Monatsarchiv: Juli 2010

Pluralismus in einer freien Gesellschaft

Gérard Bökenkamp

Eine totalitäre Gesellschaft erkennt man daran, dass in jedem Glied der Gesellschaft dieselben Werte und Prinzipien gelten. Im Sozialismus gibt es  zum Beispiel nur eine sozialistische Erziehung, eine sozialistische Kunst und eine sozialistische Wissenschaft. Totalitarismus ist das Streben nach vollständiger Vereinheitlichung der Gesellschaft im Sinne eines einzigen, unhinterfragbaren Prinzips.  Eine freie Gesellschaft erkennt man daran, dass man nur durch eine Tür treten muss und schon gelten ganz andere Spielregeln und wenn ich diese Spielregeln nicht akzeptieren möchte, dann trete ich nicht durch diese Tür.

Ohne Zweifel sind Menschen schon von ihrer Veranlagung her sehr unterschiedlich. Denken, Fühlen, Handeln, Bedürfnisse sind schon durch die Genetik in unterschiedliche Richtungen vorgeprägt. Durch unterschiedlichste biographische Einflüsse werden diese Unterschiede noch größer, so groß, dass für Menschen die Bedürfnisse und Wünsche anderer Menschen kaum noch emotional nachvollziehbar oder sogar suspekt sind. Aus dieser Unterschiedlichkeit ergibt sich das Potential zum Konflikt. Die Lösung dieses Problems besteht in der sozialen Ausdifferenzierung, dem Recht auf freiwilliger sozialer Trennung.

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Keine Kreditklemme

Gérard Bökenkamp

Eine Umfrage der Bundesbank bei ausgewählten deutschen Banken ergab keine Hinweise auf eine drohende Kreditklemme. Die befragten Banken rechnen in den nächsten 12 Monaten mit einem steigenden Kreditvolumen. Befürchtungen während des wirtschaftlichen Aufschwungs könne eine Knappheit bei der Kapitalversorgung der Unternehmen auftreten, teilen die befragten Banken nicht.

Information:

Sonderumfrage unter Banken ohne Hinweis auf zukünftige Kreditklemme in Deutschland

Indiens sozialistische Tradition

Detmar Doering

Indien ist ein Land, dass schon während der Erringung seiner Unabhängigkeit stark von sozialistischen Ideen geprägt war. In den 70er Jahren, als Indira Gandhi das Land in eine Diktatur transformieren wollte, wurde der Sozialismus in der Verfassung festgeschrieben – was bis heute liberale Reformen und den Erfolg liberaler Parteien (die sich formell zum Sozialismus bekennen müssen) behindert.

Trotzdem hat es in den letzten zwei Jahrzehnten eine stetige Liberalisierung der Wirtschaft gegeben. Sie hat den Indern als Erfolg jährliche zweistellige Wachstumsraten eingebracht. Aber es müsse noch viel mehr geschehen, meint Barun Mitra in seinem Kommentar im Wall Street Journal.

Freund der FARC?

Detmar Doering

Dass Venezuelas immer diktatorischer regierender Staatschef Hugo Chavez die kolumbianische Terrororganisation FARC mit mehr als guten Worten unterstützt, dafür mehren sich die Anzeichen, berichtet Mary ‘Grady…

Weltweit 48 Billionen Dollar Staatsschulden

Gérard Bökenkamp

Auf WirtschaftlicheFreiheit.de legt Rainer Hank dar, dass die Staatsschulden weltweit im Zeitraum zwischen 2001-2010 von 20,4 auf 48 Billionen Dollar gestiegen sind. Es sei bis Ende 2011 sogar ein Anstieg auf 51,5 Billionen Dollar zu erwarten. Der Gestaltungsspielraum der Regierungen werde wegen der Zinslast immer weiter eingeengt.

Information:

Der gefesselte Leviathan

Konsequenzen direkter Demokratie

Gérard Bökenkamp

Die größere Zahl von Volksinitiativen erhöht das Interesse der Bürger an der Demokratie. Das ist das Ergebnis einer Studie, die den Zusammenhang zwischen Umfang und Häufigkeit von direktdemokratischen Entscheidungen und deren Auswirkungen in 88 Ländern empirisch untersucht hat. Allerdings gibt es keinen Zusammenhang zwischen direkter Demokratie und Wahlbeteiligung und  sie erhöht auch nicht das Vertrauen in die Politik. Obligatorische Referenden könnten aber die Position der deutschen Regierung in Verhandlungen mit der EU stärken und erhöhen die Steuermoral.

Information

Schule der Beteiligung

Mit Staatsausgaben gegen die Krise: Wenigstens kurzfristig erfolgreich?

Detmar Doering

Keynes’ (fast immer im falschen Kontext zitierter) Ausspruch „In the long run we are all dead!“ wird meist als Beleg dafür gewertet, dass die massive Ausweitung von Staatsausgaben als Remedur gegen Wirtschaftskrisen zwar langfristig auch Probleme bereiten möge, dass aber die kurzfristige Erholung ohne sie kaum gelingen werde.

Eine neue Studie der Europäischen Zentralbank hat sich dieser Frage empirisch angenommen. Resultat: An der Sache war auch lange etwas dran – insofern sei Keynes ein wenig exkulpiert. Seit den 1980er Jahren sei auch der kurzfristige Effekt von Staatsausgabenausweitung in ständiger Abnahme begriffen…

Geburtenrückgang: Politik hat sich übernommen

Gérard Bökenkamp

Deutschland ist nach neuesten Daten des Statistikamts Eurostat Schlußlicht bei den Geburten in Europa. Demnach kamen im vergangenen Jahr bundesweit pro 1.000 Einwohner nur noch 7,9 Kinder zur Welt. 2008 waren es noch 8,3 Kinder gewesen. Damit landet die Bundesrepublik auf dem letzten Platz im europäischen Geburtenranking. Diese Entwicklung war voraussehbar. Die Vorstellung, dass der Trend durch staatliche Fördermaßnahmen wie Elterngeld und Krippenpolitik umgekehrt werden könnte, geht an der Wirklichkeit vorbei.

Die leichten Schwankungen in den letzten Jahren hatten wenig mit der Politik und viel mit der natürlichen Volatilität zu tun.

Information:

Artikel zum Thema im Handelsblatt

Der Hergang der „Euro-Rettung“

Gérard Bökenkamp

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat in einem Beitrag den Hergang der sogenannten „Euro-Rettung“ im Mai dargestellt. In diesem Artikel wird vor allem deutlich wie eng die Bindung zwischen Politik und Zentralbank sind und wie relativ der Begriff „Unabhängigkeit“ und dass der Aufkauf von Staatsanleihen der EZB im Grunde in einem politischen Konsens getroffen wurde.Positiv ist, dass man sich einhellig auf die Notwendigkeit der Sanierung der Haushalte geeinigt hatte. Was die „Rettung“ angeht, so werden die kommenden zwei Jahre zeigen, wie nachhaltig die Maßnahmen wirklich wirken.

Information

EU-Gipfel im Mai: Als der Euro gerettet wurde

Die Bahn, die Hitze, der Wettbewerb

Detmar Doering

Das Versagen der Bahn angesichts der noch kürzlich herrschenden Hitzetemperaturen hat die Gemüter bewegt. Die Politik nimmt sich des Problems an.

Das gerade ist aber das Problem, meint Günter Ederer in seinem Kommentar in der Fuldaer Zeitung. In der Politik gebe es kaum noch jemanden, der das eigentliche Problem adressiere – nämlich den Mangel an Wettbewerb…

Robustes amerikanisches Freiheitsverständnis

Detmar Doering

Der Versuch der Obama-Administration, einen politischen Paradigmenwechsel hin zu einer Neubelebung des „New Deal“ zu bewerkstelligen, scheint bei den Amerikanern nicht so gut anzukommen wie man (vor allem in Europa) dachte. Es scheint, dass die etatistischen Experimente der neueren Geschichte die US-Bürger eher in der grundsätzlichen Überzeugung bestärkt haben, ein individualistisches und staatsskeptisches Politikverständnis zu pflegen, meint Michael Barone in seinem historisch wohlfundierten Beitrag The Return of the Jeffersonian Vision and the Rejection of Progressivism.

Urlaub bildet: Ein unbekannter Liberaler Bayerns

Detmar Doering

Zurzeit verbringe ich den Urlaub mit der Familie in der Oberpfalz. Aber auch hier entrinnt man dem Liberalismus nicht. In Weiden stand ich plötzlich vor dem Denkmal von Gustav von Schlör. Schlör? Nie gehört!?!

Ein Blick in den Eintrag von Beitrag bei Wikipedia zeigt: Das ist eine Bildungslücke! Gustav von Schlör (1820-1893) war der letzte bayrische Handelsminister vor der Reichseinigung. Er führte die Gewerbefreiheit endgültig ein. War für ein effizientes privates Eisenbahnsystem. Ein Liberaler von altem Schrot und Korn! Wieder was gelernt.

Das heutige erste Zoigl-Bier beginnt mit einem Prost auf Gustav von Schlör!