Detmar Doering
Indien ist ein Land, dass schon während der Erringung seiner Unabhängigkeit stark von sozialistischen Ideen geprägt war. In den 70er Jahren, als Indira Gandhi das Land in eine Diktatur transformieren wollte, wurde der Sozialismus in der Verfassung festgeschrieben – was bis heute liberale Reformen und den Erfolg liberaler Parteien (die sich formell zum Sozialismus bekennen müssen) behindert.
Trotzdem hat es in den letzten zwei Jahrzehnten eine stetige Liberalisierung der Wirtschaft gegeben. Sie hat den Indern als Erfolg jährliche zweistellige Wachstumsraten eingebracht. Aber es müsse noch viel mehr geschehen, meint Barun Mitra in seinem Kommentar im Wall Street Journal.
Der Liberalismus muß m.E. eher auf anderen Gebieten zustandekommen — nämlich auf dem religiös-weltanschaulichen Gebiet. Denn Indien ist reich in Weltanschauungen sowie in religiösen Schätzen.
Diese Kraft zu entfesseln, kommt Indien und der ganzen Welt zugute. Dort ist der Vorteil zu sehen.
Luis Fernández Vidaud