Steffen Hentrich
In der früheren DDR nannte man so etwas hinter vorgehaltener Hand “Tonnenideologie”, heute wird die auf eine Maximierung der installierten Nennleistung ausgerichtete Förderpolitik der Erneuerbaren Energieträger als “effizient” bezeichnet. Tatsächlich ist Deutschland europaweit der größte Windenergieproduzent mit der höchsten installierten Nennleistung. Doch das hat nichts mit Effizienz zu tun, der Fähigkeit mit einer gegeben Ressourcenmenge das Maximum eines gewünschten Outputs zu erzeugen. Ganz im Gegenteil beweist man damit, dass nicht nur im realen Sozialismus Masse mit Klasse verwechselt wurde.
Deutschland ist beim Ausbau der Windenergie geradezu ein Paradebeispiel für eine ineffiziente Förderpolitik. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Kapazitätsfaktor, also das Verhältnis von effektiver Stromeinspeisung zur theoretisch möglichen Leistungsabgabe in keinem Land der EU so niedrig ist wie in Deutschland (siehe Grafik).
Daten: Nicolas Boccard (2008): Capacity Factor of Wind Power – Realized Values vs. Estimates
Gerade einmal 17,5 Prozent der theoretisch produzierbaren Strommenge aller in Deutschland (DE) installierten Windkraftanlagen wurden in den Jahren 2003 bis 2007 tatsächlich ins Stromnetz eingespeist. Länder wie Griechenland (GR) oder Irland (IR) kamen dagegen auf einen Kapazitätsfaktor von 29,3 Prozent. Kein Land erreicht dabei die von Protagonisten der Windenergie so gern ins Feld geführten Idealwerte von bis zu 40 Prozent, wobei selbst diese Größenordnung gegen die Kapazitätsfaktoren von konventionellen Kraftwerken zwischen 70 und 90 Prozent recht dürftig ausfällt. Eine derartig magere Energieausbeute ist angesichts einer Förderpolitik, die jedem Anlagenbetreiber so hohe Einspeisevergütungen zahlt, dass selbst Anlagen an suboptimalen Standorten betriebswirtschaftlich noch lukrativ zu betreiben sind, nicht weiter verwunderlich.
Nicht umsonst hat das RWI in seinem jüngsten Gutachten zum EEG der Förderpolitik schlechte Noten erteilt. Teuer, unwirksam gegen Kohlendioxidemissionen und unterm Strich arbeitsplatzvernichtend, so lautete das Fazit der Wirtschaftsforscher. Doch die deutsche Umweltpolitik will diese Kritik nicht wahrhaben, zu süß ist der Traum vom Weltmeistertitel und einer globalen Marktführerschaft der Anlagenbauer. Zentralstaatliche Planungsallüren lassen wenig Raum für die eigentliche Frage um die es geht: Wie lässt sich der Energiebedarf der Zukunft kostengünstig und umweltfreundlich erzeugen? Derzeit wird mit politischer Schützenhilfe lediglich die Menge des Geldes maximiert, das aus den Taschen der Konsumenten auf die Konten der Windanlagenbetreiber, -installateure und -hersteller gelangt.
Hallo Herr Heinrich,
17,5 % Nennlast – na und – wo liegt das Problem dieser Aussage?
Windenergie ist gegenüber anderen EE spottbillig. Allerdings passt der Ausbau der Windenergie nicht zu Großkraftwerken sondern nur zum Zubau flexibler dezentraler Kraft-Wärmekopplung. Windstrom könnte dann sogar verheizt werden – die kWh ist künftig billiger als Öl und Gas.
Wir haben in Deutschland gerade das Problem – das einer privaten Sparquote von ca. 12% der Einkommen ein Kreditbedarf der Wirtschaft von kaum über null gegenübersteht – da diese sich weitgehend aus Abschreibungen finanziert.
Wir ersticken gerade an der Nachfragelücke die das auslöst. Der Staat muss deshalb Schulden machen ohne Ende.
Die alternative Aufschuldung des Auslands fällt uns ja auch gerade auf die Füße.
Ab mit dem Geld in Windkraft und dezentrale Energieerzeugung – verbriefen als Fond und die überschüssigen Spargelder reingelockt.
Wir haben nicht zu wenig Kapital – wir haben zu viel – in so fern sind manchmal stillstehende Windräder und KWK -System überhaupt kein wirtschaftliches Problem.
Oder sind nur Investitionen von Monopolunternehmen mit hoher Rendite gute Investitionen? Das Gegenteil löst unsere wirtschaftlichen Probleme – dezentrale Privatinvestitionen mit Minirendite!
Grüße Jörg Buschbeck
Sehr geehrter Herr Buschbeck,
Windstrom ist nur dann spottbillig, wenn die Kapitalkosten und die Kosten der Netzintegration nicht berücksichtigt werden. Man sollte nicht den methodischen Fehler begehen, dieses Problem mit weiteren Investitionen aus der Welt schaffen zu wollen. Fakt ist, dass der Bürger für jede Kilowattstunde Windstrom deutlich mehr zahlt als für konventionellen Strom, denn die Verwaltungskosten, Steuern und Ertagsaufschläge der Stromverteilunternehmen müssen ja ohnehin gezahlt werden. Der internationale Vergleich der Kapazitätsfaktoren zeigt, dass Deutschland sich einen besonders energieineffizienten Ausbau der Windenergie leistet. Insofern kann ich es nicht nachvollziehen, wenn Sie meinen, das Investitionen in stillstehende Windräder kein Problem wären. Dann können Sie genauso ihre Arbeitskraft dafür verwenden, in ihrem Garten eine Grube zu graben, um sie danach wieder zuzuschütten. Der Wert von Investitionen bemisst sich nicht nach dem Marktanteil des Investors, sondern allein am Verhältnis von Aufwand und Wirkung/nutzbringender Dienstleistung. Dieses Verhältnis ist jedoch bei der deutschen Windenergienutzung besonders gering.
Grüße
Steffen Hentrich
Lieber Herr Hentrich,
die Bürger zahlen viel zu viel für Strom – mindestens den doppelten Preis selbst von teurer Windenergie. Und da laufen abgeschriebene Kraftwerke die für wohl 2-3 Cent den Strom zugebenermaßen den viel billiger als WKA produzieren.
Warum – weil wir eine ausgewachsene Marktvermachtung im Energiemarkt mit gigantischen Renditen für die Versorger haben!
Ihr Beispiel mit den Löchern graben und wieder zuschütten steht glaube ich bei Keynes in der Grand Theorie?
Wir sind genau an dem Punkt – wir zahlen schon Prämien für die Zerstörung von Dingen(Abwrackprämie) weil uns sparbedingt Nachfrage fehlt!
Damit wir uns richtig verstehen – ich bin dagegen dass wir subventionierte Preise für Windstrom zahlen um Investoren damit hohe Renditen zu bieten.
Kapital ist nicht knapp sondern mittlerweile ein Überflussgut – wenn der Geldmarkt nicht ebenso wie der Energiemarkt gestört wäre – würden sich Windkraftanlagen auch ohne subventionierte Preise rechnen. zumindest wenn man die externen Kosten unserer Energieversorgung noch auf den Preis in Steuerform umlegen würde.
Also auf den Punkt – in einer liberalen Marktwirtschaft würde sich Windenergie derzeit sehr rechnen – da Wind gar nichts kostet und Kapital für Windräder im Überfluss da ist und deshalb auch nichts kosten dürfte. Deshalb machen auch die 17,5% Nennleistungsauslastung gar nichts.
Dass Kapital zu Minirenditen aber nicht zur Verfügung steht sondern in die Spekulation geht, ist eine recht simple Geldmarktstörung -an die wir uns allerdings gewöhnt haben.
Bei der letzten großen diesbezüglichen Krise hat man dann angefangen Panzer zu bauen und die Abwrackerei in etwas größerem Stil betrieben – da sind mir Windräder drei mal lieber. Und wachsende Energieunabhängigkeit – welche in verbindung mit Ausbau moduliernder KWK auch gut zu haben ist – ist neben allen Umweltaspekten ein wertvolles Gut an sich!
Liebe Grüße Jörg Buschbeck
Sehr geehrter Herr Buschbeck,
es ist nicht auszuschließen, dass sich etwas Windenergie in einem liberalisierten Energiemarkt rechnen würde und zwar dann, wenn die Kosten der Windstomproduktion inklusive der Kosten für die Netzstabilisierung geringer wären als die Kosten der konventionellen Energieversorgung. Bei einem Kapazitätsfaktor von 17,5 Prozent und der hohen Fluktuation der Windenergie ist das jedoch recht unwahrscheinlich. Schließlich müssen sie umfangreiche Backup-Kapazitäten konventioneller Energieversorgung bereithalten, die aufgrund der hohen Fluktuation nur unwirtschaftlich, weil schlecht ausgelastet, betrieben werden können. Das alles hat sehr wenig mit der Marktkonzentration zu tun, sondern sind energiewirtschaftliche Realitäten, diktiert durch die technischen Möglichkeiten der Energieversorgung.
Sehr lesenswert hierzu: http://www.masterresource.org/2010/01/how-many-households-can-a-large-wind-project-serve-lessons-from-texas-and-the-uk-part-2-of-2/
Mit besten Grüßen
Steffen Hentrich
Lieber Herr Heinrich,
bestreite in keinster Weise das Windstrom nicht wirtschaftlich zusammen mit Großkraftwerken werden kann. Weil wenn wir Ihn wegen deren Unflexibilität noch an jeder Ecke ein Pumspeicherkraftwerk bauen müssten, dann wäre es gleich vorbei.
Deshalb müsste jetzt jeder anstehende Ersatz von Kraftwerkskapazität nur noch als dezentrale rundsteuerbare Kraft-Wärmekopplung genehmigt werden. Und wie gesagt -bei Windüberschuß nicht nur ausschalten sondern die Objekte gleich noch mit Windstrom beheizen – dass bringt Netzmodulation!
Und ja – wenn wir Kapitalmangel und langfristigen Überschuss fossiler Energie hätten, dann wären neue fossile Großkraftwerke besser.
Wir haben aber Kapitalüberschuss(wenn wir es aus der Hortung, Staatsschuldenerzingung und Spekulation treiben würden) und langfristig Mangel an fossiler Energie.
Aber die Politik muss natürlich jetzt mal entscheiden – entweder Großkraftwerkausbau stoppen oder den EE-Ausbau.
Grüße Jörg Buschbeck
Lieber Herr Buschbeck,
nichts für ungut, aber sie sind kein Ökonom, oder?
Ich als Ökonomin äußere mich ja auch nicht zu Themen der Medizin
Viele Grüße
Daniela S.
Liebe Frau Daniela S.
ja, Sie haben recht – ich bin eigentlich Wirtschaftspraktiker (Unternehmer) und nicht diplomierter Theoretiker.
Ich fühle mich durch das Versagen der Mainstream – Ökonomen (sowohl der Keynesianer als auch der Klassiker) genötigt, selbst auf Fehlersuche zu gehen.
Wir können aber gern mal ins fachliche Detail gehen, wenn Sie eine Frage zu meinen Aussagen haben.
Trauen Sie sich – fragen Sie – ich liefere ihnen die Belege zu meinen Aussagen.
Oder analyisiern Sie bitte einfach selbst zuerst mal den Kreditbedarf der Wirtschaft nach Abschreibungen und die aktuelle Sparleistung in der VGR.
Liebe Grüße Jörg Buschbeck
Sehr geehrter Herr Buschbeck,
dass Ziel der Bundesregierung sollte es sein, eine Energiepolitik mit der kostenminimalen Reduzierung von Schadstoffemissionen, insbesondere Kohlendioxid zu realisieren. Also kann es nicht darum gehen eine Förderpolitik zu schaffen, die sich das Ziel setzt, handverlesenene Technologien in das Netz “einzupflegen”. Der Emissionshandel stellt die Minimierung der Kosten der Kohlendioxidvermeidung zumindest in seinem Geltungsbereich sicher. Eine weitere Subventionierung ist nicht nötig und führt nur dazu, dass nicht notwendige Investitionen getätigt werden. Ich kann ihnen nur noch einmal empfehlen den oben für Sie angegeben Link zu studieren. Im übrigen sind KWK-Anlagen wenig geeignet zur Pufferung und zum Backup von flukturierenden Energieträgern, da sie selbst durch die Strom- oder Wärmeführung und in Grenzen flexibel und wenn dann nur mit Effizienzverlusten zur schnellen Regelung eingesetzt werden können.
Gruß
Steffen Hentrich
Sehr geehrter Herr Hentrich,
das einzige was die KWK unflexibel macht, ist der wirtschaftliche Zwang sie (ebenso wie die Großkraftwerke) für eine hohe Rendite möglichst uneingeschränkt laufen zu lassen.
Technisch ist kaum mit Effizienzverlusten verbunden, die Geräte kurzfristig an und abzufahren. Auch wird die Brennstoffzellentechnologie hier noch kleinere sowie flexiblere und vor allem leisere Einheiten hervorbringen.
Verschleiß und Brennstoffkosten sind nahezu laufzeitproportional – nur schränken kurze Laufzeiten die Erwirtschaftung eines hohen Kapitaldienstes natürlich ein.
Wir haben hier also kein technisches Problem sondern eines des Kapitaldienstes.
Und diesbezüglich kann ich auch Ihnen nur ein Blick in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung Deutschlands empfehlen –
Kapital ist nicht mehr knapp!
Das es trotzdem knapp und teuer gehalten werden kann, ist eine Geldmarktstörung, die wir eh beseitigen müssen, wenn wir nicht die Marktwirtschaft völlig zerstören lassen wollen.
mit liberalen Grüßen Jörg Buschbeck
Sehr geehrter Herr Buschbeck,
Kapital ist knapp, weshalb sie ja bei der Bank auch Zinsen dafür zahlen. Schließlich kann die Bank das Geld auch einem anderen Kunden den Kredit ausreichen. Sie selbst müssen bei Ihren Investitionsentscheidungen auch stets überlegen, ob nicht eine alternative Investition mehr Ertrag bringen würde. Was für sie als Individuum gilt, hat auch für den Staat Gültigkeit.
Niemand baut ein KWK-Anlage, wenn er aus ihrem Betrieb keinen Ertrag erwirtschaftet. Irgendwie müssen sich solche Investitionen ja lohnen. KWK-Anlagen müssen gleichzeitig Strom- und Wärme produzieren, weshalb ein ständigen Hoch- und Runterfahren einer solchen Anlage zwangsläufig die Zuverlässigkeit der Wärmeproduktion beeinträchtigt. KWK-Anlagen haben deshalb selbst ein Problem bei der Netzintegration, weil sich der Wärmebedarf nicht immer nahtlos mit dem Strombedarf im Netz synchronisieren lässt. Für die Integration von flikturierendem Strom benötigen sie Anlagen die sehr flexibel auf Netzschwankungen reagieren können, also schnell hoch bzw. runter gefahren können. Diese Betriebsschwankungen verursachen jedoch Zusatzkosten, weil sie zu einer ineffizienten Auslastung der Anlagen und dem Betrieb mit niedrigem Wirkungsgrad zwingen.
Mit besten Grüßen
Steffen Hentrich
Nachtrag
wenn CO2 Zertifikate ausreichend knapp wären – könnten Sie ein Steuerinstrument sein – sind sie aber nicht.
Lieber Herr Hentrich,
Kapital ist heute nur knapp und teuer wegen einer Geldmarktstörung.
Wie sie sicher wissen, soll im Geldmarkt das Angebot von Ersparnis(besser Geldhaltung)
mit der Nachfrage nach Krediten in Einklang gebracht werden.
Nun haben wir aber 12% der Einkommen monetäre Sparquote und einen Kreditbedarf der Wirtschaft der sich nahezu vollständig aus Abschreibungen finanziert.
Das bedeutet – der Marktpreis für Geldhaltung ist noch viel zu hoch. Ich schätzen dass ein Geldmarktausgleich ungefähr bei minus 2% Zinsen auf Geldhaltung liegen würde.
Wissen wie interessant eine Investition mit Plus 3 % Rendite in ein ein halbes Jahr runstehendes Windrad oder BHKW in diesem Fall wäre?
Auch die von Ihnen oben beklagte Überförderung der Photovoltaik könnte man dann abschaffen.
Heute läuft es aber anders -da wir das Sparangebot nicht über einen freien Marktpreis auf den Kreditbedarf solventer Schuldner begrenzen können -müssen wir es wegen der alternativen einen wirtschaftlichen Totalzusammenbruch auslösenden Nachfragelücke umgekehrt machen.
Wir verschulden das Ausland über Exportüberschüsse und den Staat.
Wir passen als die Saldo Kredite an die Saldo Geldhaltung an – statt die Saldo Geldhaltung auf den gesunde Geldproduktion = Kreditvergabe zu begrenzen.
Beides ist nichts anderes als Falschgeldproduktion, die uns gewaltig auf die Füße fallen wird.
Hier die Erläuterung der Geldmarktstörung von EX-BuBa -Vorstand Prof. O.Issing.
http://www.global-change-2009.com/blog/prof-otmar-issing-einfuhrung-in-die-geldtheorie/2010/01/
Generell ein sehr empfehlenswertes Buch, weil es die selbst vielen Ökonomen nicht bekannte Geldproduktion aus Kredit sowohl des Geschäftsbanken- als auch des Zentralbankgeldes sehr gut erläutert.
Liebe Grüße Jörg Buschbeck
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich denke, dass die Entscheidungen zum Bau von Windkraftanlagen als auch von KWK-Anlagen mikroökonomisch getroffen werden. Dabei stehen sicherlich Renditen und Amortisationszeitpunkte im Vordergrund. Dies gilt auf jeden Fall bei unternehmerischen Investitionen.
Derzeit ist jedoch scheinbar festzustellen dass in die Wirtschaftlichkeitsberechnungen insbesondere von Kommunen, und das gilt auch für privat-unternehmerische Entscheidungen, die Aspekte der Unabhängigkeit und damit des Risikos von zukünftigen Preisentwicklungen der konventionellen Energieträger einfließen.
Die Windkraftanlagen werden nicht nur durch die Subventionierung sondern auch durch die Erwartung von weiteren enormen Preissteigerungen durch die Monopolisten zum Zeitpunkt der Entscheidung rentabel. Diese bewerteten Szenarien fließen in die Kapitalwertberechnungen ein!
Bei den Kommunen, die den Outsourcing Trend bei der kommunalen Stromversorgung umzukehren scheinen, stehen insbesondere auch die Abhängigkeiten von einer monopolistischen Preispolitik und deren Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte im Vordergrund. Hierbei kommt es nicht auf kurzfristige Renditen, hohe Einspeisungsquoten oder Effizienz sondern auf mittel- oder langfristige Risikominimierung an.
Zudem glaube ich nicht, dass Einspeisungsquote etwas über die tatsächliche Effizienz der Nutzung aussagen. Wenn weniger eingespeist wird, heißt das doch nur, dass weniger Überschüsse vorhanden sind.
Mit liberalen Grüßen
Klaus Born
Es ist doch immer wieder schön zu lesen, wenn nicht vorhandener Sachverstand und “Klassenstandpunkt” miteinander verschmelzen.
Vielleicht ein paar hilfreiche Klarstellungen: Die Effizienz der Windkraft in diesem Artikel bezieht sich auf die sog. Arbeitsausnutzung. Ein Windrad hat eine bestimmte Auslegungsleistung bei einer bestimmten Windstärke. Weht der Wind weniger oder auch (wesentlich mehr) ist diese Leistung geringer. Die hier beschriebene Effizienz – besser Arbeitsausnutzung – ist das Verhältnis der tatsächlich produzierten Energie zu der “Investitionsleistung” multipliziert mit einem Jahr.
Tatsächlich ist die Situation aber noch viel schlimmer: Der Wind weht wann er will! Wer will, kann dies hier (http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-wind) stets mitverfolgen.
Jedes Kalenderjahr ist die Produktion für Windstrom an etwa 4 bis 10 Tagen (Hochdruckwetterlage im Jan/Febr) praktisch Null! => Man muß die g l e i c h e Leistung als konventionelle Kraftwerke vorhalten – sofern man nicht wieder eine mittelalterliche Gesellschaft einführen will.
Der tatsächliche wirtschaftliche Wert des Windstromes entspricht deshalb nur dem eingesparten Brennstoff in konventionellen Kraftwerken.
Analoges gilt für die Kraft-Wärme-Kopplung. Durch die starre Kopplung von Strom und Wärme, muß man einen gleichzeitigen Wärmebedarf haben. Dieses Potenzial ist in Deutschland (Industrie) längst ausgereizt. Will man nur Gebäude heizen, bewegt man sich wieder unterhalb von 2000 Volbenutzungsstunden.
Mit liberalen Grüßen
Klaus
Sehr geehrter Klaus,
Sie weisen dankenswert auf ein weiteres Problem der Nutzung erneuerbarer Energieträger hin, dass nicht minder von Bedeutung ist. Mir ging es jedoch in erster Linie darum die Ineffizienz im Bezug auf die Anreize der Anlagenbetreiber zu demonstrieren. Hier zeigt sich anhand des Kapazitätsfaktors, dass eben sogar Standorte genutzt werden, für die nur ein sehr geringere Ausbeute bereits vorab prognostizierbar ist, weil die Förderung dies dennoch lukrativ macht.
Mit besten Grüßen
Steffen Hentrich