Von Steffen Hentrich
Zweiter Teil der Buchrezension zu Cahuc, Zylberberg: „The Natural Survival of Work“, MIT Press, 2009. Lesen sie hier den ersten Teil.
Arbeit muss sich wieder lohnen. Diese Forderung betrifft nicht nur die Leistungsträger dieser Gesellschaft, die mit der Abgabenbelastung ihrer Einkommen den Sozialstaat finanzieren, sondern auch beschäftigungslose Empfänger von Lohnersatzleistungen. Doch sind die Transferzahlungen für Arbeitslose in vielen Ländern, inklusive Deutschland, so gestrickt, dass sie kaum Anreize zur Aufnahme einer Arbeit bieten, die den Betroffenen einen Wiedereinstieg ins Berufsleben erlauben. Zu schnell schmelzen die Transferzahlungen ab, wenn ihre Empfänger eine Arbeit aufnehmen. Vor allem für Familien mit transferberechtigten Kindern lassen sich nur bei einer sehr hohen Wochenarbeitszeit spürbare Einkommensvorteile gegenüber dem staatlichen Transferbezug erreichen. Als Lösung schlagen die Autoren großzügige, jedoch zeitlich beschränkte Lohnzuzahlungen bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit vor. Derartige Kombilohnexperimente zeigten in kanadischen Modellversuchen durchaus Erfolge, doch sollten die Erwartungen in den Umfang der Beschäftigungseffekte nicht zu hoch gesteckt werden.