Monatsarchiv: März 2010

Von der Süddeutschen nichts Neues

Steffen Hentrich

Mit einer packenden Enthüllungsstory geht die Süddeutsche Zeitung heute an die Öffentlichkeit. Die zunehmende Skepsis gegenüber der europäischen und deutschen Klimaschutzpolitik, aber auch gegenüber den immer apokalyptischer werdenden Interpretationen der Klimaforschung, würde nun auch nach Deutschland getragen und zwar von dem kleinen Jenaer Institut EIKE, dass ja eigentlich kein Institut, sondern nur eine von den Ölmultis finanzierte Briefkastenfirma sei. Dort würde man auch keinen riesigen Stab von Klimaforschern beschäftigen, nein, nur einige Ingenieure säßen im Fachbeirat. Und zu allem Überfluss stolpere man überall auf Verbindungen zur „rechten Szene“ und meint damit die  in linken Kreisen als rechts-konservativ geltenden Free-Market-Organisationen wie etwa CFACT Europe, das amerikanische Heartland-Institute oder das britische International Policy Network (IPN). Ihnen gemein sei die Finanzierung durch internationale Konzerne, die ihr Geld vornehmlich mit der Förderung und Vermarktung von fossilen Rohstoffen verdienten.

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Das zerbrochene Fenster des Terrorismus

Steffen Hentrich

Der Mythos von der Zerstörung als Motor wirtschaftlicher Entwicklung ist auch mehr als 150 Jahre nach dem Erscheinen von Frederic Bastiats berühmter Parabel vom zerbrochenen Fenster nicht aus der Welt zu schaffen. Gerade in letzter Zeit wieder populär gewordene Ökonomen wie John Maynard Keynes oder sein geistiger Nachfahre Paul Krugman haben diese Legende weiter genährt. Ein Grund mehr für Tom Palmer vom Cato-Institute Bastiats Geschichte noch einmal zu erzählen. Das Filmchen sei nicht nur für kleine Kinder mit etwas zu stark ausgeprägter Zerstörungswut beim Spielen empfohlen, sondern vor allem für Politiker, die sich konjunkturpolitische Instrumente wie die Abwrackprämie ausdenken.

Lesen Sie zur Debatte über den Krieg als volkswirtschaftlicher Nachfrageimpuls unbedingt „Depression, War and Cold War – Challenging the Myths of Conflict and Prosperity“ von Robert Higgs. Kaum ein anderer Autor ist in der Lage den Mythos vom Zweiten Weltkrieges als Weg aus der Weltwirtschaftskrise so empirisch fundiert in das Reich der Legenden zu verbannen.

Bilanz des Schreckens

Detmar Doering

Zwar gibt es einen leichten Trend, dass Länder die Todesstrafe abschaffen, aber dort, wo sie noch besteht, wird sie auch weiterhin in großem Umfang vollstreckt. Der Bericht von Amnesty International über die weltweite Anwendung der Todesstrafe liest sich immer noch wie eine Bilanz des Schreckens.

Auf dem Gletscher drehen sich die Zahlen

Detmar Doering

Die Manipulationen des IPCC zu Klimadaten gehen langsam in die Populärfolklore ein.  Fernsehsender Pro7 fiel noch bis zuletzt mit artig politisch korrekten Sonderprogrammen über die ins Haus stehende Klimakatastrophe auf. Nun gibt es seinem Wissenschaftsmagazin Galileo auf einmal einen Beitrag über das ganz und gar unverfänglich scheinende Thema „Zahlendreher“. Zu denen gehört plötzlich ganz selbstverständlich auch die Falschmeldung des IPCC zum großen Gletscherschmelzen… Ist das ein Zeichen dafür, dass in die Klimadebatte Sachlichkeit einzieht?

Sehen Sie das Video hier.

Klimawandel: Manchmal sind es Kleinigkeiten,…

Detmar Doering

… die entscheidend sind. Während sich die Welt fragt, inwieweit sich das IPCC tatsächlich der wertfreien Wissenschaft in der großen Sphäre der Weltpolitik verpflichtet fühlte, sind es andernorts technische Details, die das Bild stören. Funktionieren die Messstationen, die die vielen Daten erheben, die dann zur Klimakatastrophentheorie umgebaut werden, überhaupt richtig? Eine interessante Frage, der Steven F. Hayward vom American Enterprise Institute hier anhand eines Beispiels in Kalifornien nachgeht.

Dass irgendetwas nicht stimmt….

Detmar Doering

… mit der Arbeit des IPCC, hat jetzt selbst die deutsche Mainstream-Presse bemerkt, wie dieser Bericht im Spiegel beweist.

Alle Jahre wieder…

Steffen Hentrich

…oder besser pünktlich vor Feiertagen und Ferien, wenn sich halb Deutschland anschickt ins Auto zu zwängen um ins Grüne zu fahren, geht das Geschrei um steigende Spritpreise wieder los. Mit sicherem Gespür für Popularitätsgewinne stimmen auch Politiker regelmäßig in dieses Wehklagen mit ein und fordern die Mäßigung der Tankstellenbesitzer, begleitet von Drohgebärden seitens der Wettbewerbshüter vom Kartellamt. Üblicherweise folgt diesem Gepolter nichts, und das ist auch gut so. Schließlich handelt es sich beim Anziehen der Spritpreise in Zeiten höherer Verkehrsintensität um ein völlig normales Phänomen, diktiert von den Gesetzen von Angebot und Nachfrage.

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Keine Angst vor schwarzen Löchern

Gefunden von Steffen Hentrich

Über die Chancen und Risiken des ringförmigen Teilchenbeschleunigers für Hadronen (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf ranken sich mindestens ebenso viele Legenden wie über die Gefahr eines vom Menschen verursachten Klimawandel. Der tschechische theoretische Physiker Luboš Motl befasst sich seit Jahren beruflich und privat mit beiden Themen. Über seine Erfahrungen mit der Wissenschaft, die Debatte um den Klimawandel und seine persönliche Position zur Lösung von Umweltproblemen hat er mit dem Online-Magazin Freie Welt ein interessantes Gespräch geführt.

Prügel für den Überbringer schlechter Nachrichten

gefunden von Steffen Hentrich

Die griechische Regierung und die EU deckten über Jahre die katastrophale Situation des Mittelmeerstaates um die Glaubwürdigkeit der Gemeinschaftswährung Euro nicht zu gefährden. Doch nicht die Kontrolle der EU brachte dieses Problem ans Tageslicht, sondern als „Spekulanten“ verunglimpfte Marktakteure. Kein Wunder, dass wiedereinmal die Überbringer der schlechten Nachricht den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Guy Sorman schreibt im City Journal über die Krise des Euro:

What was the motive for all this deception? Obviously, to give credibility to the euro, a common currency supposed to rival the American dollar. Recall that the theoretical virtue of the euro is to bring down interest rates in Europe: the more solid the money, the lower the rates, which encourages economic development (or, in the case of Spain and Portugal, real-estate speculation). It was therefore much to Europe’s advantage to cover for Greece and protect the euro.

What’s telling is that the people who brought the hoax to light were neither the Greek nor the European authorities but private speculators. The Greek state, to its great dismay, suddenly discovered that it could no longer sell treasury bonds on financial markets at the same rate as the Germans did. The open market had decided that euros owned by Greeks were not the same as euros owned by Germans. Should we blame these private actors for exposing the truth? On the contrary: it was their professional duty to generate profits for their clients, often for their retirement accounts. The public actors, for their part, were duty-bound in principle to manage the euro through predictable and transparent rules. It is therefore inappropriate for French president Nicolas Sarkozy and Greek prime minister George Papandreou to accuse private speculators of “attacking” the euro. If the euro—at least in Greek hands—had been above suspicion, it would not have been attacked.

Das Don-Quichotte-Syndrom

Von Gérard Bökenkamp

Es gibt Wahrheiten, die sind wie ein geheimer Schlüssel. Wenn man diesen Schlüssel findet, öffnen sich auf einmal Türen, die bis dahin immer verschlossen waren, und hinter diesen Pforten öffnen sich Wege, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Probleme, die man für unüberwindbar hielt, lösen sich plötzlich auf wie ein nächtlicher Spuk. So ein Schlüssel ist das Denken in Märkten. Das Erstaunliche ist, dass man weder besonders intelligent noch besonders gebildet sein muss, um das Wichtigste zu verstehen. Wahrheiten zu entdecken ist nämlich schwer. Einmal entdeckte Wahrheiten aber zu verstehen ist einfach. Heute weiß jeder Schüler mehr als selbst die gebildetsten Männer des Mittelalters darüber, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt.

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Für die Steuervereinfachung gibt es keine Ausrede

Detmar Doering

Selbst wenn man das Diktum akzeptiert, dass die so dringend notwendige Steuersenkung aufgrund angespannter Haushaltslage zeitlich gestreckt werden muss, ist das noch lange kein Grund, beim Thema Steuerreform Zaghaftigkeit an den Tag zu legen. In Sachen Vereinfachung ist viel zu tun und dabei kann die Haushaltslage nicht als Ausrede dienen. Unser Steuersystem ist ein wahrer Augiasstall zum Ausmisten, das leistungshemmend ist, und das noch Relikte aus der Nazizeit mit sich herumsc hleppt wie den steuerbegünstigten Nacht, Sonn- und Feiertagszuschlag. Lesen Sie dazu das Interview, das der Präsident des Bundesfinanzhofs Wolfgang Spindler kürzlich der Wirtschaftswoche gab.

Europäisches Sozialmodell vs. Amerikanischer Turbokapitalismus?

Detmar Doering

Erinnern wir uns? Das war die heiße Wirtschaftsdebatte der 90er Jahre. Seitdem hat im öffentlichen Ansehen der amerikanische Kapitalismus dúurch die Finanzkrise arg gelitten – und das, obwohl wir heute wissen, wieviel Staatsversagen dabei eine Rolle spielte. Aber was ist mit der Zukunftsfähigkeit des europäischen Modells? Als 1999 der Euro eingeführt wurde, hieß es, dass die EU eine Wirtschaftsdynamik entwickeln würde, die die der USA locker in den Schatten stellen könnte. Das scheint nun ganz und gar nicht der Fall zu sein. Von Stagnation bis Krise reichen die aktuellen Symptome eine immer noch in sozialstaatlicher Erstarrung befindlichen System, schreiben Marcus Walker und Alessandra Galloni in ihrem Kommentar im Wall Street Journal.