Monatsarchiv: Februar 2010

Hinter den Kulissen des kubanischen Gesundheitssystems

Detmar Doering

In seinem Film „Sicko“ (2007), in dem Michael Moore mit dem (gewiss reformbedürftigen) US-Gesundheitssystem abrechnet, wird am Schluss Kuba als das gesundheitspolitische Paradies verkauft. Kubanische Ärzte scheinen in vielen dem Regime dort freundlich gesonnenen Länder – etwa Venezuela – ein Exportschlager zu sein. Funktioniert in diesem Sektor der Kommunismus etwa doch? Zeit für einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Was ist der Preis, den Menschen für dieses System zahlen?

„Street View“: Kontroverse zwischen Datenschutz und Informationsfreiheit

Von Gérard Bökenkamp

An Googles Projekt „Street View“ hat sich eine Datenschutzdebatte entzündet. Ziel der Internetfirma ist es Straßenansichten und öffentliche Plätze im Internet zugänglich zu machen. Die bisherigen Internetkarten werden somit durch eine dreidimensionale Ansicht ergänzt. Dies hat eine zum Teil sehr schrille politische Diskussion ausgelöst. Die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner warf Google „millionenfache Verletzung der Privatsphäre“ und sogar Geheimdienstmethoden vor. Damit hat sich die Debatte sehr vom sachlichen Kern entfernt. Im Kern geht es um die Abwägung verschiedener berechtigter  Ansprüche und der Bestimmung ihrer Grenzen.

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Wer sitzt am Thermostat des Weltklimas?

Detmar Doering

Ein Teil des ideologischen Charms, den die offizielle Klimapolitik ausmacht, leitet sich von dem moralisierenden Bekenntnis ab, das wir – der wohlhabende Westen – ja im Grunde Schuld sein. Wir müssten daher unseren Lebenstil, unser Wirtschaften, unser System (=übel neoliberal) ändern. Vom Club of Rome in den 70ern bis zum IPCC heute haben alle der großen Untergangspropheten diese Karte gespielt. Klimaschutz wurde zum Hebel, wie man die andernorts nicht geliebte linke Systemveränderung doch noch effektiv durchsetzen konnte.

Aber auch hier gibt es einen Haken. Inzwischen sind es die Entwicklungsländer und die Schwellenländer, die am „Thermostat“ des Weltklimas sitzen. Hier ein Report.

Die Propheten: Was einige schon vor der Finanzkrise wussten

Von Gérard Bökenkamp

Eine Rezension aus dem Herbst 2005 über das „Greenspan-Dossier“ , in dem die Autoren Vogt und Leuschel zwar nicht den Anlass, aber das Platzen der Blase korrekt voraussagten. Viele Ökonomen und Politiker behaupten ja, das Platzen der Blase sei nicht vorhersehbar gewesen. 

Zur Rezension

Wir wissen, dass in China viele Freiheiten bedroht werden, …

gefunden von Detmar Doering

… aber jetzt auch noch ausgerechnet diese?

Nach der Finanzkrise die Inflationsfalle?

Von Gérard Bökenkamp

Die Analysten Roland Leuschel und Claus Vogt gehören zu den wenigen Beobachtern des Wirtschaftsgeschehens, die die Finanzkrise vorausgesagt. Im Buch „Das Greenspan-Dossier“ kritisierten die Autoren die Niedrigzinspolitik der US-Zentralbank und zeigten, wie diese zur Entstehung einer Immobilienblase geführt hatte, denen Platzen sie schon damals vorausgesagt hatten. Die Prognose hat sich inzwischen bestätigt. Ihr neues Buch „Die Inflationsfalle“ ist eine Fortsetzung des „Greenspan-Dossiers“ und beschäftigt sich mit den weiteren Aussichten nach dem Ausbruch der Krise und mit der Frage, wie Anleger auf die von ihnen prognostizierte Inflation reagieren sollen.

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Stochern im Kaffeesatz – Die Umfragenlage

Von Thomas Volkmann

Ach, beherrschte man doch die Kunst des Lesens aus dem Kaffeesatz… dann wüßte man vielleicht, was die aktuellen Zahlen zur Sonntagsfrage, in dieser Woche frisch von Emnid, Forsa, Allensbach und der Forschungsgruppe Wahlen, bedeuten.

Da verliert die Union leicht bei Emnid (minus 1 auf 34 Prozent) und im Politbarometer der Forschungsgruppe (minus 1 auf 36 Prozent), steht bei Forsa unverändert auf 35 – und steigt bei Allensbach in der FAZ von 34,5 auf 37 Prozent.

Da sinkt die SPD bei Allensbach von 25,0 auf 23,5 Prozent und im Politbarometer von 26 auf 25 Prozent, steht aber bei Forsa stabil auf 22 Prozent und steigt bei Emnid leicht von 24 auf 25 Prozent.

Da fällt die FDP bei Allensbach von 13,0 auf 10,5 Prozent, steht aber im Politbarometer stabil auf 10 Prozent und steigt bei Emnid von 9 auf 10 und bei Forsa von 7 auf 8 Prozent.

Bei der Linken tut sich fast nichts, sie stehen bei Emnid und Forsa auf 12 Prozent, im Politbarometer auf 10 Prozent und fallen bei Allensbach gering von 11 auf 10,5 Prozent.

Da sinken die Grünen bei Emnid von 15 auf 14 Prozent, bei Forsa von 17 auf 16 Prozent, und dann steigen sie bei Allensbach von 11,5 auf 13,5 und im Politbarometer von 12 auf 14 Prozent.

Erklärungsversuche fallen schwer. Zum einen sind Veränderungen im Ein- Prozent- Bereich nicht sonderlich aussagekräftig, zum anderen wurden (auch) in dieser Woche keine langfristigen Trends gebrochen, begründet oder verändert. Die Union steht weiterhin relativ stabil auf oder über ihrem Bundestagswahlergebnis, die SPD sinkt weiterhin sozusagen errötend zu Boden, die Grünen erzielen weiterhin sehr hohe Ergebnisse und sind in allen Umfragen deutlich dritte Kraft, die Linke erzielt gute Umfrageergebnisse, ohne groß aufzufallen, und die FDP konsolidiert sich trotz heftigen medialen Gegenwinds – oder vielleicht sogar deswegen – mit Ausnahme von Forsa um die 10 bis 11 Prozent.

Schönheit mit Warnhinweis?

Detmar Doering

Dass in einigen EU-Ländern schlank gestylte Schaufensterpuppen verboten wurden, weil sie zu Magersucht animierten – das wussten wir.

Dass Fette Mahlzeiten fast überall reglementiert werden, weil sie zu Übergewicht animieren – dass wussten wir.

Also wussten wir immer schon, dass sich der Staat fürsorglich um unserer Idealgewicht kümmert – und zwar lückenlos.

Lückenlos? Nein, eine kleine Gruppe britischer Psychiater hat nun etwas Schlimmes herausgefunden. Schicke Promi-Photos würden nämlich oft retouchiert, womit sie zu Schönheitswahn animierten (so berichtet Bild hier). Solche Photos müssten auch mit deutlich lesbarem Warnhinweis versehen werden. Wetten, dass bald Politiker auf auf diesen Zug springen werden? Solch eine Chance lässt sich unser Nanny-Staat doch nicht entgehen….

Studie: Mindestlohn ist Falschgeld

Detmar Doering

Das ifo-Institut hat zusammen mit Experten der FU Berlin eine Studie verfasst, die aufzeigt, dass unsere „Arbeitnehmervertreter“ anscheinend nicht die großen Freunde der Arbeitslosen sind. Der vom DGB nunmehr geforderte allgemeine Mindestlohn von 8.50 € könnte nämlich 1.22 Mio. Arbeitsplätze gefährden (Bericht hier). Dieses Ergebnis wird niemanden überraschen, der mit den ökonomischen Zusammenhängen vertraut ist.

Presseerklärung des Ifo: Nachtrag (4.3.10) hier Weiterlesen

Japanische Technikbegeisterung

gefunden von Gérard Bökenkamp

Deutschland und Japan haben oberflächlich betrachtet einiges gemeinsam. Beide Staaten haben nach dem verlorenen Krieg ganz auf ökonomische Prosperität gesetzt und ein Wirtschaftswunder hervorgebracht. Der Wohlstand beider Staaten beruht auf Spitzentechnologie. Während aber in Deutschland technologischer Fortschritt in der Regel mit einer gewissen Skepsis, ja oft sogar mit Kulturpessimismus verbunden ist, begegnen die Japaner den neuen Möglichkeiten, die die Technik in Aussicht stellt, mit großer Begeisterung.

Dies zeigt zum Beispiel ein Bericht des Deutschlandradios von der Technologiemesse „Digital Content Expo“ in Tokyo. Ein deutscher Elektrotechniker, der die Messe besucht, betont gegenüber dem Deutschlandradio den Kontrast zu Deutschland und beschreibt die Folgen der japanischen Technikbegeisterung:

„Es werden neue Technologien einfach sehr viel schneller akzeptiert auch von der breiten Masse. Das liefert dann den Wissenschaftlern und den Firmen dann auch einen viel größeren Spielraum, weil das Geld einfach kommt, einfach viel experimentierfreudiger zu sein. Und ich denke, dadurch ist es einfach sehr viel lebhafter die Technologieszene und auch die Wissenschaft in diesem Bereich.“

Der Euro inhärent instabil?

gefunden von Gérard Bökenkamp

Norbert Berthold analysiert auf WirtschaftlicheFreiheit.de die Schwächen der europäischen Staaten, Griechenland, Spanien, Italien Irland und Portugal, die in sehr schwieriges finanzpolitisches Fahrwasser geraten sind und als Bedrohung für die Stabilität des Euro angesehen werden. Berthold kommt zu der allgemeinen Aussage über die Tragfähigkeit des heutigen Währungsarrangements:

So wie die Währungsunion gegenwärtig zusammengesetzt ist, trägt sie den Keim des Zerfalls in sich. Auch nach 10 Jahren sind die Mitgliedsländer wirtschaftlich noch immer sehr heterogen. Eine einheitliche europäische Geldpolitik destabilisiert die Währungsunion, da sie asymmetrisch auf Kern und Peripherie wirkt.“

Zum Beitrag von Norbert Berthold „Der Euro in Not“

China, Iran, Saudi-Arabien, Nordkorea und die USA…

Detmar Doering

.. sind die traurigen „Spitzenreiter“ in Sachen praktizierter Todesstrafe. In noch 51 Staaten wird sie vollstreckt. Das war Grund, weshalb sich der „4. Weltkongress gegen die Todesstrafe“, der gestern zu Ende ging, in Genf traf. Hier ein Bericht.