten weiter vermehrt. Seit über einem Jahrhundert beträgt die Rate bekanntlich etwa 1,8 bis 2 % pro Jahr. Das aber bedeutet eine Verdoppelung alle, sagen wir, 40 Jahre.
    Nun muss man zur Kenntnis nehmen, dass wir, nach dem derzeitigen Stand der Kenntnis, etwa die Hälfte aller Rohstoffe bereits aufgebraucht haben. Dieser Verbrauch erfolgte innerhalb der letzten 150 Jahre. Bezieht man das auf ein ungebremstes weiteres Wachstum in der gleichen Größenordnung, dann dürfte der Topf ziemlich schnell leer werden, trotz aller technischer Entwicklungen.
    Menschen haben keinen Zeitbegriff, soweit er 50 Jahre oder mehr überschreitet.
    Dieser Planet hält eine Bevölkerung von 7 Milliarden auf Dauer mit Sicherheit nicht aus, eine von 14 oder 20 Milliarden schon gar nicht.
    Da ist der Punkt, den man längst schon hätte angehen müssen. Schließlich wies bereits eine Studie der UNO aus dem Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts darauf hin. Und zu dem Zeitpunkt waren es gerade mal etwas mehr als 2,5 Milliarden.
    Das, was heute über Klimawandel, Ressourcenverbrauch usw. schwadroniert wird, ist demnach Zynismus pur.
    Und gerade die, die am lautesten rufen und behaupten, die Erde kann auch diese zusätzlichen Menschen über neue Technologien ernähren sind im Allgemeinen die, die eben diese neuen Technologien vehement bekämpfen und erfolgreich verhindern.
    Wir reden leichthin über Elektromobilität. Ja sicher doch! Hat eigentlich schon mal jemand errechnet, was da an zusätzlichem Strombedarf auf uns zukommt und woher der kommt? Nur so als Idee, man kann den heutigen allgemeinen Bedarf locker verdoppeln. Das nur, damit man schon mal anfängt. Nattülich müssten die zusätzlich hinzukommenden Bürger noch in den Bedarf mit einfließen.
    Dann gibt es natürlich die Brennstoffzellen. Auch eine gute Sache, keine Frage. Nur, ein winziges Problemchen. Brennstoffzellen erzeugen Abgas, nämlich Wasser, besser Wasserdampf. Tja, und Wasserdampf ist nun mal eines der stärksten Klimagase.
    Aber das zu verstehen, müsste man natürlich ein wenig, ok, ein bisschen mehr, von Physik verstehen.
    Ich will an dieser Stelle erst gar nicht auf das zum Teil unsägliche Klimageschwätz eingehen. Dafür reicht der Raum nicht, es wäre vermutlich auch müßig, weil die meisten davon sowieso nichts verstünden (Thermodynamik und statistische Physik).
    Jedenfalls würden sich die Effekte einer Klimaveränderung, so sie in der heute beschriebenen Form da ist, erheblich verstärken. Die Horrorszenarien der Meeresspiegelerhöhung u.ä. wären gar nicht das entscheidende Problem, problematischer werden die Wetterverstärkungen sein.Das nur so nebenbei.
    Kurzum, es geht um die Verringerung der Menschheit unseren Nachkommen zuliebe. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass wir heute bereits einen großen Teil dieser Nachkommen die Existenzmöglichkeiten nehmen und damit definitiv zu deren Mördern werden.
    Natürlich ist klar, dass solche Maßnahmen ökonomische, soziologische und selbstverständlich auch im weitesten Sinn theologische Probleme hervorrufen würden. Sie alle sind aber letztlich leichter zu lösen, als ein weiter laufen lassen dieses Wachstums.

  2. Pingback: Ressourcenknappheit? Relativ zu was? |

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