Ralph Bärligea
Zum Thema „Umgang mit der Krise“ wurde die deutsche Öffentlichkeit am vergangenen Mittwochabend in den Tagungssaal der Bundesbank München in der schönen Leopoldstraße eingeladen. Redner war Professor, Wirtschaftswissenschaftler, griechischer Ministerpräsident a.D. und Gründer der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung Konstantinos Simitis.
Es handelte sich um eine Charmeoffensive für Griechenlandhilfen und darum, die Öffentlichkeit auf die Zukunft, das „nach vorne Schauen für Europa“, zu gewinnen. Diese Zukunft heißt, geht es nach einem Simitis, „gemeinsame europäische Anleihen zur Finanzierung langfristig angelegter Investitionsprogramme“, damit Europa aus der Krise kommt.
Während „private Investoren vor allem gezockt und kurzfristige Gewinne zum Schaden der gesamten Volkswirtschaft angestrebt“ hätten, was „dringend scharf reguliert werden“ müsse, müsse nun die „Kehrtwende zu massiven, europaweiten Langfrist-Investitionsprogrammen“ geschaffen werden. Zur „zentralen Steuerung dieser Maßnahmen“ für die Zukunft Europas brauche es eine „handlungsfähige europäische Wirtschaftsregierung, die die Pläne gegen die Zerstrittenheit der nationalen Regierungen durchsetzt“, an der leider viele, auch bereits beschlossene Pläne schon gescheitert seien. Die Finanzierungsperspektive hierfür und gleichzeitige Lösung der griechischen Schuldenkrise böten „europäische Anleihen“. Außerdem verfüge Europa über ein mächtiges Instrument, die „Europäische Zentralbank, die die Maßnahmen begleiten müsse und nicht akzeptieren dürfe, dass die Pläne scheitern“. Dies alles hat Herr Simitis, ohne auch nur den geringsten inhaltlichen Zweifel aufkommen zu lassen, ausdrücklich betont und mit allem Nachdruck gefordert.