Gérard Bökenkamp
Eine totalitäre Gesellschaft erkennt man daran, dass in jedem Glied der Gesellschaft dieselben Werte und Prinzipien gelten. Im Sozialismus gibt es zum Beispiel nur eine sozialistische Erziehung, eine sozialistische Kunst und eine sozialistische Wissenschaft. Totalitarismus ist das Streben nach vollständiger Vereinheitlichung der Gesellschaft im Sinne eines einzigen, unhinterfragbaren Prinzips. Eine freie Gesellschaft erkennt man daran, dass man nur durch eine Tür treten muss und schon gelten ganz andere Spielregeln und wenn ich diese Spielregeln nicht akzeptieren möchte, dann trete ich nicht durch diese Tür.
Ohne Zweifel sind Menschen schon von ihrer Veranlagung her sehr unterschiedlich. Denken, Fühlen, Handeln, Bedürfnisse sind schon durch die Genetik in unterschiedliche Richtungen vorgeprägt. Durch unterschiedlichste biographische Einflüsse werden diese Unterschiede noch größer, so groß, dass für Menschen die Bedürfnisse und Wünsche anderer Menschen kaum noch emotional nachvollziehbar oder sogar suspekt sind. Aus dieser Unterschiedlichkeit ergibt sich das Potential zum Konflikt. Die Lösung dieses Problems besteht in der sozialen Ausdifferenzierung, dem Recht auf freiwilliger sozialer Trennung.
Es werden jeweils jene Menschen zusammenfinden, die ähnliche Vorlieben, Bedürfnisse, Abneigungen und Ziele besitzen und diese sozialen Gruppierungen werden sich aufgrund dieser gemeinsamen Basis auf unterschiedliche Regeln einigen. Wem diese Regeln nicht passen, schnürt sein Bündel und geht oder meidet von vornherein diese Gruppierung. Dies kann jedoch nur funktionieren auf der Grundlage des Antiaggressions- und das Eigentumsprinzip. Keine Gruppe hat das Recht in die Lebenswelt der anderen Gruppe durch Repressionen einzugreifen, solange die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe freiwillig ist und das Recht sie auch wieder zu verlassen gewährleistet ist. Das Eigentumsrecht bedeutet, dass jeder seinen Lebensstil selbst finanzieren muss. Die Problemlösung in kleinen auf freiwilliger Zugehörigkeit beruhenden Gruppierungen ist letztlich nichts anderes als die konsequente Umsetzung der Subsidiarität.
In gewisser Hinsicht sind alle politischen Kräfte in Deutschland deswegen “sozialistisch”, weil sie die Gleichschaltung der Menschen, der Kulturen und der Werte anstreben.
Sie wünschen sich nichts anderes als die Verflechtung der Menschen so, daß sie endlich mal eine anonymisierte und nicht differenzierbare Masse bilden.
Demnach tut Vielfalt überhaupt nicht gut, und es gibt zur Zeit in Deutschland keine politischen Kräfte, die Vielfalt fördern.
Wer Art. 2(1) GG ausüben und genießen möchte, wird früher oder später als “Verfassungsfeind”, Störenfriede und nationaler Zersetzer gebrandmarkt.
Ihr
Luis
Nach dieser Definition leben wir in einem totalitären System.
Es wird keine abweichende Meinung toleriert.
Nein, noch extremer, Inhalte sind nicht von Bedeutung, allein die Nähe zu Nichtkonformen, reicht aus um existenziell fertig gemacht zu werden.
Ein Politiker der der “falschen” Zeitung ein Interwiew gibt, wird ins politische Aus gemobbt.
Ein Parteiloser, der für die “falsche” Partei in einem Stadtparlamet sitzt, sieht sich ständigen Diffamierungen ausgesetzt.
Bei einem Museumsmitarbeiter, der ein Buch im “falschen” Verlag veröffentlicht hat werden disziplinare oder arbeitsrechtliche Konsequenzen geprüft.
Kein Hinweis über brisante oder skandalöse Inhalte allein die Nähe reicht.
Dies alles selbstverständlich im Namen der Demokratie und Meinungsfreiheit. Das witzige ist aber, so etwas gab es nicht einmal in der DDR da muss man weiter zurückgehen in der deutschen Geschichte.
So schätze ich auch die Sachlage ein, die uns umgibt. Das liegt allerdings an der fehlenden Wertschätzung für geistige Fähigkeiten. Da Geistigkeit nicht wertgeschätzt wird, darf die Ausübung geistiger Rechte nicht stattfinden.
Demzufolge ist der Liberalismus eine ordnungsfeindliche Weltanschauung.
Luis
Was zu den Werten der tatsächlichen nationalen Ordnung gehört, die keineswegs mit der nachkonstitutionellen Ordnung übereinstimmt, sondern vielmehr mit ihr kraß kollidiert, ist einerseits das Gleichschaltungsgebot, andererseits der Untertanengeist.
Zum letzten habe ich einen Beitrag unter
http://www.stupidedia.org/stupi/Untertanengeist
geschrieben. Es lohnt sich, sich diesen anzuschauen.
Euer
Luis