Monatsarchiv: August 2010

Demographie: Einige Zahlen

Gérard Bökenkamp

Die Wirtschaftwoche hat einige Zahlen und Fakten zur Demographie zusammengetragen. In Deutschland sind etwa 65 Prozent der Frauen berufstätig. In Norwegen sind es 74 Prozent und in Schweden 70. In Frankreich sind es hingegen 60 Prozent und in Spanien 54. 36 Prozent der Migranten haben keinen Schulabschluss im Vergleich zu 10 Prozent der Deutschen, die keinen Schulabschluss erreichen. Die Zahl der Erwerbspersonen unter 50 werden  voraussichtlich jährlich bis 2020 um 1,1 Prozent abnehmen. Die Zahl der Erwerbspersonen über 50 voraussichtlich jährlich um 1,8 Prozent zunehmen.

SPD-Steuerpolitik jenseits der „Neuen Mitte“

Gérard Bökenkamp

Das Magazin Focus setzt sich mit den Steuerkonzepten der SPD auseinander und stellt fest, dass gerade die Gruppe von den geplanten Steuererhöhungen besonders betroffen wäre, die die SPD vor einigen Jahren noch als „Neue Mitte“ umworben hatte. Der Höchststeuersatz soll nach den Plänen der SPD bei 49 Prozent ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro liegen. Zusammen mit dem Solidaritätszuschlag addiert sich die Steuerlast auf 51,7 Prozent. Besonders stark belastet wird die Gruppe mit einem Einkommen zwischen 53000 und 100.000 Euro.

Mut zur Freiheit – Plädoyer für den klassischen Liberalismus

Gastbeitrag von Holger Krahmer, Alexander Pokorny und Frank Schäffler

Bereits 1992 wurden für eine klassisch-liberale Partei in Deutschland Wählerpotenziale von 20 bis 25 Prozent ermittelt. Aber weder das Projekt 18 aus den Jahren 2001/02 noch der historische Wahlsieg der FDP bei der Bundestagswahl 2009 haben dieses Wählerpotenzial nachhaltig für die FDP sichern können. Sowohl 2002 als auch 2009/10 erfolgte ein jäher Absturz.

Mag man den Absturz 2002 noch mit Möllemanns Ausfällen und illegalen Finanzierungspraktiken begründen, der Absturz 2009/10 offenbart tieferliegende Ursachen. Durchgestyltes Marketing konnte dieses Problem zwar bis zum Herbst 2009 verdecken, und so konnten wir von der zunehmenden Sozialdemokratisierung von CDU und CSU profitieren. In den letzten Monaten wurde aber offensichtlich, dass die FDP keine klassisch-liberale Partei ist.

Obwohl der Liberalismus geschichtlich die erste politische Richtung war, „die dem Wohle aller, nicht dem besonderer Schichten dienen wollte“ (Ludwig von Mises), gelingt es der FDP nicht, diesen Grundsatz glaubwürdig in Tagespolitik umzusetzen. Unser Problem besteht darin, dass wir mehr Menschen und Amtsträger benötigen, die sich an dieses liberale Prinzip halten. Unsere derzeitige Misere hat deshalb nichts mit Grundsatzstreitigkeiten in der FDP zu tun. Wir können uns auch nicht auf Zwänge der Koalition berufen, welche uns leider keine anderen Möglichkeiten ließen. Denn es fällt auf, dass wir in Bündnissen, in die wir deutlich weniger als 14,6 Prozent der Stimmen eingebracht haben, deutlich mehr liberale Grundsätze durchsetzen konnten.

Weiterlesen

Klimaforscher Roy Spencer: Runderneuerung des IPCC? Nein, Demontage!

Steffen Hentrich

Der amerikanische Klimaforscher Roy W. Spencer (The Great Global Warming Blunder: How Mother Nature Fooled the World’s Top Climate Scientists) hält anders als der kanadische Umweltökonom Ross McKitrick den IPCC für nicht reformierbar. Auf seinem Weblog äußert er, dass das internationale Gremium zur wissenschaftlichen Beurteilung des Klimawandels nie für diese offiziell von der UNO verbreite Funktion ins Leben gerufen wurde, sondern von Beginn an dem Zweck diente, die Wissenschaft für eine Begründung der Regulierung industrieller Kohlendioxidemissionen zu instrumentalisieren. Nicht Wissenschaftler, sondern Politiker und Vertreter von Umweltorganisationen hätten das Gremium in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhundert ins Leben gerufen. Es sei kein spontaner Zusammenschluss wissbegieriger Forscher, sondern der institutionelle Rahmen für eine Anzahl von Hand verlesener Wissenschaftler, die den Begründungszwang für politische Maßnahmen liefern, die ohne diesen Druck keine politische Mehrheit gefunden hätten. Seiner Meinung nach dient dieses Gremium vor allem solchen Akteuren, die ihre persönlichen Interessen mittels des Vehikels Klimapolitik realisieren wollen und damit auch in der Lage sind, ihrer Überzeugung von der Notwendigkeit kollektiver Lösungen der von ihnen subjektiv wahrgenommenen Menschheitsprobleme Ausdruck zu verleihen. Aufgrund ihrer privilegierten politischen Stellung würden sie jedoch nicht davon ausgehen, selbst von den Wirkungen der Maßnahmen betroffen zu sein, deren Last sie dem Rest der Menschheit auferlegen. Aus diesem Grund lehnt er eine persönliche Beteiligung an der Arbeit dieses Gremiums ab. Ihm sein seine Zeit zu wertvoll, wüsste er doch, dass er dort instrumentalisiert werden soll. Solange die Politik und nicht die Gemeinschaft der Wissenschaftler den IPCC dominiert, werde sich an dieser Situation auch nichts ändern.

Update: Auch Matt Ridley fordert, dass sich endlich etwas tun muss.

Lieber Abkassieren als Sparen

Detmar Doering

Die deutsche Politik beklage sich über viele Schulden und kündige das Sparen an. In Wirklichkeit drehe sie – wie die Diskussion über die Energiepolitik zeige – an der Steuer- und Abgabenschraube, meint Matthias Benz in seinem Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung. So ganz Unrecht hat er da wohl nicht…

Die Grenzen der Corporate Social Responsibility

Detmar Doering

Dass Unternehmer neben dem Ziel der Profitmaximierung auch ab und an etwas Gutes tun wollen, ist begrüßenswert. Heutzutage scheint dies unter dem Begriff Corporate Social Responsibility zu laufen. Aber die ist in Wirklichkeit etwas ganz anderes, meint Aneel Karnani (University of Michigan) im Wall Street Journal.

Mythos vom grünen Job entzaubert

Steffen Hentrich

Grüne New Deals und grüne Arbeitsplätze gelten als Eierlegende Wollmilchsau der staatlichen Krisenbekämpfung. Wenn schon die Nachfrage zur Überwindung der wirtschaftlichen Delle stimuliert werden soll, warum dann nicht gleich dort, wo auch der ökologische Strukturwandel wach gekitzelt wird. So einleuchtend das klingt, so wenig Substanz hat die These von der grünen Konjunkturpolitik. In dem dieser Tage beim International Policy Network erschienen Paper „Seven Myth about Green Jobs“ erläutern die vier Autoren, dass die handverlesene staatliche Stimulierung vermeintlich grüner Wirtschaftsbereiche oft zur Vernichtung von Ressourcen, der Ausbremsung der wirtschaftlichen Entwicklung und in vielen Fällen sogar zu einer Verschlechterung der Umweltsituation führt.

Weiterlesen

IPCC benötigt dringend eine Runderneuerung

Steffen Hentrich

Der kanadische Umweltökonom und Ökonometriker Ross McKitrick, vor allem bekannt als einer der beiden Urheber der sog. Hockeystick-Kontroverse, berichtet in der kanadischen Financial Press über seine Erfahrungen als Reviewer des IPCC:

Selection of Working Group Chairs and Lead Authors appears to be under the control of a small circle of people committed to a predetermined view on global warming. In combination with the fact that the review process is toothless, this guarantees that the report contents are predictable given the names of the Lead Authors. Indeed there is not much point even publishing the report anymore: Once the list of Lead Authors is known, we can all guess what the conclusions will be. I am sure that there are many areas in the IPCC report where the conclusions will be sound. But in the areas where I have detailed knowledge and experience, this has not been the case. A major problem with the IPCC is that the assignments for Lead Authors (LA’s) often put them in the position of reviewing not only their own work but also that of their critics. There is too much conflict of interest built into the report-writing process, and what few safeguards are in place are ineffective.

Südafrika: Schulen für die Armen

Detmar Doering

Südafrikas öffentliches Schulwesen erfüllt seine Erwartungen kaum noch, wenn es um die Armen geht. Aber wie steht es um die Privatschulen, die bei uns ja generell als Privileg der Reichen gelten? Es scheint, dass in Südafrika gerade die Privatschulen mit zielgerichtet preisgünstigen Angeboten immer mehr Anklang unter den Armen finden und durchaus gute Leistungen erbringen. Eine Studie des südafrikanischen  Centre for Development and Enterprise untersucht den Trend.

Miss Universe politisch

Detmar Doering

Nicht ohne Grund kommt vielen Menschen das Spektakel der Miss-Universe-Wahl wie ein intellektuelles Niedrigniveau-Ereignis vor. Ähnlich dürfte auch bisweilen der Respekt vor allen nicht das Aussehen betreffenden Qualitäten der Teilnehmerinnen ausfallen.

Dieses Jahr gab es aber zumindest eine Ausnahme. Die letztjährige Siegerin aus Venezuela, Stefania Fernandez, setzte ein Signal. Und das nicht ohne Grund.

Ein klares Wort zu Street View…

Detmar Doering

… von Henryk Broder, der ja selten um ein solches verlegen ist.

Dummheit gibt es

Detmar Doering

Natürlich ist jeder Inhalt und auch nicht immer die Tonwahl dessen, womit Thilo Sarrazin zur Zeit für Furore sorgt, immer hilfreich bei der Lösung der Probleme, die er (dankenswerterweise) aufwirft. Aber eine interessante Frage hat er aufgeworfen, die tatsächlich zu selten diskutiert wird. Wie steht es um die Dummheit des Menschen? Harald Martenstein kommentiert sie im Tagesspiegel.