Detmar Doering
Die Pflichtsendung für Silvester – hier etwas verändert und den Zeitläufen angepasst:
Detmar Doering
Die Pflichtsendung für Silvester – hier etwas verändert und den Zeitläufen angepasst:
Detmar Doering

Prost Neujahr!
Dieser Blog wünscht Ihnen Allen ein glückliches neues Jahr 2012! Es ist dies wieder einmal die Zeit, einen kleinen Jahresrückblick zu machen, der die bedeutendsten und bewegendsten Ereignisse, von denen wir 2011 berichteten, zusammenfasst.
Januar: Argentiniens Behörden haben einen Weg gefunden, das Eintreiben von Steuern viel attraktiver zu machen – natürlich nur für die Eintreiber.
Februar: Die EU beweist in Sachen Steuervereinheitlichung, dass sie auch vor hehrer Kunst nicht in ihren Prinzipien wankt. Weiterlesen
Veröffentlicht unter Aktuell
von Peter Altmiks
Kürzlich ist ein Buch von Michael von Prollius erschienen: Die Euro-Misere – Essays zur Staatsschuldenkrise. In diesem Buch werden übersichtliche, gut zu lesende Aufsätze über grundlegende Probleme der Geld- und Wirtschaftspolitik veröffentlicht. Dem Autor gelingt es dabei, die verschiedenen Essays mit einem roten Faden zu versehen, der von den Grundlagen der Geldpolitik und einer fundierten Kritik der herrschenden Wirtschaftspolitik über die geldpolitischen Ursachen der Finanzkrise (der Autor verwendet hier wesentlich exakter den Begriff Staatsschuldenkrise!) hin zu konkreten Reformvorschlägen führt. Besonders lehrreich ist sein Essay über das Opel-Desaster, der die Auswirkungen von politisch opportunen, steuerfinanzierten Rettungsaktionen verdeutlicht: „Jeder Steuern zahlende Fußgänger, Radfahrer und VW- oder Toyotafahrer würde sich nun an der Finanzierung des neuen Opel von seinem Nachbarn beteiligen.“ Gut, dass es nicht dazu gekommen ist.
Der Schlussaufsatz „Die Euro-Illusion“ belegt, dass mittlerweile die Nachteile des Euro die Vorteile überwiegen. Wie bemerkt es von Prollius so treffend: „Inflation, Schulden und verschleppte Strukturreformen (…) hält kein seriöser Unternehmer oder privater Haushalt für einen geeigneten Ausweg.“ Eine der Wirtschaftsweisen (siehe Focus vom 29. 12. 11) übrigens auch nicht.
Eins sehr zu empfehlendes Buch!
Quelle: Michael von Prollius, Die Euro-Misere, Jena: TvR Medienverlag, 2011 (239 Seiten).
Veröffentlicht unter Europa, Geldpolitik, Wirtschaftspolitik
Detmar Doering
Die Frage, welches Land am großzügigsten ist, ist nicht leicht zu beantworten. Man muss erst wissen, was mit der Frage gemeint ist. Sind es jene Länder, die den größten Anteil an Entwicklungshilfe für arme Länder (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) zahlen? Das sagt allerdings eher etwas über die Großzügigkeit von Regierungen, nicht aber die der Bürger aus. Oder sind es jene Länder, bei denen das private Spendenvolumen der Bürger am größten ist? Offenbar, so analysiert Tim Worstall für das Adam Smith Institute, bestehe zwischen beiden eine gewisse Beziehung. Wo der Staat den Bürgern viel Geld für die Umverteilung abknöpfe, da sinke die private Spendenbereitschaft und Großzügigkeit deutlich. Dort, wo die Menschen weniger belastetet würden, stünden sie hingegen persönlich eher und bereitwilliger freiwillig für ihre Mitmenschen ein.
Veröffentlicht unter Bürgergesellschaft
Steffen Hentrich
Kaum jemand hat das Denken über Marktwirtschaft und Umweltschutz so sehr beeinflusst wie der amerikanische Ökonom Ronald Coase, der heute seinen 101 Geburtstag feiert. Mit dem nach ihm benannten Coase-Theorem hat er einen großen Anteil daran, dass die von konventionellen Ökonomen und Umweltpolitikern sich als Verursacherprinzip selbst auferlegte Denkblockade inzwischen nicht mehr der allgemeingültige Bewertungsmaßstab der Umweltpolitik ist. Coase machte klar, dass Umweltprobleme konkurrierende Ansprüche an knappe Ressourcen verkörpern, für dessen es Lösung es nicht darauf ankommt die Schuldfrage zu stellen, sondern einen Weg zu Verhandlungen um einen geeigneten Kompromiss um die Nutzung der knappen Ressource zu finden. Nicht der Markt versagt, denn entweder entsteht gar kein Markt, weil keine Eigentumsrechte existieren und kein Tausch möglich ist oder der Tausch durch hohe Transaktionskosten nicht lohnenswert ist. Der Lösung von Umweltproblemen stehen daher vor allem ungeklärte Eigentumsrechte an Umweltgütern und hohe Transaktionskosten entgegen. Verteilung und Schutz von Eigentumsrechten sowie die Senkung der Transaktionskosten im Konfliktfall ist die wahre Kunst der Umweltpolitik. Mehr dazu lesen Sie in Eigentum und Umweltschutz.
Veröffentlicht unter Umwelt-/Klimapolitik
Gérard Bökenkamp
Es wird oft gesagt, die Eurokrise sei eigentlich eine Verschuldungskrise. Die Verschuldungskrise resultiert aber aus dem Leistungsbilanzdefizit vieler Eurostaaten. Das Leistungsbilanzdefizit hat seine Ursache in der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit. So stellt Fritz Breuss von der Wirtschaftsuniversität Wien fest: „Besonders die PIIGS weisen seit 1999 kumuliert eine beachtliche Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit auf.“ Die relativen Lohnststückkosten seien „einer der wichtigsten Bestimmungsgründe für die Entwicklung der Leistungsbilanz.“
Der Hauptgrund für die Krise der PIIGS sei in der mangelnden Anpassungsfähigkeit der betreffenden Staaten in Bezug auf die auProduktivitätssteigerungen und Lohnkosten nach dem Start der Währungsunion zu sehen. Hinzu kam, dass durch die Auflösung des Ostblocks mit den osteuropäischen Staaten neue Standorte um Investitionen warben und im Vergleich zu diesen die alten Südländer an Wettbewerbsfähigkeit verloren.
Literatur: Fritz Breuss: Makroökonomische Ungleichgewichte, in: Wirtschaftspolitische Blätter 3/2011.
Veröffentlicht unter Arbeitsmarkt, Europa, Wirtschaft
Peter Altmiks
Im Rahmen der Staatsschuldenkrisen in vielen europäischen Staaten versuchen viele herrschende Regierungen mittels inflationärer Politik die selbst verursachten Probleme ihrer Staatshaushalte zu lösen. Am Ende ist der einfache Bürger wieder der Dumme. Zusätzlich zur Entwertung seines angesparten Kapitals durch unnatürlich niedrige Zinsen frisst die Inflation die moderaten Verdienststeigerungen wieder auf. Gemäß Berechnungen des Statistischen Bundesamts lagen die Reallöhne zwischen Anfang Juni und Ende September 2011 nur noch 0,6 Prozent über dem Niveau der Vorjahreszeitraums. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise aber mit 2,5 Prozent sehr deutlich, so dass die höhere Inflation die steigenden Verdienste überwiegt.
Quelle: Berliner Tagesspiegel vom 23. 12. 2011
Veröffentlicht unter Uncategorized, Wirtschaftspolitik
Detmar Doering
Das neue Jahr steht vor der Tür. Und wo steht Amerika zu dioesem Jahresende? Einige Zahlen über Schulden, Schuldenwachstum, Kinderarmut oder Arbeitslosigkeit lassen Schlimmes befürchten.
Veröffentlicht unter Sozial- und Gesundheitspolitik, Finanzen, Wirtschaftspolitik, Vereinigte Staaten von Amerika
Steffen Hentrich
Siemens-Chef Lösch meint in einem Zeit-Interview „Unsere Generation lebt auf Kosten unserer Kinder und Enkel.“, weil die Endlichkeit der von uns genutzten Ressourcen eine feste Größe sei. Ganz abgesehen davon, dass eine derartige Mengenbetrachtung angesichts der unendlichen Recyclingfähigkeit unter Einsatz unerschöpflicher Energie bedeutungslos ist, widerspricht er sich im Absatz vorher selbst. Dort betont er, dass sein Unternehmen während der vergangenen Krise seine Forschungs- und Entwicklungskapazität ganz bewusst ausgebaut hätte. Nicht nur bei Siemens wird heute in die Technologien von morgen investiert, von denen in erster Linie zukünftige Generationen profitieren. Also leben nicht wir auf Kosten unserer Kinder, sondern unsere Kinder werden wie alle Genarationen vor ihnen auf Kosten ihrer Vorfahren leben. Sie nutzen das technologische Kapital ihrer Vorfahren, um damit sich ständig regenerierende oder zumindest regenerierbare natürliche Ressourcen zu nutzen. Keine Generation ist ohne den Konsumverzicht vorangegangener Generationen in der Lage ihr Wohlstandsniveau zu erhöhen. Ressourcenverbrauch heute ist daher die Basis für den Wohlstand zukünftiger Generationen.
Veröffentlicht unter Uncategorized
Detmar Doering
Das deutsche Steuersystem wuchert noch immer wie ein undurchdringbarer Dschungel vor sich hin. Bild macht heute darauf aufmerksam, dass es zum Beispiel haufenweise Bagatellsteuern gibt, die viel Erhebungsaufwand, aber wenig Ertrag mit sich bringen.
Veröffentlicht unter Steuerpolitik
Detmar Doering
… sei die Migration. Durch die Globalisierung habe sich deren Umfang in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht, stellen Markus Böhme, Toman Omar Mahmoud und Rainer Thiele vom Kieler Institut für Weltwirtschaft in diesem Beitrag fest. Sie könne sowohl für die Gastländer als auch für die Herkunftsländer zum Entwicklungsmotor werden.
Veröffentlicht unter Demographie/Migration
Steffen Hentrich
Heute bei Spiegel-Online über das Überleben der Regenwälder:
Zudem schützen Bauern den Regenwald besser, wenn ihnen ein Stück davon gehört, stellte eine Gruppe um den Frankfurter Forscher Michael Kosfeld nach: Die Ökonomen beobachteten Gruppen von Landwirten in Äthiopien, denen die Regierung Waldgebiete zugewiesen hatte. Einige Gruppen kontrollierten die Einhaltung der festgelegten Abholzquoten mit Patrouillen. Diese Mühe lohnte sich: Weil weniger Holz illegal geschlagen wurde, konnten diese Bauern unter dem Strich höhere Erträge erwirtschaften als ihre Kollegen, die auf Kontrollen verzichteten.
Warum das funktionieren kann, lesen Sie in „Eigentum und Umweltschutz“.
Veröffentlicht unter Umwelt-/Klimapolitik