Von Thomas Volkmann
Ach, beherrschte man doch die Kunst des Lesens aus dem Kaffeesatz… dann wüßte man vielleicht, was die aktuellen Zahlen zur Sonntagsfrage, in dieser Woche frisch von Emnid, Forsa, Allensbach und der Forschungsgruppe Wahlen, bedeuten.
Da verliert die Union leicht bei Emnid (minus 1 auf 34 Prozent) und im Politbarometer der Forschungsgruppe (minus 1 auf 36 Prozent), steht bei Forsa unverändert auf 35 – und steigt bei Allensbach in der FAZ von 34,5 auf 37 Prozent.
Da sinkt die SPD bei Allensbach von 25,0 auf 23,5 Prozent und im Politbarometer von 26 auf 25 Prozent, steht aber bei Forsa stabil auf 22 Prozent und steigt bei Emnid leicht von 24 auf 25 Prozent.
Da fällt die FDP bei Allensbach von 13,0 auf 10,5 Prozent, steht aber im Politbarometer stabil auf 10 Prozent und steigt bei Emnid von 9 auf 10 und bei Forsa von 7 auf 8 Prozent.
Bei der Linken tut sich fast nichts, sie stehen bei Emnid und Forsa auf 12 Prozent, im Politbarometer auf 10 Prozent und fallen bei Allensbach gering von 11 auf 10,5 Prozent.
Da sinken die Grünen bei Emnid von 15 auf 14 Prozent, bei Forsa von 17 auf 16 Prozent, und dann steigen sie bei Allensbach von 11,5 auf 13,5 und im Politbarometer von 12 auf 14 Prozent.
Erklärungsversuche fallen schwer. Zum einen sind Veränderungen im Ein- Prozent- Bereich nicht sonderlich aussagekräftig, zum anderen wurden (auch) in dieser Woche keine langfristigen Trends gebrochen, begründet oder verändert. Die Union steht weiterhin relativ stabil auf oder über ihrem Bundestagswahlergebnis, die SPD sinkt weiterhin sozusagen errötend zu Boden, die Grünen erzielen weiterhin sehr hohe Ergebnisse und sind in allen Umfragen deutlich dritte Kraft, die Linke erzielt gute Umfrageergebnisse, ohne groß aufzufallen, und die FDP konsolidiert sich trotz heftigen medialen Gegenwinds – oder vielleicht sogar deswegen – mit Ausnahme von Forsa um die 10 bis 11 Prozent.