Von rationalen Erwartungen und dem HSV

Detmar Doering

Mit der Finanzkrise brach eine Welle der Kritik über die Ökonomenzunft herein. Sie richtete sich vor allem gegen die Theorie der “rationalen Erwartungen” (rational choice), weil doch ganz offenkundigt einige Akteure recht irrational gedacht und gehandelt hätten. Aber ist die Theorie wirklich tot? Der Ökonom Friedrich L. Sell versucht in diesem Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung eine Ehrenrettung. Die erläutert er an so verschiedenen Beispielen wie der Rente mit 63, der Geldpolitik Mario Draghis und den schlechten Spielergebnissen des HSV.

Zu schlecht um wahr zu sein?

Steffen Hentrich

Was haben Energiewende und Mietpreisbremse gemein? Sie sind gut gemeint und schlecht gemacht. Rainer Braun vom empirica-Institut beantwortet diese Frage in seiner Fabel Das Märchen vom König in Monismanien auf besondere Weise. Die Wirkungen der Mietpreisbremse bekommt übrigens auch unser jugendlicher Held Jonathan Gullibe während seiner abenteuerlichen Reise auf die Insel Corrumpo zu spüren. In Kapitel 13 des Buches Die Abenteuer der Jonathan Gullibe von Ken Schoolland erzählt ihm eine Inselbewohnerin wie es sich anfühlt, wenn man Mieterschutz genießt und trotzdem im Regen steht.

Brennpunkt: Indonesien

Moritz Kleine-Brockhoff

Indonesiens neuer Präsident Joko Widodo startet als Volksheld. Wähler erwarten Wunder. Seine mächtigen Gegner wollen, dass er scheitert und legen ihm Steine in den Weg.

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Der Lack ist ab

Detmar Doering

Langsam spricht es sich auch im Ausland, wo man uns für eine neue Wirtschaftswundernation hielt, herum: Der Lack istab. Das Wirtschaftswachstum schmilzt dahin. Die Langzeitprobleme – etwa die demographische Entwicklung – bleiben und werden sogar schlimmer. Dafür tut die Politik hingegen zurzeit wenig, dass es mit dem Standort Deutschland klappt. Im Gegenteil, so der Kommentar von Michael Wohlgemuth bei CapX.

Wettbewerbspolitik ist Verbraucherschutz

Steffen Hentrich

In meinem gestrigen Kommentar zum Thema Amazon und Marktmacht im Internet wurde bereits der Verbraucher als Dreh- und Angelpunkt einer liberalen Wettbewerbsordnung betont. Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission, diagnostiziert in der gegenwärtigen Debatte um die Rolle des Online-Riesen im Buchmarkt eine Abwendung von marktwirtschaftlichen Prinzipien im Buchmarkt und dem Versuch der Buchhändler und einiger Autoren den Markt noch stärker zu kartellisieren als er es durch die Buchpreisbindung ohnehin schon ist. Sein Kommentar Wettbewerb: Amazon ist kein Monopolist im Wirtschaftsdienst liest sich zugleich als ein Appell an die Wettbewerbspolitik über die Klagen der Wettbewerber die Interessen der Verbraucher nicht aus dem Auge zu verlieren.

Wem dienen Regulierer?

Detmar Doering

Regulierung soll im Idealfall Fairness in den Wettbewerb bringen. Aber wie sieht es in der Realität aus? Regulierer haben Eigeninteressen. Ihre Regulierungen mögen manchmal eher Chancen mindern denn Fairness schaffe. manchmal, so zeigt Veronique de Rugy in diesem Beitrag für The Daily Beast, verbünden sich Regulierer manchmal mit denen, vor dem sie angeblich den Markt schützen sollen.

Marktmacht für den Konsumenten

Steffen Hentrich

Der Online-Händler Amazon ist in der öffentlichen Debatte immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, er würde seine Marktmacht missbrauchen, um seinen Marktanteil zu Lasten seiner Konkurrenten weiter zu erhöhen. Schon springt die Wettbewerbspolitik auf diesen Zug auf und macht sich Gedanken darüber, wie man den Online-Händler in seine Schranken weisen könne. Vor diesem Hintergrund erinnert uns Tim Worstall in seiner Kritik an einem Beitrag von Paul Krugman zu Amazon als Monopsonist in der New York Times an die Mahnung Adam Smiths, dass der Zweck aller Produktion der Konsum sei, weshalb auch die Bewertung von Marktergebnissen durch die Politik ebenfalls aus der Perspektive der Konsumenten vorzunehmen ist. Da es Amazon im Streit mit seinen Lieferanten von digitalem Content, wie etwa eBooks, bislang lediglich darum ging für seine Kunden bessere Konditionen und günstigere Preise durchzusetzen, was zwangsläufig den kurzfristigen Gewinninteressen der Verlage zuwiderläuft, gäbe es keine Veranlassung jetzt wettbewerbspolitisch aktiv zu werden. Sollte das Handelsunternehmen eines Tages wirklich so viel Macht besitzen, dass es beginnt seine Kunden mit Monopolpreisen auszunehmen, wäre immer noch Zeit genug dagegen mit wettbewerbspolitischen Mittel vorzugehen. Leider geht die Konsumentenperspektive in der öffentlichen Debatte sehr schnell im propagandistischen Sperrfeuer der Lobbyisten unter. Selbst linke Systemkritiker, die nicht Müde werden der Marktwirtschaft die wirtschaftliche Ausbeutung der Massen vorzuwerfen, lassen sich dann vor den Karren der Unternehmensvertreter spannen, denen es vor allem um die Verteidigung ihrer tradierten Geschäftsmodelle geht.