von Peter Altmiks
Kürzlich ist ein Buch von Michael von Prollius erschienen: Die Euro-Misere – Essays zur Staatsschuldenkrise. In diesem Buch werden übersichtliche, gut zu lesende Aufsätze über grundlegende Probleme der Geld- und Wirtschaftspolitik veröffentlicht. Dem Autor gelingt es dabei, die verschiedenen Essays mit einem roten Faden zu versehen, der von den Grundlagen der Geldpolitik und einer fundierten Kritik der herrschenden Wirtschaftspolitik über die geldpolitischen Ursachen der Finanzkrise (der Autor verwendet hier wesentlich exakter den Begriff Staatsschuldenkrise!) hin zu konkreten Reformvorschlägen führt. Besonders lehrreich ist sein Essay über das Opel-Desaster, der die Auswirkungen von politisch opportunen, steuerfinanzierten Rettungsaktionen verdeutlicht: “Jeder Steuern zahlende Fußgänger, Radfahrer und VW- oder Toyotafahrer würde sich nun an der Finanzierung des neuen Opel von seinem Nachbarn beteiligen.” Gut, dass es nicht dazu gekommen ist.
Der Schlussaufsatz “Die Euro-Illusion” belegt, dass mittlerweile die Nachteile des Euro die Vorteile überwiegen. Wie bemerkt es von Prollius so treffend: “Inflation, Schulden und verschleppte Strukturreformen (…) hält kein seriöser Unternehmer oder privater Haushalt für einen geeigneten Ausweg.” Eine der Wirtschaftsweisen (siehe Focus vom 29. 12. 11) übrigens auch nicht.
Eins sehr zu empfehlendes Buch!
Quelle: Michael von Prollius, Die Euro-Misere, Jena: TvR Medienverlag, 2011 (239 Seiten).