Gérard Bökenkamp
Die CDU will ihre Position zum Mindestlohn räumen. Gerechtfertigt wird das durch eine Studie, die keine negativen Effekte gefunden haben soll. Dies ist allerdings vom Ansatz her schon fragwürdig, da grundsätzlich nur die Firmen unter die Lupe genommen werden, die ganz offensichtlich den Wettbewerb überstanden haben und nicht Firmen, die deshalb vom Markt gedrängt wurden oder gar nicht erste gegründet wurden. Ein allgemeiner Mindestlohn betrifft auch die vielen Ungelernten, die bei der Untersuchung bestimmter Branchen überhaupt nicht erfasst werden, weil sie Hilfsarbeiten und Handreichungen verüben. Besonders problematisch ist der Zeitpunkt: In einem Abschwung, wie er wahrscheinlich bevorsteht, geraten Löhne unter Druck. Wenn ein starker Aufschwung kommt, sinkt die Nachfrage nach Arbeitsrkräften und damit der Lohn. Eine im Aufschwung festgelegte Lohnuntergrenze verhindert die Anpassung und das führt dazu, dass ein Abschwung mit großer Wucht auf den Arbeitsmarkt durchschlägt.
Informationen:
Spiegel: CDU schwenkt auf Mindstlöhne um
Welt: Das deutsche Jobwunder gerät in Gefahr
Veröffentlicht unter Arbeitsmarkt