Wem nützt das Urheberrecht?

Steffen Hentrich

Den Autoren jedenfalls hilft das Urheberrecht nicht dabei reich zu werden, auch wenn diese Auffassung vor allem von den Verlagen immer wieder vertreten wird. Ilja Braun schreibt in “Leben Autoren vom Urheberrecht? Ein nützlicher Mythos” über die Untauglichkeit des Urheberrechts als Mittel zur Einkommenssteigerung von Autoren, kritisiert den Versuch der Verlage sich das Vermarktungsmonopol mittels Urheberrechtsschutz zu  sichern und beschreibt die neuen Möglichkeiten der Selbstvermarktung im Internet. Die theoretischen Argumente gegen den staatlichen Schutz von sogenanntem Intellektuellen Eigentum (Intellectual Property, IP) fasst Steven Kinsella in der aktuellen Ausgabe des “Freeman” zusammen. Ausgehend von des Geschichte des IP als Instrumente der Günstlingswirtschaft und politischen Zensur, erläutert er den fundamentalen Unterschied zwischen materiellen Eigentumsrechten an physisch knappen Ressourcen, für die Nutzungskonkurrenz gilt, und Eigentum an Ideen, die weder knapp noch ausschließlich nutzbar sind. Letzlich bedeutet der Schutz von sogenanntem Intellektuellem Eigentum einen Eingriff in die Nutzung materieller Ressourcen anderer und damit eine Verletzung von deren materiellen Eigentumsrechten, ohne dass diese ihrerseits eine materielle Eigentumsverletzung zu verantworten haben. Die Schaffung von künstlicher Knappheit ist nach Ansicht von Kinsella genau das Gegenteil einer Förderung von Innovationen, die aus der Umwandlung von knappen Ressourcen mit Hilfe von Ideen als Rezepten resultieren.

2 Antworten zu “Wem nützt das Urheberrecht?

  1. > Den Autoren jedenfalls hilft das Urheberrecht nicht dabei reich zu werden …
    Nicht allen, einigen schon.

    Aber diese Frage geht – wie eigentlich der ganze Artikel von Ilja Braun – am eigentlichen Thema vorbei.
    Ob nun Autoren moralisch einen Anspruch darauf haben, von ihren Lesern Geld verlangen zu können und ob das geltende Recht einen solchen Anspruch vernünftig umsetzt – das läßt sich weder beweisen noch widerlegen, indem man die aktuellen Einkünfte pro Kopf ausrechnet.

    Fakt ist: Das Urheberrecht nutzt den Autoren, sie kassieren dadurch Geld.
    Ein “Mythos” ist das also nicht.

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