Schräge Steueridee

Detmar Doering

Wie kann man verhindern, dass Scharen von Menschen wegen der Kirchensteuer aus der Kirche austreten? Aus den Reihen der Grünen kommt da eine neue Idee. Warum nicht die Konfessionslosen auch belasten? Amen!

Globale Internet-Regulierung?

Detmar Doering

In den Köpfen mancher UN-Bürokraten (und nicht nur dort) spukt die Idee, das “chaotische” Internet global zu regulieren, weil es ja schließlich irgendwie auch global sei. Noch sei die reale Bedrohung gering, schreibt Adam Thierer, Technologieexperte an der George Mason University, bei Forbes. Langfristig müsste man aber auf der Hut sein, denn viele Faktoren wirkten derzeit gegen die Freiheit des Netzes. Dem müsse man ein konsistentes Politikcredo entgegenstellen:

“The better alternative is to lead by example here at home by reinvigorating the vision of cyberliberty and making it clear that “Hands Off the Net” remains the sensible, practical, and principled way to ensure the Internet remains a robust platform for the free movement of ideas and commerce.”

Sinnlose Pressetexte zerstören die menschliche Vernunft

Steffen Hentrich

“Sinnloses Surfen im Internet zerstört Umwelt” ist der Aufmacher einer Beitrags über die Kohlendioxidemissionen der Internetnutzung. Schon eine einzige Suche nach “Chuck Norris” würde soviel CO2 wie ein Auto verursachen, das 7,5 Zentimeter fährt. “Sinnlos” ist zu allererst eine zutiefst subjektive Einschätzung des Journalisten, der diesen Text verfasst hat, den wiederum der Autor dieser Zeilen für ziemlich sinnlos hält.

Entscheidend ist doch die Frage, ob die Suche nach “Chuck Norris” der jeweiligen Person einen Nutzen stiftet, der höher ist als die dadurch verursachten Kosten, inklusive der durch die Emissionen einer Autofahrt von 7,5 cm verursachten Klimawandelfolgeschäden. Vielleicht sind 15.000 Google-Suchen den Surfern auch mehr Wert als der 5.400 Jahre lange Betrieb eines Tiefkühlers? Die subjektiven Präferenzen eines Journalisten allein erzeugen noch kein besonderes Umweltproblem, denn beider Klimarucksack ist ja genauso groß. Weiterlesen

Indiens Gefährdung

Detmar Doering

Europa ist in der Euro-Krise. Amerika stagniert. Über allen diesen Horrormeldungen vergessen wird, dass es zu allem Überdruss auch anderswo nicht mehr so läuft, wie es laufen sollte.

Indien war noch vor kurzer Zeit das kommende Schwellenland – der unbesiegbare Elefant der globalen Wirtschaft. Liberalisierungen gingen einher mit großen Wachstumsraten. Die Liberalisierungsgeschwindigkeit habe stark nachgelassen, kommentiert US-Ökonom Tyler Cowen in der New York Times, und damit das Wachstum auch. Dies sei eine unterschätzte weitere Gefährdung der Weltwirtschaft.

Schweigende “Ingenieure der Seele”

Steffen Hentrich

Bericht von einr Buchvorstellung und Diskussionsveranstaltung am 08.05.2012 in Potsdam, Truman-Haus, unter dem Titel “Anschweigen gegen die Diktatur”.

Susanne Liermann, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Mitarbeiterin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, stellte am 8. Mai im Truman-Haus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ihr neues Buch „Die Vermehrung des Schweigens – Selbstbilder später DDR-Literatur“ vor.

Trieb die späte DDR-Literatur die Wende im Osten Deutschlands mit voran oder lief sie ihr nur schweigend hinterher? Ohne Zweifel war die unangepasste Literaturszene der DDR für ihre Autoren Rettungsanker und für viele Menschen Ermutigung zum eigenen Denken; privater Eigensinn unter der kontrollierenden Allmacht des Staates. Doch wie sehr war sie auch politischer Protest, wie weit lehnten sich die Literaten tatsächlich aus den Fenstern ihres künstlerischen Asyls? Im historischen Rückblick auf Literatur, Autoren und Bedingungen ihrer Arbeit zeigt sich, dass das demonstrative Schweigen der DDR-Literatur ein verzweifeltes Rückzugsgefecht aus einer alle Lebensbereiche gnadenlos durchdringenden Diktatur war.

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Europa: Opfer der Sparpolitik?

Detmar Doering

Ist Europa Opfer grausamer Sparpolitik. Die meisten Regierung sparten ja gar nicht, sagt Veronique de Rugy (Mercatus Center) in diesem Interview bei Reason.tv. Meist würden eher Steuern erhöht und zusätzliche Ausgaben getätigt, um die Wirtschaft zu “stimulieren”. Strukturelle Reformen, die auf einen soliden Wachstumspfad führen könnten, würden dabei vernachlässigt.

Armenien: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen. Das Ringen um das Präsidentenamt tritt in die zweite Phase

Yasemin Pamuk

Armenien hat am 6. Mai ein neues Parlament gewählt und wie üblich erscheinen die Bewertungen internationaler Experten und Organisationen für einen Laien widersprüchlich, um nicht zu sagen ambivalent. Auf den ersten Blick bestätigen die Ergebnisse vor allem eins: die absolute Dominanz der bisherigen Regierungskoalition. Mit dem Gewinn von 112 aus 131 Parlamentssitzen wird es wenig Veränderung oder gar Opposition geben, und die Devise lautet: Nichts Neues im Lande Armenien. Allerdings ist im Südkaukasus, wie ein Kenner es einmal treffend formuliert hat, nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint, und ein Blick hinter die Kulissen zeichnet ein komplexes Muster der aktuellen politischen Lage in Armenien.

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