Indiens Kleinkreditgeber werden kleinreguliert

Steffen Hentrich

Obgleich die Goldgräberstimmung der indischen Mikrofinanzbranche in der Vergangenheit nicht nur positive Entwicklungen nach sich gezogen hat und man mit dem Übermaß an Verschuldung armer Haushalte inzwischen Selbstmorde in Zusammenhang bringt, steht der Versuch der indischen Regierung Mikrofinanzinstitute zu regulieren schwer in der Kritik. Zu groß sei die Gefahr, dass die Auflage, zukünftig keine Mehrfachkredite zu ermöglichen, Gruppenkredite nur noch nach Genehmigung zuzulassen und Finanzinstituten nach staatlichem Gusto die Lizenz zu entziehen, zu Korruption führt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Koinzidenz der neuen Regulierung mit der herrschenden Konkurrenzsituation zwischen privaten Kleinkrediten und von der Weltbank finanzierten staatlichen Hilfsprogrammen. Könnte es sein, dass nicht so sehr die Lösung von Startproblemen einer sich konsolidierenden Finanzindustrie, als vielmehr die Angst vor dem Schwinden der staatlichen Einflussnahme hinter der lähmenden Regulierung steht?

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