Rentenniveau im Vergleich: Griechenland und Deutschland

Voller Rentenanspruch nach Arbeitsjahren:

Griechenland: 35                            Deutschland: 45

Rentenniveau:

Griechenland 80 %                         Deutschland: 46 %

Rentenzahlungen/Jahr:

Griechenland: 14 x                         Deutschland: 12 x

Rentenerhöhungen 2004:

Griechenland 3 %                            Deutschland:  0 %

Rentenerhöhungen 2005:

Griechenland: 4 %                           Deutschland: 0 %

Rentenerhöhungen 2006:

Griechenland: 4 %                          Deutschland: 0 %

Mindestrente in Euro:

Griechenland: 445ca.                   Deutschland: 600

Höchstrente in Euro:

Griechenland: 2538ca.                Deutschland: 2100

Gesetzl. Renteneintrittsalter Männer:

Griechenland: 65                           Deutschland: 65–67

Gesetzl. Renteneintrittsalter Frauen:

Griechenland: 60                           Deutschland: 65–67

Tatsächliches Renteneintrittsalter:

Griechenland: 62,4                        Deutschland: 63,2

Artikel auf Bild.de

Bild.de beruft sich auf die Daten von Eurostat, der OECD und der Deutsche Rentenversicherung

14 Antworten zu “Rentenniveau im Vergleich: Griechenland und Deutschland

  1. Es steht schon in der Überschrift

    “Denken für die Freiheit”

    und dann nimmt man als Quelle die Bildzeitung.
    Die Rentenerhöhungen sind falsch. Die Inflationquote in Griechenland ist höher als in Deutschland. Effektiv bleiben also noch um die 1% übrig. 2004 gab es eine Erhöhung nur für Renten unter 500 Euro.

    Der wichtigste Faktor wird gar nicht reingeschrieben. Die Gesamtkosten sind doch entscheident. Da hat Griechenland 11.5% des Bruttoinnlandsprodukts und Deutschland 11.4%. Das sind wirklich Größenordnungen.

    • Sehr geehrter Chiwi,

      Zahlen sind aus meiner Sicht unabhängig davon zu sehen, wo sie abgedruckt werden.
      Die Bild-Zeitung hat diese Zahlen ja auch nur allgemein zugänglichen Quellen, die mit
      angegeben sind, entnommen. Die man sicher unterschiedlich interpretieren kann.

      Ihr Argument in Bezug auf das BIP und die Inflationsrate finde ich nicht ausschlaggebend.
      Die Frage ist, was kann ein Staat sich leisten und was kann ein Staat sich nicht leisten.
      Unter den gegebenen Bedingungen konnte sich Griechenland diese Rentenpolitik nicht
      leisten, unabhängig davon wie hoch die Teuerung war oder der Anteil der Rentezahlungen
      am BIP.

      Beste Grüße
      Gérard Bökenkamp

  2. Die Zahlen, welche ich verwende sind ebenfalls aus dieser Quelle. Die Bildzeitung verschweigt dabei, dass 2004 eben nicht 3% für die Gesamtrente sondern nur ein Teil der Rente ausgegeben wurde. Ebenfalls war das Staatsdefizit in den genannten Jahren nicht so hoch. Die Staatsverschuldung ist 2006 sogar gesunken. Jetzt kommen sie und wollen mir erzählen, dass der Rentenanteil am Haushalt zu hoch ist, obwohl er nicht höher ist als in Deutschland? Als Beleg führen sie die Daten der Bildzeitung auf. Die sehen aus, als ob das Geld zum Fenster raus geworfen wird. Aber wenn die Kosten die gleichen sind, ist der Inhalt egal.

    Zahlen sind nämlich erst dann unabhängig Herr Bökenkamp, wenn sie alle veröffentlicht werden und vor allem im Kontext. Nehme ich mir einige Zahlen heraus, welche zu der Behauptung Griechen=faul passen, dann finde ich immer welche die das untermauern. So geschehen hier in der Bildzeitung.

  3. “angemessenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Basis mehr stehen”

    Doch wer beschließt das? Die Ranking Agenturen, welche nicht gemerkt haben, dass eine weltweite Finanzkrise auf uns zu rollt?

    Es ist richtig, dass die Griechen zu hohe Lohnstückkosten haben. Aufgrund dessen ist es billiger zu importieren als eigene Produkte zu kaufen. Der Anteil am BIP ist sehr wohl vielsagend. Wenn die absolute Staatsverschuldung im Jahr 2006 reduziert wurde, lebt man wohl kaum über seinen Verhältnissen. Der Unterschied zwischen den griechischen Verschuldungen und den japanischen (welche deutlich höher liegen) ist, dass die Griechen im Ausland und die Japaner im Inland verschuldet sind. Auslandsverschuldung kann man nur mit Exportüberschüssen abbauen. Da wird sich Deutschland allerdings quer stellen. Das heißt Kürze ich bei den Ausgaben des Staates heißt das noch lange nicht, dass ich mehr exportieren kann. Es heißt nur, dass ich eventuell weniger importiere.

    • “Der Anteil am BIP ist sehr wohl vielsagend.” Nur begrenzt, wenn ein Staat einfach die Berechnungsgrundlage für das BIP ändert. So hat die griechische Regierung 2007 schlicht die Berechnungsmethode für das BIP geändert, um das Ausmaß der Verschuldung zu verschleiern. Schattenwirtschaftsaktivitäten wie Prostitution, Geldwäsche und Zigarettenschmuggel flossen in die Berechnung ein. Dadurch erhöhte sich die statistisch erfasste Wirtschaftsleistung um fast zehn Prozent. Entsprechend gingen Defizit- und Schuldenquoten zurück.
      z. B. SPIEGEL vom Herbst 2006

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,439886,00.html

      Mit besten Grüßen
      Gérard Bökenkamp

      • “Nur begrenzt, wenn ein Staat einfach die Berechnungsgrundlage für das BIP ändert.”

        Nun sieht es aber bei den oberen Zahlen ebenso aus. Wenn 90% den niedrigsten Rentensatz kriegen würden, sieht die Aufzählung ebenso aus und die Kosten wären dennoch im Rahmen. Die Gesamtkosten sind entscheidend, alles andere ist völlig irrelevant. Da die Bildzeitung sie nicht aufführt (oder kann) ist das billiger Populismus und beweist erst einmal gar nichts.

      • http://print-wuergt.de/2010/05/02/die-rentenluge-folge-192/

        als Ergänzung zur Erklärung der oben genannten Zahlen

  4. walter jäger

    14 Rentenzahlungen im Jahr: Wie sollen wir dies dem deutschen Wähler rüberbringen? Und dafür unser Geld?

  5. Pingback: Anonym

  6. Chriwi: Sind Sie Grieche?

  7. wie würde deutschland denn dastehen ohne einen “dummen”, der aus ökonomischen gründen gezwungen ist, wie blöd unsere waren zu kaufen und uns zum exportweltmeister zu machen? so ein staat soll sich nochmal finden, der sich im gegenzug noch rüstungsexporte aufschwatzen lässt, als bedingung für den bailout (!), der ohne uns garnicht erst notwendig gewesen wäre.

    nene.. bei dem grad an heuchelei und dreistigkeit, isses nur fair wenn wir letztendlich alle an unserem egoismus ersticken. die zeichen dafür sieht man ja schon.

    • Deutschland würde besser dastehen, weil Exporte an sich nämlich nicht den Lebensstandard heben. Exporte führen nur dann zu einem Anstieg des Lebensstandards, wenn die Einnahmen daraus verwendet werden, um wieder Importe zu erwerben. Wer immer nur exportiert und nicht importiert senkt seinen Lebensstandard sogar.

  8. Der zurückgebliebene kleine Bruder des Homo sapiens...DER BAYER

    hachja ..die Zeit sollte mittlerweile dem lezten Stammtisch deppen (wie zum beispiel den verfasser dieses Müllhaufens) aufgezeigt haben das wenn man anderenorts solche Behauptungen in der Presse kundtut sich der lächerlichkeit Preis geben würde…die Zahlen sind völlig falsch aus dem zusammenhang gerissen und spiegeln nicht ansatzweise die lage diesbezüglich des Landes wieder….wie es aussieht haben die Deutschen öffentlichkeits arbeits offensiven via Medien mal wieder den Michel programiert …ganz Europa wundert sich übrigens das der Michel seit dem lezten großen knall scheinbar nix dazu gelernt hat

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