Gérard Bökenkamp
Eine totalitäre Gesellschaft erkennt man daran, dass in jedem Glied der Gesellschaft dieselben Werte und Prinzipien gelten. Im Sozialismus gibt es zum Beispiel nur eine sozialistische Erziehung, eine sozialistische Kunst und eine sozialistische Wissenschaft. Totalitarismus ist das Streben nach vollständiger Vereinheitlichung der Gesellschaft im Sinne eines einzigen, unhinterfragbaren Prinzips. Eine freie Gesellschaft erkennt man daran, dass man nur durch eine Tür treten muss und schon gelten ganz andere Spielregeln und wenn ich diese Spielregeln nicht akzeptieren möchte, dann trete ich nicht durch diese Tür.
Ohne Zweifel sind Menschen schon von ihrer Veranlagung her sehr unterschiedlich. Denken, Fühlen, Handeln, Bedürfnisse sind schon durch die Genetik in unterschiedliche Richtungen vorgeprägt. Durch unterschiedlichste biographische Einflüsse werden diese Unterschiede noch größer, so groß, dass für Menschen die Bedürfnisse und Wünsche anderer Menschen kaum noch emotional nachvollziehbar oder sogar suspekt sind. Aus dieser Unterschiedlichkeit ergibt sich das Potential zum Konflikt. Die Lösung dieses Problems besteht in der sozialen Ausdifferenzierung, dem Recht auf freiwilliger sozialer Trennung.