Monatsarchiv: April 2011

Klimaalarmismus: Was nicht paßt wird passend gemacht

Steffen Hentrich

Lange haben wir nicht warten müssen, bis die ewigen Warner vor der Klimakatastrophe die Tornadoserie in den USA zum Anlass nehmen, einen Zusammenhang zwischen dieser Naturkatastrophen und der alarmistischen Sichtweise des Klimawandels herzustellen. So berichten etwa die „Klimaretter“ über die Ereignisse in den USA und ergänzen hierzu mit den üblichen apokalyptischen Worten:

Klimatologen warnen, dass die Erderwärmung wesentlich häufiger zu extremen Wetterereignissen führen wird, etwa Starkregen, starke Stürme oder Dürren. Physikalisch zu begründen ist dies damit, dass warme Luft wesentlich mehr Energie und Wasser speichert als kühlere.

Zwar wirkt diese Aussage im Text irgendwie angehängt, weil der Zusammenhang zwischen den Tornadoserien und dem Klimawandel nicht explizit formuliert wird, doch bezweckt der Allgemeinplatz über Extremwetterereignisse und Klimawandel nichts anderes, als einen Zusammenhang zu konstrurieren.

Doch tatsächlich gibt es diesen Zusammenhang nicht. Weiterlesen

Autoland?

Detmar Doering

Baden-Württemberg ist das Land der modernen Automobilindustrie. Was verheißen da die Appelle der neuen grün-roten Regierung? Nichts Gutes, befürchtet Günter Ederer in der Fuldaer Zeitung.

Amerika oder China?

Detmar Doering

Chinas meteorhafter Aufstieg hält die Welt in Atem. Das amerikanische Jahrhundert ginge zu Ende, das chinesische käme, heißt es allenthalben. Aber könnten da nicht auch Übertreibungen und und eine Unterschätzung langfristiger Qualitäten eine eine Rolle spielen? Chinaexperte Derek Scissors (Heritage Foundation) wagt einen Vergleich der Stärken und Schwächen beider Ökonomien.

Finanzpolitik im Übergang zur Schuldenbremse 2016

Gérard Bökenkamp

Durch die sehr emotionalen Debatten über die Kernkraft und die Europäische Transferunion ist eine zentrale Herausforderung in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund getreten – nämlich die Haushaltskrise und die Notwendigkeit der Konsolidierung. Dabei hängt es ganz wesentlich von der Bewältigung dieser Krise ab, ob die anderen Aufgaben finanziell überhaupt bewältigt werden können. Ein Weiter so kann es nicht nur deshalb nicht geben, weil sich die Schlinge der Überschuldung sonst in Zukunft noch enger um Bundes- und Landeshaushalte legt, sondern auch deshalb nicht, weil die Verfassung es nicht länger zu lässt. Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse verlangt eine drastische Rückführung der Staatsverschuldung des Bundes bis zum Jahr 2016.

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Umweltschützer Ökonomie

Detmar Doering

Hunger und Überbevölkerung, erschlagene Robben und zerstörte Natur – die ökonomische Denkweise wird gerne wird für die Umweltnöte dieser Welt verantwortlich gemacht. Zu Unrecht, findet Steven F. Hayward (American Enterprise Institute), um uns daran zu erinnern, wie sehr gute Ökonomie, Markteffizienz und Eigentumsrechte in den Dienst der Umwelt gestellt werden können.

Der Streit des Jahrhunderts

Steffen Hentrich

Das Match zwischen John Maynard Keynes und Friedrich August Hayek geht in seine zweite Runde.

Wie Pilze aus dem Boden: Neue Kernkraftwerke in Russland und Osteuropa

Gérard Bökenkamp

Dass Strahlung nicht unbedingt vor nationalen Grenzen halt macht ist ja bekannt. Dass die Sicherheit eines deutschen Ausstiegs aus der Kernenergie eine trügerische ist, solange die Nachbarn diesen nicht auch vollziehen, ist offensichtlich. Oft wird dabei aber auf die Vorbildfunktion des deutschen Atomausstiegs verwiesen. Aber gerade in Russland und Osteuropa, wo die Sicherheitsstandards wohl kaum das deutsche Niveau erreichen, mag sich dieser Effekt noch nicht so richtig einstellen. Aber vielleicht wird das ja noch kommen…

Russland: Plant bis 2030 den Bau von 26 Atomreaktoren

Weißrussland: Plant mit russischer Hilfe den Bau seines ersten Atomkraftwerkes bis 2017/18

Ukraine: Will die Zahl ihrer 15 Atomkraftwerke bis 2030 verdreifachen

Polen: Plant sein erstes Atomkraftwerk

Tschechien: Das AKW Temelin soll weiter ausgebaut werden

Slowakei: Im AKW Mochovce werden derzeit ein dritter und vierter Reaktorblock gebaut

Bulgarien: Hat die Baupläne für ein umstrittenes Kraftwerkprojekt mit Russland erst einmal gestoppt.

Informationen:

Kernkraft weltweit: Von „nie wieder“ bis „ja bitte“

Kernenergie: Polen spottet über deutsche „Atompanik“

Hohe Familienförderung, wenig Kinderarmut, niedrige Geburtenrate

Gérard Bökenkamp

Nach den Zahlen der OECD nimmt Deutschland bei der Förderung von Familien und Kindern rein einen Spitzenplatz ein. Das berichtet die Märkische Allgemeine. Die öffentlichen Ausgaben für Ausbildung und Familienpolitik betragen bis zum 18. Lebensjahr 146.000 Euro. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 124.000 Euro. Der Erfolg ist zwiespältig. Einerseits liegt die statistische Kinderarmut in Deutschland deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Sie liegt bei 8,3 Prozent, im Mittel der übrigen OECD-Staaten sind es 12,7 Prozent. Die relativ hohen Ausgaben zeigen aber wenig Wirkung auf die Geburtenraten. Deutschland liegt mit einer Geburtenrate von 1,36 auf dem viertletzten Platz der 34 OECD-Länder. Im Schnitt liegt die Geburtenrate in der OECD bei 1,74.

Euro-Aktionismus

Detmar Doering

Krisenfonds und Wettbewerbspakt – in der EU werden zur Zeit langfristig tiefgreifende Entscheidungen von großem Umfang getroffen. Aber dahinter liegt meist kurzfristiger Aktionismus, meint der Kölner Ökonom Juegen B. Donges in seinem Ordnungspolitischen Kommentar.

Klimapolitischer Selbstbetrug

Steffen Hentrich

Jetzt haben die EU und die Bundesregierung es schwarz auf weiß: Eine einseitige Klimapolitik, die nur in Deutschland und Europa die Energiepreise steigen lässt und dem Steuerzahler jährlich mehrstellige Milliardenbeträge kostet, ist nur teuer und behindert das Wirtschaftswachstum, leistet aber keinen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Ganz einfach, weil sich im Zuge der Globalisierung die Emissionen in Ausland verlagert haben, weil sich die Europäer mit mehr und mehr Gütern auf dem globalen Markt außerhalb klimapolitischer Regulierung eindecken. Derweil feiern die Politiker sich und ihre klimapolitischen Erfolge. Zusammengenommen haben sich die Nettoemissionen im Zeitraum von 1990 bis 2008 erhöht. Kein anderer als das klimaaktivistische Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat der Klimapolitik diese ernüchternde Botschaft jetzt ins Stammbuch geschrieben.

Nettoveränderungen regionaler Emissionen: Europa hat Emissionen einfach importiert (Quelle: Peters et al: Growth in emission transfers via international trade, PNAS)

EU-Plan: 10 Milliarden Euro für Duschköpfe, Toilettenkästen und Wasserhähne?

Gérard Bökenkamp

Um die Wasserknappheit in Südeuropa zu bekämpfen, sollen Eigenheimbesitzer in Deutschland verpflichtet werden neue Duschköpfe einzusetzen, so will es laut Presseberichten die Europäische Union. Es werde darüber nachgedacht, Hausbesitzer und Vermieter zu verpflichten, bisherige Duschköpfe, Toilettenkästen und Wasserhähne durch solche zu ersetzen, die einen deutlich geringeren Wasserdurchfluss haben.  Für Eigenheime und Wohnungen müssten nach Berechnungen bis zu 10 Milliarden Euro aufgewendet werden. Zwar gibt es in Deutschland keine Wasserknappheit, aber dafür in Südeuropa und was für Südeuropa gut ist, das muss nach dieser Logik für Deutschland nicht schlecht sein:

„Mit der geplanten Regelung will der slowenische EU-Umweltkommissar Janez Potocnik zwar vor allem die Wasserknappheit in Südeuropa bekämpfen. Wegen geringer Regenfälle kommt es dort seit Jahren in den heißen Sommern zu anhaltenden Dürreperioden, unter denen vor allem die Landwirtschaft leidet.

Allerdings ist es der EU-Kommission nicht möglich, Richtlinien zu verabschieden, die nur für einzelne Regionen der Staatengemeinschaft gelten. Deshalb werden die Vorgaben auch für Deutschland verbindlich sein.“

Was ist wirklich los in Fukushima?

Peter Altmiks

Am 26. April erschien im Berliner Tagesspiegel ein Bericht von Andreas Kronenberg, Experte für Kern- und Radiochemie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), über die derzeitigen Zustände rund um Fukushima (Link). Im Gegensatz zum Sensationsjournalismus deutscher Medien scheinen die betroffenen Japaner – noch dazu in der Nähe des defekten Reaktors – die Geschehnisse bemerkenswert nüchtern zu betrachten. Angesichts der ca. 28.000 Toten in Folge des Erdbebens und des Tsunamis ist Kronenberg über die einseitige Konzentration der Berichterstattung auf den Störfall erstaunt. Man spiele in Deutschland mit den Ängsten der Leute, lasse bewusst Fakten weg oder verdrehe Tatsachen. Z.B. erschließt sich ihm nicht, warum

Greenpeace Empfehlungen zur Erweiterung der Evakuierungszone ausspricht und angeblich vor Ort misst. Kronenberg oder seine japanischen Kollegen hätten die Greenpeace-Leute in all den Tagen nie gesehen. Zudem hätte Greenpeace gar keinen Zutritt in die 20-Kilometer-Zone, da man dort nur mit speziellen Papieren rein komme und alle Straßen abgeriegelt seien.

Immerhin hat der Berliner Tagesspiegel diesen „andersartigen“ Bericht abgedruckt und damit seinen Lesern auch einen anderen Blickwinkel ermöglicht. Die Reaktionen im Forum fielen natürlich entsprechend lebhaft aus…

Information:

Tagesspiegel: Der andere Eindruck aus Fukushima