Der Lack ist ab

Detmar Doering

Langsam spricht es sich auch im Ausland, wo man uns für eine neue Wirtschaftswundernation hielt, herum: Der Lack istab. Das Wirtschaftswachstum schmilzt dahin. Die Langzeitprobleme – etwa die demographische Entwicklung – bleiben und werden sogar schlimmer. Dafür tut die Politik hingegen zurzeit wenig, dass es mit dem Standort Deutschland klappt. Im Gegenteil, so der Kommentar von Michael Wohlgemuth bei CapX.

Wettbewerbspolitik ist Verbraucherschutz

Steffen Hentrich

In meinem gestrigen Kommentar zum Thema Amazon und Marktmacht im Internet wurde bereits der Verbraucher als Dreh- und Angelpunkt einer liberalen Wettbewerbsordnung betont. Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission, diagnostiziert in der gegenwärtigen Debatte um die Rolle des Online-Riesen im Buchmarkt eine Abwendung von marktwirtschaftlichen Prinzipien im Buchmarkt und dem Versuch der Buchhändler und einiger Autoren den Markt noch stärker zu kartellisieren als er es durch die Buchpreisbindung ohnehin schon ist. Sein Kommentar Wettbewerb: Amazon ist kein Monopolist im Wirtschaftsdienst liest sich zugleich als ein Appell an die Wettbewerbspolitik über die Klagen der Wettbewerber die Interessen der Verbraucher nicht aus dem Auge zu verlieren.

Wem dienen Regulierer?

Detmar Doering

Regulierung soll im Idealfall Fairness in den Wettbewerb bringen. Aber wie sieht es in der Realität aus? Regulierer haben Eigeninteressen. Ihre Regulierungen mögen manchmal eher Chancen mindern denn Fairness schaffe. manchmal, so zeigt Veronique de Rugy in diesem Beitrag für The Daily Beast, verbünden sich Regulierer manchmal mit denen, vor dem sie angeblich den Markt schützen sollen.

Marktmacht für den Konsumenten

Steffen Hentrich

Der Online-Händler Amazon ist in der öffentlichen Debatte immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, er würde seine Marktmacht missbrauchen, um seinen Marktanteil zu Lasten seiner Konkurrenten weiter zu erhöhen. Schon springt die Wettbewerbspolitik auf diesen Zug auf und macht sich Gedanken darüber, wie man den Online-Händler in seine Schranken weisen könne. Vor diesem Hintergrund erinnert uns Tim Worstall in seiner Kritik an einem Beitrag von Paul Krugman zu Amazon als Monopsonist in der New York Times an die Mahnung Adam Smiths, dass der Zweck aller Produktion der Konsum sei, weshalb auch die Bewertung von Marktergebnissen durch die Politik ebenfalls aus der Perspektive der Konsumenten vorzunehmen ist. Da es Amazon im Streit mit seinen Lieferanten von digitalem Content, wie etwa eBooks, bislang lediglich darum ging für seine Kunden bessere Konditionen und günstigere Preise durchzusetzen, was zwangsläufig den kurzfristigen Gewinninteressen der Verlage zuwiderläuft, gäbe es keine Veranlassung jetzt wettbewerbspolitisch aktiv zu werden. Sollte das Handelsunternehmen eines Tages wirklich so viel Macht besitzen, dass es beginnt seine Kunden mit Monopolpreisen auszunehmen, wäre immer noch Zeit genug dagegen mit wettbewerbspolitischen Mittel vorzugehen. Leider geht die Konsumentenperspektive in der öffentlichen Debatte sehr schnell im propagandistischen Sperrfeuer der Lobbyisten unter. Selbst linke Systemkritiker, die nicht Müde werden der Marktwirtschaft die wirtschaftliche Ausbeutung der Massen vorzuwerfen, lassen sich dann vor den Karren der Unternehmensvertreter spannen, denen es vor allem um die Verteidigung ihrer tradierten Geschäftsmodelle geht.

Marktwirtschaft vs. Terrorismus

Detmar Doering

Der Terrorismus erhebt in der arabischen Welt wieder sein Haupt. Aber wie kann man den Terrorismus besiegen? Die militärische Lösung alleine genügt nicht. Man muss das Übel an den Wurzeln packen. Der berühmte peruanische Ökonom berichtet, wie sein Heimatland, das einst von der maoistischen Terrororganisation “Leuchtender Pfad” ins Chaos gestürzt wurde, inneren Frieden schaffte. Es waren, so sagt er hier im Wall Street Journal, erfolgreiche marktwirtschaftliche Reformen, die ein etatistisch verknöchetes Wirtschaftssystem überwanden. Man müsse nur verstehen, dass die Früchte einer freien Wirtschaftsordnung kein Privileg des industrialisierten Westens sei. Je besser diese Wirtschaftsordnung funktioniere, desto weniger Menschen fielen auf die parolen der Gewalttäter herein.

Gefährliches Fracking

Detmar Doering

Durch “Fracking” gewonnenes Schiefergas könnte Energie billiger und die Abhängigkeit von Russland gemindert werden. Aber “Fracking” ist eine neue Technologie und weckt deshalb hierzulande natürlich Ängste – wie das halt so immer der Fall. Schon fürchtet man, dass bald das Trinkwasser aus dem Wasserhahn in Flammen aufgeht. Überraschenderweise hat nun ausgerechnet das ARD-Politmagazin einen Beitrag gebracht, der einige der Vorurteile einer kritischen Analyse unterzieht.

Kein Ende der Geschichte

Detmar Doering

Der Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 jahren war ein Fanal der Freiheit und der Demokratie. Manche sahen schon ein “Ende der Geschichte”, weil es zu diesem Kurs keine Alternative mehr zu geben schien. Aber wurde das Versprechen von damals gehalten? Einige Transformationsländer des ehemaligen Sojetimperiums sind in der Tat gute Demokratien geworden, andere erstarrten im Autoritarismus. Freedom House hat in der Studie Nations in Transit 2014 die Entwicklung untersucht. Erschreckendes Fazit: In etlichen Ländern sind markante Rückschritte in Sachen demokratischer Transformation zu verzeichnen.